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Das Dorf schmückt sich fürs Feiern. Die Festschrift berichtet über gute und schlechte Zeiten, fleißige Bürger und Prominente sowie viel Tradition.

Jubiläum
Blumenhagen wird 750

Dietmar Rietz / 17.05.2019, 06:15 Uhr
Blumenhagen (MOZ) Ein weiteres Ortsjubiläum wird gefeiert. Stendell jubelte 2018 zum 700. Geburtstag. Blumenhagen wird in diesem Jahr 750 Jahre alt. Damit gehört der Ort wie Vierraden, Kunow und Gatow zu den Schwedter Ortsteilen, deren Existenz im 13. Jahrhundert schriftlich belegt wurden. Über 750 Jahre hat der kleine Ort, in der Gefahrenzone der Grenzstreitigkeiten zwischen Pommern und Brandenburgern gelegen, sich trotz Zerstörungen und Rückschlägen behauptet, heißt es in der Festschrift. Möglich war dies durch die Verbundenheit und dem Zusammengehörigkeitsgefühl der Blumenhagener. Das bestätigt auch der frühere Ortsvorsteher Reinhold Protschko.

Historische Ereignisse haben immer wieder ihre Schatten über Blumenhagen geworfen. Im 30-jährigen Krieg wurde der Ort zerstört. Die Verfolgung der Hugenotten in Frankreich spült Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts Flüchtlinge ins Dorf und lässt den Tabakanbau erwachen. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg zahlen die gefallenen Blumenhagener den Blutzoll. Bis zur Eingemeindung nach Schwedt reicht die Einflussnahme großer und kleiner Politik aufs Dorfleben. Ende 2018 lebten im Ortsteil 210 Menschen.

Die große(n) und kleine(n) Dorfgeschichte(n) werden sich auch bei Festempfang am 13. Juni anlässlich der 750-Jahr-Feier und beim Festumzug am 15. Juni widerspiegeln. Das Festkomitee, zu dem die waschechte Blumenhagenerin Marianne Wendt und Martina Heese gehören, bereitet das Ereignis seit zwei Jahren vor. Das Festjahr ist am 27. April eröffnet worden, dem Tag an dem vor 750 Jahren die Urkunde ausgestellt worden sein soll, in dem "Blomenhagen" wahrscheinlich erstmals erwähnt wurde. Am 23. Mai steigt die 750-Jahre-Party für die Senioren und am 1. Juni das Fest für die Blumhagener Kinder.

Der Festumzug durchs Dorf soll sich am 15. Juni um 11 Uhr in Bewegung setzen. Rund 40 Geschichtsbilder sind geplant. Der Schwedter Bürgermeister Jürgen Polzehl und seine Gattin werden sich in historische Kostüme zwängen, ebenso wie Ortsvorsteher Jens-Uwe Kühnel und seine Frau, um den Zug anzuführen. Die Zuschauer werden viele historische Persönlichkeiten entdecken, ein lebendiges und buntes Geschichtspanorama erleben.

Aber Blumenhagen kennt etliche prominente, fleißige Bürger. Wussten sie, dass der erste Deutsche im All, Siegmund Jähn, 1977, ein Jahr vor seinem Weltraumflug das uckermärkische Blumenhagen besucht hat? Seit 1955 schon war er mit Günter Ballentin befreundet. Sigmund Jähn war für einige Jahre Jagdflieger in Marxwalde. Der gebürtige Vogtländer liebte die weite Landschaft der Uckermark. Mit den Kampfflugzeugen MiG 17 oder MiG 21 überflog er häufig das Welse-Randow-Tal. Überliefert ist sein waghalsiger Flug im Jahr 1963. In 150 Metern Höhe überflog er Blumenhagen und den Vierradener Burgruinenturm. Aufwärts kreisend, beschrieb er über der Welsemündung und den Müllerbergen zwei Vollkreise. Während seines Besuchs, das belegt ein Foto, spazierte Jähn über die Müllerberge. Nach seinem Besuch wurde im Ort sogar erwogen, die kleine Straße Lauseberg in Sigmund-Jähn-Straße oder Sigmund-Jähn-Weg umzubenennen. Oder wussten Sie, dass der Olympionike und Turneuropameister Philipp Boy in Blumenhagen aufgewachsen ist? Ebenfalls in Blumenhagen groß geworden ist die Kraftsportlerin Christin Toepler. Ihre sportliche Karriere bei den Junioren ging mit fünf Deutschen Meisterinnentiteln im Bankdrücken und vier im Kraftsport zu Ende.

Erinnern wird man sich vielleicht auch an Liselotte Skoppek. Mit der 77-Jährigen feierte Blumenhagen 1998 das 100-jährige Jubiläum des Gasthauses als geselliges Zentrum im Ort. Liselotte Skoppek, geborene Hahn, kam 1995 aus dem Westen nach Blumenhagen zurück und sanierte die ihr gehörende Gaststätte, den Gasthof Hahn. 2004 starb sie in Blumenhagen.

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