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Helga Kowatzky, ehrenamtliche Bürgermeisterin von Höhenland, hat jetzt ihre letzte Gemeindevertretersitzung geleitet. Nach zwei Legislaturperioden kandidiert sie nicht mehr.

Abschied
Von Zwangsfusion zu Gemeinschaft

Jörg Schleinitz, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Höhenland, verabschiedet Bürgermeisterin Helga Kowatzky sowie den Gemeindevertreter  und Kreistagsabgeordneten Wilhelm Manzel (Bauern, v. l.). Beide kandidieren bei der Kommunalwahl nicht mehr.
Jörg Schleinitz, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Höhenland, verabschiedet Bürgermeisterin Helga Kowatzky sowie den Gemeindevertreter  und Kreistagsabgeordneten Wilhelm Manzel (Bauern, v. l.). Beide kandidieren bei der Kommunalwahl nicht mehr. © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 14.05.2019, 07:00 Uhr
Höhenland (MOZ) Die letzten Jahre waren wirklich toll", zog Helga Kowatzky Bilanz. Die Zusammenarbeit mit den Gemeindevertretern hätte besser nicht sein können. Sie trafen sich regelmäßig zu Arbeitsberatungen, so dass in den Gemeindevertretersitzungen nur noch wesentliche Punkte diskutiert werden müssen. Die Streits, die die Bürgermeisterin mit einzelnen Gemeindevertretern in den ersten Jahren erleben musste, blieben in der zweiten Legislaturperiode aus.

Die Jahre seien durchaus turbulent gewesen. "Ich war noch gar nicht richtig in mein Amts eingeführt, als die Fördermittel für die Hülle des Gutshauses Wölsickendorf und für die Sanierung der Knödelallee beschieden wurden", erinnerte sich Helga Kowatzky an die Anfänge.

Ortsteile wachsen zusammen

In ihrer Amtszeit sei einiges passiert. So konnte die Sanierung des Gutshauses Wölsickendorf weiter voran getrieben werden. Es hat sich zu einem Gemeindezentrum entwickelt, das von den Bewohnern aller Ortsteile genutzt wird und anerkannt ist. Auch insgesamt seien die Ortsteile zusammengewachsen, obwohl 2003 teilweise zwangsfusioniert.

Eines der Projekte, an denen die Gemeinde noch arbeitet, ist der Radweg entlang der B 158 zwischen Leuenberg und Steinbeck. "Wir haben ein Problem mit den Landeigentümern", so die Bürgermeisterin. Doch inzwischen habe sich der Landkreis eingeschaltet und bietet Geld zum Ankauf an.

Gemacht worden sei die Friedhofsmauer in Leuenberg, so Helga Kowatzky. Sie lobte den Einsatz von Enrico Radeke, Gemeindevertreter und selbstständiger Bauingenieur, der bei den Baumaßnahmen bis auf die Dächer gestiegen sei, um den fachgerechten Ablauf der Bauarbeiten zu überprüfen. Der Wollenberger sei ihr stets ein große Hilfe gewesen. Höhenland stemmte einige Investitionen an ihren gemeindeeigenen Häusern. Diese werden nicht mehr von der Heckelberger Wohnungswirtschaft (HeWoWi) verwaltet, sondern von einem anderen Unternehmen in Bad Freienwalde. "Wir waren nicht mehr zufrieden", so Helga Kowatzky.

"Eine problematische Geschichte spielen die Windkraftanlagen, die ohne Zustimmung der Gemeinde gebaut werden", sagte sie. Wenn die Gemeindevertreter den Bau ablehnten, ersetzte das Landesamt für Umwelt die Entscheidung. Der Bau von Windrädern ist in Deutschland privilegiert. "Ich hoffe, dass  sich möglichst viele Menschen der Bürgerinitiative anschließen, wenn eine Windkraftanlage im Wald gebaut wird", sagte Helga Kowatzky. Gemeint ist die neue Bürgerinitiative in Brunow, die sich gegen den Bau von Windrädern im Wald zwischen Brunow und Freudenberg wehrt.

Die Pleite des Bodenverbandes Stöbber-Erpe erwischte die Gemeinde Höhenland hart, betonte die Bürgermeisterin. Die Gemeinden musste für den entstandenen Schaden mit aufkommen, was bei Höhenland ein Loch von 200 000 Euro in den Haushalt riss. Für ein Dorf wie Höhenland bedeutet dies ein finanzielles Fiasko "Wir mussten ins Haushaltssicherungskonzept und konnten viele geplante Investitionen nicht umsetzen", so Helga Kowatzky.

Kita gut ausgelastet

Dennoch habe die Gemeindevertretung immer versucht, die Vereine und die Feuerwehr zu unterstützen. Auch die Entwässerung in Leuenberg sei realisiert worden, dass nicht mehr alles unter Schlamm verschwand. Froh sei sie darüber, dass die Kita in Leuenberg mit 49 Plätzen immer gut ausgelastet sei. Nach zwölf Jahren erhalte die Einrichtung nun eine neue Küche. Die Gemeinde veranstaltet auch regelmäßig Feste. Das Dorffest feiern die drei Ortsteile gemeinsam, dieses  Jahr sei Leuenberg an der Reihe, so Helga Kowatzky. Zu den Traditionen gehöre auch die Frauentagsfeier, die Feier am Tag der deutschen Einheit sowie die Seniorenfeier  in der Vorweihnachtszeit.

Helga Kowatzky zieht sich aus Altersgründen zurück. Einziger Kandidat für ihre Nachfolge ist Kasten Eschner (53), der seit zweieinhalb Jahren in Wölsickendorf wohnt.

Gemeinde aus drei Ortsteilen

Die Gemeinde Höhenland ist ein Zusammenschluss Dörfer Leuenberg, Steinbeck und Wölsickendorf-Wollenberg. Die Großgemeinde entstand bei der Gemeindegebietsreform im Jahr 2003. Die damalige Gemeinde Wölsickendorf-Wollenberg verweigerte die Zwangsfusion und klagte beim Landesverfassungsgericht. Sie konnte sich jedoch nicht durchsetzen und verlor das Verfahren.

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