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Garten
Im Reich der Pflanzen

Markus Kluge / 02.05.2019, 14:00 Uhr
Königshorst (MOZ) Im Garten von Ines Arndt in Königshorst könnten mit viel Fantasie ganz große Märchen entstehen. Wer sich dort eine Weile aufhält, trifft hinter dem Götterbaum auf Silberlocke, die Königin der Nacht, Grafensteiner, einen japanischen Duftschneeball und noch ein paar Kandidaten mehr, die allein vom Namen her das Potenzial für eine Hauptrolle haben.

Für Ines Arndt spielen aber alle die Hauptrolle – alle ihre Pflanzen auf mehr als 1500 Quadratmetern Fläche – selbst dann, wenn es sich nur um ganz gewöhnliche Gewächse handelt, die jedes Kind kennt. Über etwa 25 Jahre hinweg ist der Garten an der alten Brennerei entstanden. "Es hat mal jemand gesagt: Bei uns machst du die Gärten schön, aber wer weiß, wie es bei dir Zuhause aussieht", sagt die 48-Jährige und lacht. Dieser Spruch einer Kundin war für die Garten- und Landschaftsbauerin ein großer Ansporn, sich auch daheim zu verwirklichen, den Beruf als Hobby auszuleben. Gute vier Stunden kostet sie das nach Feierabend noch einmal extra, ihre Mutter und ihr Mann packen aber ebenfalls mit an. "Das Rumpuddeln hier ist für mich aber auch eine absolute Erholung", sagt Ines Arndt. Während andere Menschen hinter oder auf dem Rasenmäher fluchen, könne sie dabei abschalten. Und auch der Regen der vergangenen Tage war für die Gartenliebhaberin ein Segen. "Es war seit November viel zu trocken", sagt sie. Dank guter Pflege und Bewässerung leuchten auf ihren Beeten trotzdem Pflanzen in allen Farben. Ein absoluter Hingucker in der Sonne ist dabei die Königin der Nacht. Dabei handelt es sich um eine Tulpe mit nahezu schwarzen Blüten. "Das sind die dunkelsten Tulpen überhaupt", sagt Ines Arndt. Gleich daneben wächst ein Tulpenbaum, dessen Knospen sich erst in ein paar Wochen öffnen. Dieser dürfe nicht mit der Magnolie verwechselt werden, die auch unter diesem Namen bekannt ist. Ihr Gewächs wird bald knallgelbe Blüten mit einem Durchmesser von etwa 15 Zentimetern zeigen. Der Baum, der aus dem fernen China stamme, werde dort gut 40 Meter hoch und sei dann natürlich auch ein entsprechender Hingucker.

Im asiatischen Stil geht es auf der Fläche gleich weiter. Ein Busch mit bommelartigen Blütendolden macht nicht nur optisch auf sich aufmerksam, er verströmt auch einen süßen, angenehmen Geruch. Der Name Japanischer Duftschneeball liegt nahezu auf der Hand. Dessen direkter blühender Nachbar ist wiederum ein ganz alter Bekannter. "Ein Grafensteiner, eine ganz alte Apfelbaumsorte, die ich selbst veredelt habe", sagt Ines Arndt nicht ohne Stolz. Denn bevor sie dieses gärtnerische Kleinod geschaffen hat, absolvierte sie ihre Lehre in einer Ketziner Baumschule und war dann in Schwerin und Pinneberg tätig, wo es eines der größten zusammenhängenden Baumschulengebiete der Welt gibt. Aber auch bei Ines Arndt war irgendwann der Wunsch größer, wieder in die Heimat zurückzukehren.

Mitgebracht hat sie auch einen Götterbaum, der schnell gen Himmel wächst und gerne in Großstädten gepflanzt wird. Um die Ecke steht Silberlocke, ein Nadelbaum, der auch unter dem schmucklosen Namen Korea-Tanne bekannt ist. Weil sich ihre Nadeln aber kräuseln, komme es zu dem Beinamen Locke. Ein absoluter Hingucker sind aber die bläulich schimmernden Zapfen am Baum, sagt Arndt.

Bei so vielen Arten, die normalerweise nicht im Luch wachsen, drängt sich die Frage auf, ob sich einige ihrer Pflanzen nicht unkontrolliert verbreiten und Silberlocke & Co zum Ärger von Forst und Umweltschützern plötzlich an anderen Stellen Wurzeln schlagen. "Ich nutze nur veredelte Pflanzen, die sich nicht ohne Weiteres verbreiten können", betont die 48-Jährige. Es sei ihr auch besonders wichtig, keine invasiven Arten wie Goldrute oder Essigbaum anzubauen, die sich ausufernd verbreiten und anderen Pflanzen das Leben schwer machen: "Als Garten- und Landschaftsbauerin weiß ich, wie schwer es ist, die wieder loszuwerden."

Ines Arndts Garten ist aber nicht nur zum Angucken da. "In unserem Hausgarten spielt sich alles ab", sagt sie. Radtouristen hatten mal eine Pause bei ihr eingelegt und sich dann den ganzen Tag im Grünen aufgehalten.

An diesem Sonnabend öffnet Ines Arndt ihren Garten für alle. Jeder kann vorbeikommen, sich inspirieren lassen oder auch Tipps vom Profi holen. Auch bei Obst und Gemüse kann sie helfen. Denn die Familie versucht sich weitgehend selbst zu versorgen, mit einem Angebot, bei dem kein Supermarkt mithalten kann. 50 verschiedene Sorten Minzen, vier Sorten Basilikum, zig Sorten Tomaten, Salate, Knoblauch, Gurken, Paprika und Kohl gedeihen aktuell. "Wir machen auch unser Sauerkraut selbst", sagt Arndt. Und Birnen-Kompott von der Schweizer Hose ist vielleicht auch bald drin. Diese seltene Sorte, die ihren Namen von der Schweizer Garde bekommen hat, weil deren Hosen genau so bunt gestreift sind wie die Früchte am Baum, hat sie erst gepflanzt.

Offener Gartenund Leseraktion

Ines Arndt lädt für Sonnabend, 4. Mai, von 10 bis 18 Uhr zum "Offenen Garten", An der Brennerei 1, nach Königshorst ein. Für das leibliche Wohl ist mit Bärlauch-Tarte, Gegrilltem, Kuchen und Getränken gesorgt.Haben auch Sie einen schönen Garten, den Sie gerne einmal vorstellen möchten? Dann melden Sie sich telefonisch unter 03391 455322 oder lokales@ruppiner-anzeiger.de. Zudem suchen wir in unserer Leseraktion "Mein schöner Garten" die schönsten Fotos aus Ihrem grünen Zuhause. Senden Sie diese per Post an Oranienburger Generalanzeiger, Lehnitzstraße 13, 16515 Oranienburg oder per Mail an aktion@moz.de. Zu gewinnen gibt es Baumarkt-Gutscheine. ⇥kus

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