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Zweimal im Jahr wird die einzige Betonstrecke im Land auf dem Herzfelder BVO-Firmengelände zum Mekka für Rennfreunde.

Motorsport
Stockcar-Rennen in Herzfelde

Margrit Meier / 03.06.2019, 10:00 Uhr - Aktualisiert 03.06.2019, 17:07
Herzfelde (MOZ) Es rummst. Erde spritzt hoch. Ein Motor heult auf. Räder drehen durch. Das Auto sitzt fest. Dann qualmt es. So, dass die Sicht nach zwei Metern endet. Aus dem zerbeulten Astra F steigt Malte Schrot im roten Overall. Der Rehfelder grinst: "Wenn ich schon nicht mehr weiterfahren kann, dann wollte ich es wenigstens noch mal qualmen lassen." Das dritte Mal ist er als einer von rund 80 Fahrern, auch Frauen sind da-runter, mit seinem Team Hertz beim Stockcar-Rennen auf dem BVO-Gelände in Herzfelde dabei. Dass Aus für ihn, der Opel wird mit Hilfe eines Teleskopladers von der betonierten Rennpisten-Acht gehoben, heißt nicht, dass die Rennen für ihn zu Ende sind.

Reparatur zwischen den Rennen

Denn die Zeit zwischen den Rennen und Pausen nutzen die Stockcar-Verrückten, um an ihren zerbeulten Autos zu schrauben und zu schweißen. Verschobene Getriebe, die das Rückwärts fahren unmöglich machen? Gebrochene Achsen? – Kein Problem. Hoffentlich das Auto fährt noch irgendwie. "Ein geplatzter Reifen ist kein Grund, aufzuhören", sagt Harry Lehmann aus Hoppegarten. Ein offenes Fahrertürgitter schon. Dann wird das Rennen gestoppt. Bis 2010 ist er selbst gefahren. Jetzt agiert der Vollbart als Streckenaufsicht, Helfer, Fotograf, atmet wie alle die abgasgeschwängerte Luft ein. Für seine Kamera hat er sich eine Gummimatte zurechtgelegt. Er darf direkt an die Rennpiste, während die vielen Zuschauer, die mit Kind und Kegel, Picknickdecke und Sonnenschirmen angerückt sind, hinter der blauen Absperrung bleiben müssen. "Sicherheit ist hier das A und O. Für die Zuschauer, aber auch für die Fahrer", betont Veranstalter Björn Janzen, der mit der Nummer 13, einem rosafarbenen Einhorn (Opel Astra), startet. "Wir fahren hier in jeder Klasse mehrere Rennen. Die Fahrer bekommen für das selbstständige Ein- und Ausfahren je einen Punkt. Die Punktzahl entscheidet, wer Sonntag ins Finale kommt."

In der Pause wird gerollert

Kaum ausgesprochen, überschlägt sich die Nummer 57. Sofort gehen die Fahnen hoch, wird das Rennen gestoppt. Lehmanns Kamera fliegt auf die Gummimatte. Das Fahrzeug wird wieder auf die Reifen gestellt. Daumen hoch, dem Fahrer geht’s gut. Beifall kommt vom Publikum. Kurz danach muss eines der drei Rettungsfahrzeuge einen Fahrer zur eigens eingerichteten Krankenstation bringen. Auch da verkündet der DJ wenig später, dass es einen geprellten Arm gab. Das kann passieren. Dann ist Pause. Mit einem Schlag riecht es an der Strecke, die nun von Kindern mit Rollern und Rädern befahren wird, nach Gegrilltem, Sonnencreme und blühenden Robinien.

Sicherheit steht an erster Stelle

Rennregeln Jeder ab 18 kann beim Stockcar-Rennen in Herzfelde mitmachen. Es gibt strenge Vorgaben zu den Fahrzeugen. So müssen komplett Kunstoffteile entfernt werden. Ausgenommen ist das Armaturenbrett. Alle Scheiben, Scheinwerfer und Blinkleuchten müssen entfernt werden. Bei Neubauten darf wegen der Brandgefahr keinerlei Bauschaum verwendet werden. Tank und Kühlung müssen im Inneren des Fahrzeugs angebracht werden. Der Einbau von Überrollbügeln ist ebenso Vorschrift. Es wird in verschiedenen Gewichtsklassen gestartet. Ausführliche Infos: www.stockcar-herzfelde.de. Nächster Renntag: 21./22. September. ⇥mei

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