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Familienministerin Franziska Giffey besucht das Justus-Delbrück-Haus in Jamlitz. Dort spricht sie mit Jugendlichen.

Soziales
Ein Zuhause im alten Bahnhof gefunden

Im Gespräch: Familienministerin Franziska Giffey besuchte das Justus-Delbrück-Haus in Jamlitz. Der Jugendhilfeverein Kuruna bietet hier jungen Menschen ohne Wohnsitz ein Zuhause.
Im Gespräch: Familienministerin Franziska Giffey besuchte das Justus-Delbrück-Haus in Jamlitz. Der Jugendhilfeverein Kuruna bietet hier jungen Menschen ohne Wohnsitz ein Zuhause. © Foto: Andreas Duellick
MOZ / 07.05.2019, 07:45 Uhr
Jamlitz (MOZ) Im Bahnhof Jamlitz haben sich vor etwa 10 Jahren Mitarbeiter und Freunde des Berliner Vereins Karuna auf den Weg gemacht, das alte Bahnhofsgebäude wiederzubeleben.

Mit viel Unterstützung aus der Region von Unternehmen und Anwohnern sowie aus dem Umfeld vom Jugendhilfeverein Karuna aus Berlin sei das "Justus-Delbrück-Haus I Akademie für Mitbestimmung Bahnhof Jamlitz" mittlerweile ein lebendiger Ort in der Region geworden, so der Verein.

Der "Bahnhof" ist vorübergehendes Zuhause für Jugendliche und junge Erwachsene, die am gesellschaftlichen Abseits leben. Zu ihnen gehören die Jugendlichen von "MOMO – the voice of disconnected youth", der Jugendinitiative für entkoppelte und obdachlose Jugendliche. An diesem Tag löste Franziska Giffey ihr Versprechen ein, die MOMOs – wie sie sich selbst nennen – im Bahnhof Jamlitz zu besuchen, ihnen zuzuhören und gemeinsam mit Hilfe ihrer Erfahrungen nach Lösungen für die verschiedenen Probleme zu suchen. Auch lud sie die Jugendlichen erneut zur Mitwirkung an der Reform des Kinder- und Jugendhilferechts ein.

An diesem Tag kamen auch einige Jugendliche selbst zu Wort. Sie waren eigens aus dem gesamten Bundesgebiet (NRW, Hamburg, Berlin) angereist. Pinky, Habib, Trietze und Flo sprachen über ihre eigenen Erfahrungen mit dem Bahnhof. Er sei ihr Zuhause und sie seien froh, dass sie sich dort treffen, besprechen und organisieren können.

Ihr Ziel ist eine Veränderung der Jugendhilfe zum Besseren und sie werden ungeduldig: "Wir wollen nicht mehr warten, nicht mehr ruhig bleiben, fragen und betteln, denn die Probleme sind real. Wir wollen sichtbare, nein fühlbare Veränderung, denn wir sind viele und wir sind eure Zukunft. Unsere Angst, unser Schmerz und unsere Probleme sind real" so Trietze. "Wir alle müssen verstehen, dass jeder Mensch, ob groß oder klein, sauber oder dreckig, mit oder ohne Zuhause wertvoll ist."

Carsten Saß, Beigeordneter und Dezernent für Soziales, Jugend, Gesundheit und Kultur des Landkreises Dahme-Spreewald betonte, wie sehr er sich über das Engagement im Justus-Delbrück-Haus und dessen Wirkung für die Region freute. "Ihre Arbeit und euer Wirken leistet einen wichtigen Beitrag für diesen Landkreis und ich hoffe auf weitere Jahre mit euch hier."

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