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Seit 20 Jahren organisiert der Backofenverein im märkischen Danewitz einen besonderen Höhepunkt für Naschkatzen und ein Treffen der Generationen.

Backofendorf
Zuckerschicht am Steinofen

Andrea Linne / 27.05.2019, 06:45 Uhr
Danewitz (MOZ) Butterflocken müssen sein, erst dann gelingt der Zuckerkuchen optimal. An vier Feldsteinöfen in Danewitz wird dem Namenszusatz Backofendorf am Sonnabend alle Ehre gemacht. Zahlreich sind die Gäste, die sich mit frischen Broten, Streusel-, Zucker-, Kirsch-, Pflaumen-, Apfel-, Rhababerkuchen und Bienenstich eindecken. Etwa hundert Bleche voll wechseln in hungrige Münder, dazu noch gut 200 Brote.

Für den Verein Märkisches Backofendorf Danewitz ist es ein Jubiläum. Seit 20 Jahren existiert die Gruppe aus 30 Aktiven quer durch alle Generationen. Seit März steht Nancy Tepper dem Verein vor. Die 42-Jährige kennt sich ebenso mit Zutaten und Tricks aus, wie die anderen, die sich seit Wochen um die Vorbereitung kümmern. So ein Ofen muss ordentlich beheizt werden. Brigitte Schröter, die von Anfang an im Vorstand mitarbeitet, weiß: "Am besten macht sich Reisig vom Obstbaumschnitt." Auf historischen Fotos einer Ausstellung, die sie vorbereitet hat und gern erläutert, sind riesige Reisighaufen neben den Backöfen zu sehen. Bis 1826 gab es in Danewitz noch zahlreiche Öfen. Die Bauern versorgten sich und ihre Bediensteten damit. Nach Bränden rückten die Feldsteingebilde dann in die Hintergärten. Die Familien Scheuing, Gesche, Cezarek und Behnke sind aktiv dabei. Bei Klockows muss der Ofen repariert werden. "Wir werden dabei helfen und Geldquellen auftun", ist sich die Vereinsvorsitzende sicher. Dann gehen wieder fünf Öfen an den Start, einen betreibt der Danewitzer Verein.

Gerade holt Ortsvorsteher Detlef Matzke Bleche heraus. "Wenn ich den Ofen heize, sind schon mal 300 Grad Celsius drin, den Kuchen backen wir bei 200 Grad. In Acht Minuten ist ein Zuckerkuchen durch." Nancy Tepper ergänzt: "Wenn das Mehl, das als Test eingestreut wird, zu schnell verbrennt, ist der Ofen zu heiß." Mit den Jahren haben sich die Vereinsmitglieder aber umfangreiche Erfahrungen zugelegt.

Auch andere Gruppen unterstützen das Danewitzer Backofenfest. So sind die Wuckeys aus Biesenthal dabei, die schon seit 15 Jahren über den Wukensee in Biesenthal paddeln und diesmal die zünftige Fraktion bedienen. Die Löschgruppe Danewitz rührt in der Gulaschkanone. Nicht jeder ist schließlich nur Kuchenfan.

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