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Straßenverkehr
Eichhorst geht vom Gas

Künftig langsamer: Im Ortskern von Eichhorst gilt demnächst Tempo 30. Der Eichhorster Gemeindevertreter Henry Pepinski hatte im Sommer 2018 eine Unterschriftensammlung initiiert, an der sich 300 Bürger beteiligten.
Künftig langsamer: Im Ortskern von Eichhorst gilt demnächst Tempo 30. Der Eichhorster Gemeindevertreter Henry Pepinski hatte im Sommer 2018 eine Unterschriftensammlung initiiert, an der sich 300 Bürger beteiligten. © Foto: susan hasse
Susan Hasse / 04.05.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 04.05.2019, 17:49
Eichhorst (MOZ) Eichhorst hat einen Durchbruch in Sachen Geschwindigkeitsbegrenzung erzielt: Auf der Hauptverkehrsader durch das Dorf wird künftig Tempo-30 gelten. Die frohe Botschaft verkündet Henry Pepinski, Gemeindevertreter der Gemeinde Schorfheide und Eichhorster. Er hat kürzlich einen entsprechenden Brief vom Landrat Daniel Kurth erhalten: Der Landkreis Barnim habe eine verkehrsrechtliche Anordnung erlassen, wonach die Ortsdurchfahrt Eichhorst zum Tempo-30-Bereich wird, heißt es darin. Der geschwindigkeitsbeschränkende Bereich werde im Sinne der Verkehrssicherheit ausgedehnt, heißt es in dem Schreiben weiter. Der Anlage ist zu entnehmen, dass künftig bereits ab der Gaststätte "Zur Schorfheide", bis über die Brücke am Werbellinkanal hinaus Tempo 30 gelten wird. Der Plan der Straßenverkehrsbehörde sieht sechs Schilder vor. Zuständig für die Umsetzung ist nun der Landesbetrieb Straßenwesen.

"Wir haben es endlich geschafft", freut sich Henry Pepinski. Seit immerhin knapp zehn Jahren kämpft der Lokalpolitiker für die Drosselung der Geschwindigkeit im Ortskern. Pepinski hatte im Sommer 2018 eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen und eine Unterschriftensammlung gestartet. Binnen kürzester Zeit kamen 300 Unterschriften zusammen, für einen Ort mit 428 Einwohnern eine stattliche Zahl. "Auch viele Ausflügler haben unterschrieben", berichtet Pepinski. Er wolle allen Unterstützern danke sagen, so Pepinski. Die Aktion habe gezeigt, dass man etwas bewegen kann, wenn man nur hartnäckig bleibt.

Unterschriftenliste im Herbst

Die Unterschriftenliste hatte Pepinski schließlich im Herbst an die Gemeindeverwaltung nach Finowfurt sowie an die Verkehrsbehörde des Landkreises geschickt, um den Wunsch der Eichhorster nach Tempo-30 zu untermauern.

Jahrelang hatte auch der Ortsbeirat mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung Schorfheide versucht, den Ortskern verkehrsberuhigter zu gestalten. Eine handvoll Anträge schickte der Ortsbeirat an die zuständigen Stellen und kassierte Absagen. Zuletzt wurde versucht, einen Fußgängerüberweg genehmigt zu bekommen. Doch auch dies wurde von der Straßenverkehrsbehörde abgelehnt.

Profitieren würde von einer Tempo 30-Zone vor allem der Tourismus, ist Henry Pepinski überzeugt. In den vergangen-en Jahren habe das Verkehrsaufkommen im Dorf stetig zuge-nommen. Sein Sohn betreibt direkt an der Durchfahrtsstraße in Eichhorst die Eisdiele "Eiszeit". Gerade wenn größere Gruppen mit Kindern Eis kaufen, störte der durchfahrende Verkehr erheblich.

Werbellin erhält Absage

Zuständig für die Einrichtung von  Tempo 30-Zonen ist die Untere Verkehrsbehörde des Landkreises. Sie muss dafür sorgen, dass der Verkehr fließt und tut sich schwer, die gesetzlich vorgeschriebenen Geschwindigkeiten zu drosseln. Eine Absage hat beispielsweise Werbellin erhalten. Die Badegäste, die im Sommer zum Üdersee durchs Dorf rauschen, sind den Anwohnern ein Dorn im Auge. Eine ähnliche Situation gibt es auch in Altenhof und Böhmerheide: Hier wünschen sich die Anwohner ebenfalls Tempo 30.

An die neue Langsamkeit in Eichhorst können sich die Einwohner bereits ab kommenden Montag gewöhnen. Da kommt es aufgrund der geplanten Sanierung des Bürgersteigs zu einer halbseitigen Sperrung der Straße. Bis Ende Mai kann durch den Ort nur geschlichen werden.

Wissenswertes zurTempo-30-Zone

Eine Tempo 30-Zone darf laut Straßenverkehrsordnung nur aus zwei Gründen eingerichtet werden: Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, insbesondere bei Schulwegen sowie zur Verbesserung der Wohn- und Aufenthaltsqualität. Einen ersten Modellversuch gab es 1983 in Buxtehude. Die erste Tempo-30 Zone wurde 1988 in München eingerichtet. Heute sind sie in vielen Wohngebieten üblich. ⇥sha

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