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Astrofotograf
Ferne Galaxien im Blick

Anett Zimmermann / 22.04.2019, 07:00 Uhr
Hohenwutzen (MOZ) Das mit den Hobbys ist aber immer so eine Sache. Für Michael Müller muss der Himmel klar sein. "Auch ich hatte mir zu Beginn vorgestellt, wenigstens einmal in der Woche durch mein Teleskop zu schauen", erzählt er lachend. Doch so oft lasse es das Wetter gar nicht zu, dafür aber meist einige Tage, besser Nächte, hintereinander. Aber selbst dann braucht er Geduld. Nicht nur wegen einzelner Wolken, die den Blick beeinträchtigen könnten.

Michael Müller will mehr als nur beobachten – er möchte fotografieren. Einige seiner beeindruckenden Aufnahmen waren im Februar bereits bei einer Ausstellung der Eberswalder Sternenfreunde im Jugend-, Kultur-, Bildungs- und Bürgerzentrum "Offi" in Bad Freienwalde zu besichtigen. In der Konzerthalle in St. Georg soll diese ab 26. Juni noch einmal zu sehen sein.

Auf die Sternenfreude habe ihn sein Schwiegervater vor einem Jahr aufmerksam gemacht. Seither fahre er regelmäßig zu den Treffen, sagt Michael Müller und fügt hinzu: "Ich will nicht im eigenen Saft schmoren." Doch genau so habe alles angefangen. "Ich bin vor fünf Jahren per Zufall auf einen Konfigurator für Teleskope gestoßen. So etwas kennt man ja eher von Autos", blickt der 57-Jährige zurück, der als Programmierer in Strausberg arbeitet.

Die anhand eigener Vorstellungen und Tipps in Internetforen zusammengestellte Astroausrüstung habe etwas mehr als 1000 Euro gekostet. "Das war bezahlbar, aber da überlegt man schon", sagt Müller. Zumal seine Frau anfangs gedacht habe, er stecke in der Midlife Crisis. Ein Jahr später hat sich der Vater zweier erwachsener Kinder für den Kauf entschlossen. "Die Anforderungen sind einfach höher, wenn man fotografieren möchte", nennt er einen Grund für die vermeintliche Verzögerung. "Ich habe mich weiter eingelesen."

Während er nun spätabends sein Teleskop aufbaut, schaue seine Frau fern und schlafe dann später meist, wenn er immer wieder gen Himmel blickt, Fotos der Kamera überprüft und falls nötig, auch die Einstellungen des Teleskops verändert. Aufnahmen holt er sich zwischendurch per USB-Kabel aufs Handy. "Temperaturveränderungen können zu Unschärfen führen", erläutert Michael Müller. Auf Licht versucht er dennoch möglichst zu verzichten. "Die Augen brauchen eine Weile, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen", erklärt er und weiß von strengen Regeln bei Teleskop-Treffen wie zum Beispiel in Herzberg.

Wirklich dunkel werde es aber auch in Hohenwutzen nicht. "Richtung Polen kann ich den Himmel vergessen. Die Beleuchtung des Polenmarkts auf der anderen Seite der Oder strahlt bis hierher." Über das Thema Lichtverschmutzung hat Müller kürzlich einen Vortrag bei den Sternenfreunden gehalten. "LED-Lampen sparen zwar Energie, geben oft aber mehr Licht ab. Dabei kann man sie ebenfalls dimmen oder ganz ausschalten", sagt er und schlägt den Bogen zum zurzeit viel diskutierten Insektensterben. "Pro Straßenlaterne sterben pro Nacht bis zu 150 Insekten. Wir haben acht Millionen Straßenlampen."

Sein Augenmerk gilt zurzeit jedoch M60. "Das ist ein helles Objekt aus dem Messier-Katalog", entgegnet er auf Nachfrage und verweist auf den französischen Astronomen Charles Messier (1730–1817). "Ich suche Galaxien, Nebel und Kugelsternhaufen, die ich noch nicht fotografiert habe. Und davon gibt es noch reichlich, ein paar Hundert, die in Frage kommen."

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