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Ray Höpfner wehrt sich mit der Initiative "Ufer frei"  dagegen, dass Uferbereiche für die Öffentlichkeit gesperrt werden.

Bürgerprotest
Stahltor und Stacheldraht

Kein Durchkommen zum Wasser: Ray Höpfner an der Uferabsperrung in Werder. Er und seine Mitstreiter setzen sich dafür ein, dass Ufer großer Gewässer zu Erholungszwecken für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben müssen.
Kein Durchkommen zum Wasser: Ray Höpfner an der Uferabsperrung in Werder. Er und seine Mitstreiter setzen sich dafür ein, dass Ufer großer Gewässer zu Erholungszwecken für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben müssen. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 16.06.2019, 10:45 Uhr
Trebatsch (Freie Autorin) Wenn in Briescht am Sonntag der Markt "Kunst & Kultur – Antik & Trödel" stattfindet, steht gleich hinter dem Eingang zur Alten Försterei ein Stand, an dem es nichts zu kaufen gibt. Sein Kennzeichen ist das blaue Andreaskreuz, mit dem die Trebatscher Initiative "Ufer frei" um Mitstreiter wirbt. Hier sitzen, ausgestattet mit Informationsmaterial, Ray Höpfner und seine Mutter Edita aus Trebatsch. "Seit Gründung des Landes Brandenburg ist in jedem Ort ein Stück Ufer versperrt worden", weiß der Diplom-Ingenieur, der als Techniker in Potsdam arbeitet. Er nennt Werder, neuerdings Kossenblatt rund ums Schloss und Briescht gleich am Ortseingang von Kossenblatt als Beispiele.

In Werder ist vor der ersten Brücke Richtung Kossenblatt seit Mitte vorigen Jahres der Weg am Altarm der Spree auf rund 50 Metern nicht mehr durch Spaziergänger und Touristen begehbar. Ein zwei Meter hohes Tor und mit Stacheldraht bewehrter Maschendraht sperren ihn ab. "Dreißig Jahre nach dem Mauerfall gibt es hier neuen Stacheldraht", ist Ray Höpfner fassungslos. "Ludwig Leichhardt würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen." In Werder selbst stehen an drei Grundstücken Blaue Kreuze. In einem wohnt Guntram Simke. Mit der Absperrung am Altarm vor der ehemaligen Eisdiele hat er kein Problem: "Es gibt hier genug Möglichkeiten, an das Wasser zu kommen, und diese Grundstücke gehen seit Jahrzehnten als Privatbesitz bis ans Wasser ran. Den Eigentümern das zu verbieten, wäre Enteignung, und das wollen wir nicht", sagt er. "Bei Neuverkäufen allerdings wird oft das Ufer mit verkauft, obwohl ein Uferstreifen öffentlich zugänglich bleiben muss", ist das, wogegen er sich richtet. Ortsvorsteher Mario Müller ist mit dem Problem vertraut. "Es geht um den Grundsatz Uferfreiheit, und der bringt uns in einen schwer zu lösenden Widerspruch", gibt er zu und verweist auf Privatbesitz.

Auch das kleinste Uferstück

Die Gemeinde habe schon bei besagtem Stück einen Abkauf in Erwägung gezogen oder eine Grunddienstbarkeit, "aber wir sehen das nicht realisierbar". Selbst ein öffentlicher Trampelpfad müsse abgesichert werden, und die Gemeinde habe schon den Wasserwanderplatz und den eingetragenen Fahrradweg in ihrer Verantwortung. "Man kann sonst überall an das Wasser heran. Die Hauptspree ist rechts und links durch einen zehn Meter breiten Uferstreifen zugänglich."

Ray Höpfner kämpft an vielen Fronten bis hoch zur Landesregierung. Er erwartet, dass eine Satzung zum Stopp des Verkaufs von Gewässerrandstreifen erlassen wird. "Auch das kleinste Stück Ufer ist wichtig freigehalten zu werden", argumentiert er. "Wenn jeder sein Grundstück am Wasser absperren könnte, würde bald nichts mehr frei bleiben, weil dann der Gleichbehandlungsgrundsatz greift." Alle seien aufgerufen, sich für "Ufer frei an Spree und See" einzusetzen. Höpfner lädt ein, sich zu informieren und mitzudiskutieren.

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