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Naturschutzbehörde
Ärger über Müll am Straßenrand

Gefüllt: Eckhard Strickrodt, Leiter der Straßenmeisterei in Bornow, zeigt das Müll-Sammelergebnis von zehn Tagen.
Gefüllt: Eckhard Strickrodt, Leiter der Straßenmeisterei in Bornow, zeigt das Müll-Sammelergebnis von zehn Tagen. © Foto: Jörn Tornow
Jörg Kühl / 04.04.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 04.04.2019, 13:48
Bornow (MOZ) Immer mehr Müll landet illegal an Straßenrändern. Auf dieses Problem machen Straßenmeisterei und Kreis-Umweltamt aufmerksam. Dabei handelt es sich um Ordnungswidrigkeiten, die hoch bestraft werden können.

Nicht immer sind die Fälle so krass, wie dieser: An der L 741, zwischen Storkow und Bugk, hat ein Bürger Reifenstapel, Sperrmüll und Haushalts-Abfälle abgelagert und mit einem Zettel zur Abholung anempfohlen. Zuvor hatte der Bürger den Unrat aus einer benachbarten Grünfläche gezogen. Da der Müll nun am Straßenrand lag, wurde die Straßenmeisterei in Bornow für die Beseitigung zuständig. Deren Leiter Eckhard Strickrodt kann über diese Auffassung des Bürgers, in Sachen Müllbeseitigung nur den Kopf schütteln. Das zuständige Ordnungsamt der Stadt Storkow kümmert sich inzwischen um den Fall.

Die illegale Müllentsorgung am Straßenrand ist ein ständig anwachsendes Ärgernis. In der Straßenmeisterei in Bornow musste ein Container für diese Zwecke gestellt werden. "Für die Entsorgung dieser Abfälle kommt der Steuerzahler und damit die Allgemeinheit auf", ärgert sich der Straßenmeister. Außerdem binde die Müllbeseitigung das ohnehin schon knappe Personal. Zuständig sind die Mitarbeiter, die die Straßenränder und Bankette mähen. Vier Mann und zwei Maschinen stehen Strickrodt dafür zur Verfügung. Sie pflegen 250 Kilometer Straßen und 40 Kilometer Radwege. "Wir schaffen es gar nicht mehr, all den Müll vom Straßenrand wegzubringen!"

Auch die Untere Naturschutzbehörde Oder-Spree ärgert sich über die zunehmende Vermüllung von Straßenrändern, Grünflächen und Wäldern. "Viele der Müllarten, die wir leider an Straßen und im Grünen wiederfinden können bei den Entsorgern kostenlos abgegeben werden, oder werden sogar kostenfrei bei Privatleuten abgeholt!", so der designierte Leiter der Unteren Umweltbehörde Thomas Driebusch.

Dabei handelt es sich keineswegs um ein Kavaliersdelikt. Die "Widerrechtliche Abfallverbringung außerhalb dafür zugelassener Anlagen (Abfall- und Entsorgungsanlagen)" kann mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden, erinnert Dreibusch an die gesetzliche Regelung. Das könne je nach Schwere der Ordnungswidrigkeit auch in den fünfstelligen Bereich gehen.  "Erste Adresse" bei der Meldung von Fällen illegaler Abfallbeseitigung sei das Ordnungsamt der zuständigen Kommune, so Driebusch.

Laut Strickrodt haben die Umweltsünder keinerlei Scheu, selbst Schadstoffe am Straßenrand abzulagern. "Wir mussten schon Asbestplatten entsorgen." Reifen am Straßenrand seien keine Seltenheit. "Wir merken eindeutig die Wechselzeiten".

Illegal abgelagerter Müll hat vor wenigen Wochen auch die Gemeinde Rietz-Neuendorf beschäftigt. In einem abgelegenen Weg außerhalb von Glienicke war auf einer Länge von 150 Metern eine ganze Wagenladung Sperrmüll verteilt worden. Durch den detektivischen Ehrgeiz  einer aufmerksamen Bürgerin konnte der Ursprung des Mülls ausfindig gemacht werden: Es handelt sich um die Einrichtung eines Berliner Cafés. Das beauftragte Fuhrunternehmen hatte den "Entsorgungsauftrag" auf eigentümliche Weise interpretiert.

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