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Hoppel-Strecke zwischen Altkünkendorf und Althüttendorf wird wegen Umleitungsverkehr erst später saniert

Fehlende Sanierung
Marode Piste bleibt liegen

Achtung, schlechte Straße: Hans-Jürgen Bewer, Ortsvorsteher von Altkünkendorf, hat selbst erlebt, wie sich der Umleitungsverkehr monatelang einen Weg durch den kleinen Ort suchte. Die ohnehin lädierte Piste nach Althüttendorf hat dadurch weiter gelitten. Wann hier Abhilfe kommt, ist aber weiterhin unklar.
Achtung, schlechte Straße: Hans-Jürgen Bewer, Ortsvorsteher von Altkünkendorf, hat selbst erlebt, wie sich der Umleitungsverkehr monatelang einen Weg durch den kleinen Ort suchte. Die ohnehin lädierte Piste nach Althüttendorf hat dadurch weiter gelitten. Wann hier Abhilfe kommt, ist aber weiterhin unklar. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 27.03.2019, 06:30 Uhr
Altkünkendorf (MOZ) Die dringend notwendige Sanierung der völlig maroden Kreisstraße zwischen Altkünkendorf und Althüttendorf liegt vorerst auf Eis. Schuld daran ist der abgebrochene Bau der B 198 bei Ziethen. Jetzt warten alle Beteiligten, wie und wann es weitergeht.

Schlaglöcher, demolierte Randstreifen, Pfützen, Querrinnen – die Kopfsteinpflasterstraße zwischen Altkünkendorf und Althüttendorf liegt zwar romantisch eingebettet in die Landschaft, doch ihre eigentliche Funktion erfüllt sie nur noch bedingt. Begegnen sich Lkw, wird es eng. Traktoren und Holzlaster weichen auf Grünstreifen aus. Tiefergelegte Autos sollten die Strecke gleich ganz meiden.

Der ohnehin schlechte Zustand ist seit dem angefangenen und später abgebrochenen Ausbau der B 198 zwischen der Ziethener Spitze und der Autobahn noch desolater geworden. Um die damals ausgeschilderten langen Umleitungen zu vermeiden, nutzten viele Autofahrer die zwar miserable, aber kürzere Ausweich-Strecke über Altkünkendorf. Das hat ihr den Rest gegeben.

Eigentlich wollten die beiden beteiligten Landkreise Uckermark und Barnim die Piste längst schon sanieren. Aber in neuer Asphaltbauweise gibt es dafür kein Baurecht. Das wiederum liegt an der hier geltenden Biosphärenreservatsverordnung, die historisches Kopfsteinpflaster schützt. "Deshalb wollen wir jetzt die Trasse nach allen Regeln der Kunst als Pflaster ausbauen", erklärt Karsten Stornowski, Kreisbaudezernent der Uckermark. Mit der Stadt Angermünde und dem Ortsvorsteher von Altkünkendorf sei das besprochen worden. Widerstand sieht Stornowski von keiner Seite.

Für den Landkreis wäre es fast ein Tabu-Bruch, hat der doch bisher an seinen Ausbaustandards meist festgehalten. Auch die vorgeschriebene Breite einer Kreisstraße wäre im Wald bei Altkünkendorf kaum mit dem Naturschutz vereinbar. Das weiß das Bauamt. "Es muss möglich sein, eine regionaltypische Straße aus den Standards zu nehmen", sagt Ortsvorsteher Hans-Jürgen Bewer. Man müsse die Reservatsverordnung respektieren. Und Kopfsteinpflaster rege nicht zu hohem Tempo an. Allerdings fürchtet Bewer um die Radfahrer. Bei einem Bau müsse geklärt werden, dass Touristen mit dem Rad nicht stürzen und ungefährdet zum Welterbewald oder in den Ort kommen. Offenbar wird das Projekt von mehreren Seiten unterstützt. Nach Angaben des Kreisbaudezernenten habe die Biosphäre "verbindlich angeboten, Planungsgelder zur Verfügung zu stellen". Die seien aufgrund personeller Engpässe in der Kreisverwaltung aber noch nicht in Anspruch genommen worden. Stornowski will sich außerdem den Mehraufwand für die Pflasterung vom Land erstatten lassen.

Doch die ganze Sache liegt erstmal auf Eis. Denn solange nicht feststeht, ob und wann die B 198 weitergebaut wird, soll auch die Kreisstraße bei Altkünkendorf nicht gebaut werden. Man will verhindern, dass der zwangsläufig sich anbahnende Umleitungsverkehr das dann neu verlegte Kopfsteinpflaster gleich wieder ruiniert.

So bleibt jetzt vorläufig alles beim Alten, inklusive Schlaglöcher und Pfützen. Der Kreis will solange die Verbindung zwischen Althüttendorf und Altkünkendorf mit erhöhtem Unterhaltungsaufwand reparieren. Außerdem muss er sich mit der Barnimer Bauverwaltung abstimmen, weil ihm die Kreisstraße nur bis zur Grenze gehört. Dort soll aber der geplante Ausbau nicht enden. Und Fahrradtouristen müssen weiter aufpassen, nicht umgefahren zu werden oder vom Rad zu stürzen.

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