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Der Biber weiß mittlerweile, wie er Schutzmatten untergräbt. Nun gibt es ein neues Verfahren, das ihn bremst.

Patent-Anmeldung
Erfindung zum Biberschutz

Kreisstraße bei Neubarnim gesichert: Der Bautrupp von IWT braucht etwa eine Viertelstunde, um eines der links im Bild gezeigten Maschendrahtstücke in den Grabenfuß zu rammen. Auf zunächst 1,3 Kilometer Länge wird die Straßenböschung so vor Biberbauten geschützt.
Kreisstraße bei Neubarnim gesichert: Der Bautrupp von IWT braucht etwa eine Viertelstunde, um eines der links im Bild gezeigten Maschendrahtstücke in den Grabenfuß zu rammen. Auf zunächst 1,3 Kilometer Länge wird die Straßenböschung so vor Biberbauten geschützt. © Foto: Ulf Grieger/MOZ
Ulf Grieger / 13.04.2019, 07:00 Uhr
Neubarnim (MOZ) An der Kreisstraße 6408 zwischen Ortsausgang Neubarnim und Klein Neuendorf gibt es einen tiefen Meliorationsgraben. Von dort aus konnten Biber bislang ungehindert ihre Röhren bauen und – die Stabilität der Straße gefährdend – unter der Fahrbahn ihre großvolumigen Vorrats- und Fluchthöhlen anlegen. Bisher schien dagegen kein Kraut gewachsen zu sein. Die horizontal verlegten Bibermatten, die der Fachbetrieb IWT Ingenieur Wasser und Tiefbau GmbH aus Frankfurt vielerorts verlegt hat, forderten lediglich den Einfallsreichtum der Großnager heraus.

Die Biber fanden Wege, unter die Matten zu kommen und hatten dort ideale Baumöglichkeiten. Man weiß bis heute nicht genau, wo sich im Oderdeich, in Straßen und Bahndämmen Hohlräume befinden, die Biber und Bisam angelegt haben. Bei Genschmar wurden die horizontalen Gittermatten im vorigen Jahr mit vertikal eingerammten Stahlspundwänden ergänzt. Ein sehr teures Verfahren.

Das verleitete die Mitarbeiter von IWT zum Tüfteln. Das Ergebnis ihrer Kreativität ist nun an der Kreisstraße bei Neubarnim zu bestaunen. Im Auftrag des Kreises wird dort die Böschung der Straße statt mit Spundwänden mit Maschendraht gesichert. Der würde sich normalerweise nicht in den Boden rammen lassen. Um jedoch wirksam zu sein, muss er bis etwa einen Meter unter die Grabensohle reichen. Das schaffen Kristof Szymanczak, Norbert Kozlowski, Jan Kästner und Petr Bürger, indem sie die zwei Meter breiten und ebenso langen Stahldrahtstücke seitlich mit Bewehrungsstahlstangen stabilisieren. Der Maschendraht wird im Sandwich-Verfahren zwischen zwei Stahlplatten geschraubt. Dieses Konstrukt wird dann per Kranramme in den Grabenrand gerammt. Im Anschluss werden die beiden Stahlplatten wieder einzeln herausgezogen, der Draht bleibt im Grabenrand. Die einzelnen Drahtplatten überlappen sich um 20 Zentimeter, so dass die Biber auch keine Lücke finden. Oberhalb dieser Sohlesicherung legen Patrick Bretschneider und Mick Krüger die Horizontalmatten auf die Böschung.

Das Verfahren erspart die teuren Spundwände. Auf 1,3 Kilometer Länge wird nun das Referenzstück gesichert. "Wir wollen das Verfahren als Patent anmelden und hoffen, dass es sich durchsetzet", erklärte IWT-Chef Kai Herrmann, der selbst im Oderbruch wohnt und die Bedeutung der Erfindung gut wertschätzen kann.

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