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Kommunalwahl
Auszeit vom Dorfparlament

Braucht Abstand: Gemeindevertreter Kenneth Anders
Braucht Abstand: Gemeindevertreter Kenneth Anders © Foto: Nadja Voigt
Nadja Voigt / 15.04.2019, 21:25 Uhr
Croustillier (MOZ) Die Kommunalwahlen stehen kurz bevor. Und damit werden auch die Sitze in den Gemeindevertretungen neu verteilt. Nicht mehr zur Wahl gestellt hat sich für die Gemeinde Oderaue Kenneth Anders aus Croustillier.

"Ich muss mir erst einmal eine neue Haltung erarbeiten, brauche Abstand", sagt Kenneth Anders. Die letzten fünf Jahre als Gemeindevertreter in Oderaue waren intensiv, auch sein Beruf im Programmbüro des Oderbruch-Museum Altranft lässt ihm wenig Zeit. Allerdings schließt der 49-Jährige Familienvater nicht aus, sich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zur Wahl zu stellen. Denen, die nun nachfolgen, wünscht er, dass ihnen Anerkennung für ihren Mut, sich aufstellen zu lassen, zuteil wird. Denn wie sehr man als Gemeindevertreter im Fokus steht, weiß er nun sehr gut. Und auch, dass man sich manchmal zu Dingen äußern muss, zu denen man sich eigentlich nicht äußern will. Oder Abstimmen muss, obwohl man eigentlich noch nicht so weit ist. "Der Entscheidungsdruck ist enorm", sagt Anders. Zwar gebe es von der Amtsverwaltung sorgfältig und vor allem rechtssichere Vorlagen, wie er betont. "Doch es wird immer schwieriger, Gestaltungsspielräume zu finden, wo man gestalten kann." Herauszufinden, wie man agieren muss, um gestalten zu können, sei eine der größten Herausforderungen, findet er rückblickend.

2014 war er für die Wählergruppe "Weitblick Oderaue" angetreten. Auch, um sich für eine bessere Diskussionskultur in der Gemeinde zu engagieren. "Damit die Auseinandersetzungen nicht so heftig und unversöhnlich ablaufen", erinnert er sich. Vor allem beim Thema Windenergie. Zu diesem Thema gab es seither intensive Diskussionen. Die auf seinen Antrag, den er gemeinsam mit Altreetz´ Ortsvorsteher Ulrich Leupelt einbrachte, versöhnlich endeten. "Bevor wir als Gemeindevertretung auseinander gehen, sollten wir noch einmal klar stellen, das wir weder für, noch gegen Windkraft sind, sondern einmal sagen, das die Regionale Planungsgemeinschaft rechtens gearbeitet hat", sagte Kenneth Anders damals zum Anliegen seines Antrages. "Das befreit die neue Gemeindevertretung und wir können unseren Frieden schließen." Zwischen den verschiedenen Interessen zu vermitteln, darin sah und sieht er die Aufgabe eines Gemeindevertreters. "Und keine Grundsatzkonflikte austragen. Wir setzen Gesetze um und erlassen keine."

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