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Gleich sechs Mitglieder des Dorfvereins Landin kandidieren am 26. Mai erstmals für die Gemeindevertretung Mark Landin.

Wahlvorbereitung
Lebenswerte Orte, kurze Wege

Motivierte Kandidaten: Marcel Duckert, Dirk Jendryke, Dana Stumpf, Marko Stumpf und Roy Blacha (von links) stellen sich neben Edelgard Frischmuth (wegen Krankheit nicht im Bild) für die Gemeindevertretung Mark Landin zur Wahl. Sie haben sich zur Wählergruppe "Zukunft! Jetzt! Zusammen" zusammengeschlossen.
Motivierte Kandidaten: Marcel Duckert, Dirk Jendryke, Dana Stumpf, Marko Stumpf und Roy Blacha (von links) stellen sich neben Edelgard Frischmuth (wegen Krankheit nicht im Bild) für die Gemeindevertretung Mark Landin zur Wahl. Sie haben sich zur Wählergruppe "Zukunft! Jetzt! Zusammen" zusammengeschlossen. © Foto: Kerstin Unger
Kerstin Unger / 04.05.2019, 06:30 Uhr
Landin (MOZ) Die Wahlvorschläge für die neue Gemeindevertretung von Mark Landin lassen aufhorchen. So viele neue Namen hat wohl vor einigen Wochen niemand auf dem Wahlzettel erwartet. Allein sechs Mitglieder des Landiner Dorfvereins haben sich zur Kandidatur entschlossen. Sie treten am 26. Mai als Wählergruppe "Zukunft! Jetzt! Zusammen!" an. Es sind Frauen und Männer, die auch sonst eine Menge ehrenamtlich für ihren Ort tun.

Man habe viel miteinander gesprochen und sei zu dem Schluss gekommen, dass es gut wäre, wenn sich mehr Kandidaten aufstellen ließen. "Und es wäre schlau, wenn wir uns zur Wahl stellen", erzählt Dana Stumpf. Zuerst waren es drei Leute. Schließlich wurden es immer mehr.

Was man gemeinsam erreichen kann, zeigte der Kreiswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Dafür habe es keine Unterstützung von der jetzigen Gemeindevertretung gegeben. Die Landinitiative mit vielen dazugekommenen Einwohnern habe Ideen zusammengetragen und versucht, sie einzubringen oder zumindest aufzunehmen. "Dabei wurden wir zum Teil ausgebremst", berichtet Dana Stumpf. "Wir haben versucht, Konzepte aufzustellen. Das kam nicht an."

Deshalb wollen die sechs Landiner sich nun selbst zur Wahl stellen. Die Flyer, auf denen sie sich vorstellen, haben sie persönlich in alle Briefkästen in den drei Orten der Gemeinde gesteckt.

"Landin ist ein spezielles Dorf, wir haben zwei Ortskerne und so viel touristisches Potenzial, allein schon was Baudenkmäler betrifft", sagt Marco Stumpf. "Wir brauchen Konzepte für den Erhalt und eine bessere Ausschilderung, das kostet nicht viel Geld." Bei der Auswertung des Landes-Wettbewerbs, an dem man nach dem Sieg auf Kreisebene teilnahm, habe man gelernt, dass man ein Konzept in der Schublade haben sollte, wenn sich Fördermöglichkeiten bieten. Dann erst mit der Planung anzufangen, sei zu spät.

Als erstes müsse aber mal Ruhe in die Gemeinde gebracht werden, erklärte Marcel Duckert, der in zwei Orten Landwirtschaft betreibt. "Wir wollen auch erreichen, dass die Gemeinde Mark Landin enger zusammenrückt. Dazu gehören kurze Verbindungswege."

"Viele von uns haben Kinder. Wir wollen was für ihre Zukunft tun, damit sie sich in den nächsten Jahren noch hier zu Hause fühlen", meint Dana Stumpf. Dazu gehöre auch, die Interessen der Jugend im Blick zu haben.

Alle drei Dörfer hätten viele schöne Ecken. Die müsse man zur Geltung bringen und vernetzen. Ein gemeinsames Konzept müssen her, um Touristen anzulocken. "Und man darf den Weitblick nicht verlieren, sagt Marco Stumpf.

Dirk Jendryke war bei der Auswertung der Untersuchungsergebnisse für die langfristige Dorf­entwicklung dabei und stimmt dem Planer zu, dass das Wegenetz auszubauen ist. "Wir müssen mehr Tourismus herbekommen", sagt er. Kulturell tut sich schon etwas, zum Beispiel mit der Gründung des Freundeskreises Speicher und Schloss sowie der Kindergruppe des Schlosstheaters in Landin. Man könne mehr machen als das Schlossfest, ist die Meinung der sechs Kandidaten.

"Wir haben bisher ein positives Feedback bekommen", so Dana Stumpf. Ganz wichtig sei der neuen Wählergruppe aber auch die Transparenz der Entscheidungen. Man müsse Probleme mit den Leuten klären, sie mitnehmen und informieren, statt sie aufzufordern, Anträge zu stellen, wenn sie Anliegen haben. Zu den konkreten Maßnahmen, die in Landin nötig wären, fällt den Kandidaten die Straßenbeleuchtung ein. Und dass in Hohenlandin ein Wartehäuschen an der Bushaltestelle fehlt.

Alle sechs Frauen und Männer sind gespannt, was der Wahltag bringt und wer es in die neue Gemeindevertretung Mark Landin schafft. Auch wenn bei insgesamt 20 Bewerbern nicht alle hineinkommen, wollen sie weitermachen und sich für ihr Dorf engagieren. Die nächste Wahl kommt bestimmt.

Wählergruppe "Zukunft! Jetzt! Zusammen!"

Sechs Kandidaten aus dem Dorfverein Landin:

Dirk Jendryke, Feuerwehrmann, verheiratet, zwei Kinder. Seine Familie betreibt in Landin einen Ponyhof. Deshalb weiß er, wie sehr attraktive Wege für Wanderer, Radfahrer und Reiter gebraucht werden.

Dr. Dana Stumpf, Zahnärztin, verheiratet, zwei Kinder: Die Kinder und Jugendlichen sind unsere Zukunft. Unsere Dörfer sollen auch für sie attraktiv bleiben.

Dr. Marco Stumpf, Zahnarzt, verheiratet, zwei Kinder: Natur und Menschen müssen im Einklang miteinander stehen. Der Einsatz dafür lohnt sich.

Marcel Duckert, Diplom-Agraringenieur, verheiratet, zwei Kinder: Landwirtschaft bietet Arbeitsplätze und ist neben Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region.

Edelgard Frischmuth, Heilpädagogin, verheiratet, drei Kinder, Dorfvereinsvorsitzende: Das Engagement des Vereinsmitglieder ist ein bedeutender Pfeiler in unserem Leben.

Roy Blacha, Anlagentechniker, verheiratet, ein Kind, Leiter der Kindertheatergruppe: Auch ländliche Regionen bieten attraktive Möglichkeiten, Kulturangebote zu schaffen. Das Kindertheater ist solch ein neues Angebot.

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