Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Infrastruktur
Anlieger beklagen hohe Kosten für Entwässerung

Ab Mitte Juni soll die Adolf-Hermann-Straße in Stolpe ausgebaut werden. Die Berliner Wasserbetriebe haben bereits eine große Leitung ins Erdreich gelegt. Dadurch ist die Schlammpiste entstanden.
Ab Mitte Juni soll die Adolf-Hermann-Straße in Stolpe ausgebaut werden. Die Berliner Wasserbetriebe haben bereits eine große Leitung ins Erdreich gelegt. Dadurch ist die Schlammpiste entstanden. © Foto: Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 31.05.2019, 12:30 Uhr - Aktualisiert 31.05.2019, 14:17
Stolpe (Heike Weißapfel) Mit Unverständnis haben die acht Anlieger der Adolf-Hermann-Straße in Stolpe auf einen Brief der Stadt Hohen Neuendorf regiert. Ihre knapp 260 Meter lange Straße wird ab Juni grundhaft ausgebaut. Ob sie anteilig die Kosten dafür tragen müssen, ist abhängig vom laufenden Gesetzgebungsverfahren zu den Straßenausbaukosten. Die Anlieger gehen aber davon aus, dass es sowieso keine erstmalige Herstellung der Straßenentwässerungseinrichtung ist. "Bis in die 1990er-Jahre war die Straße in einem erstaunlich guten Zustand mit einer funktionierenden Regenentwässerung", schrieb Simone Naumannn im Namen der Anlieger an Bürgermeister Steffen Apelt und die Fraktionsvorsitzenden. Doch nach diversen Tiefbaumaßnahmen sei der ursprüngliche Zustand nicht wiederhergestellt worden Das sei in zahlreichen Protokollen der damaligen Gemeindevertretung von Stolpe nachzulesen. Deshalb fordert sie, dass die Stadt die Kosten trägt. Nach ihren Berechnungen müssten die Anlieger jeweils zwischen 8 000 und 10 000 Euro bezahlen.

Das sieht das Bauamt anders. Es sei geprüft worden, ob der (Ausbau-)Zustand vor dem 3. Oktober 1990 den Merkmalen einer endgültigen Herstellung einer Erschließungsanlage nach der entsprechenden Beitragssatzung der Stadt entspreche, so die Pressestelle. Die Prüfungen hätten ergeben, dass die Teileinrichtung "Regenentwässerung" noch nicht erstmalig hergestellt gewesen sei. Folglich müssten sich die Anlieger zu 90 Prozent an den Kosten beteiligen. Die Maßnahme ist mit 80 000 Euro kalkuliert.

Einbahnstraße mit Radstreifen

Für die gesamte Baumaßnahme sind 490 000 Euro veranschlagt. Die Adolf-Hermann-Straße bekommt eine 3,80 Meter breite Fahrbahn aus Natursteingroßpflaster und Betonpflaster, einen einseitigen Gehweg, vier Parktaschen und Regenentwässerung. Es entsteht bis Dezember eine Einbahnstraße in Richtung Dorf mit Radstreifen.

Die Anwohner wandten sich in der Stadtverordnetenversammlung erneut an alle, die meisten hatten den Vorgang allerdings nicht genau parat. Der Bauausschuss hatte sich aber bereits vor geraumer Zeit vor Ort informiert. "Wir haben uns sehr intensiv mit dem Abschnitt und dem Ausbau beschäftigt. Wir haben schon die Variante genommen, die relativ günstig war", erklärte der Ausschussvorsitzende Oliver Jirka (Grüne). Bauamtsleiter Michael Oleck sagte, die Sachlage sei komplex. Er verwies auf eine Gerichtsentscheidung und darauf, dass es für die Anwohner wesentlich günstiger würde, sofern ein neues Straßenausbaugebührengesetz beschlossen wird.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG