Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bildungseinrichtung im heutigen Lunower Begegnungszentrum soll nun erst 2020 den Betrieb aufnehmen.

Grundschule Lunow
Start verzögert sich

War schon früher Schule und soll es wieder werden: das Begegnungszentrum von Lunow
War schon früher Schule und soll es wieder werden: das Begegnungszentrum von Lunow © Foto: Julia Lehmann
Julia Lehmann / 21.06.2019, 06:30 Uhr
Lunow In diesem Schuljahr wird die freie Dorfschule in Lunow noch nicht eröffnen können. Teresa und Reinold Jacobi gleichnamigen Verein haben inzwischen zwar Rückmeldung vom brandenburgischen Bildungsministerium. Allerdings werden inhaltliche Nachforderungen gestellt. Gefragt ist mehr Schärfe im Unterrichtsprofil. "Das Ministerium will genau wissen, wie wir unser pädagogisches Konzept umsetzen wollen", sagt Teresa Jacobi, ehemals Glasauer.

Rückblick: Im Mai 2018 hatte die Märkische Oderzeitung über die Idee einer freien Grundschule mitten im Ort berichtet. Genutzt werden Räume in der einstigen Schule, dem heutigen Begegnungszentrum. Schon zum damaligen Zeitpunkt wartete das Paar aus Lunow auf eine Rückmeldung vom Ministerium. Die Verzögerung führt dazu, dass aus der Eröffnung in diesem Jahr eine Hauruck-Aktion zu werden droht. Zumal eine brandschutztechnische Ertüchtigung des Gebäudes notwendig ist. Das bis zum August zu bewerkstelligen, ist den Initiatoren zu heikel.

Bank und Bürgerkredit

Geplant ist nun, die Grundschule im Sommer 2020 zu eröffnen. Denn bisher gibt es auch noch kein Geld von der Bank. Das soll über einen Bürgschaftskredit kommen. Menschen aus dem Verein und seinem Umfeld bürgen mit ihrem privaten Geld für das Projekt, um die Schule über die ersten drei Jahre zu bringen. Brandschutz, Lehrergehalt, Ausstattung und Material einberechnet benötigt der Verein geschätzte 270 000 Euro. Etwas mehr als noch im vergangenen Jahr. Begonnen werden soll auch, wenn nicht die gesamte Summe auf einen Schlag zusammenkommt.

Unter anderem das veränderte Gehalt musste angepasst werden. In Berlin und Brandenburg kann ein Grundschullehrer durchaus 5500 Euro brutto verlangen, berichtet Reinold Jacobi. Der Elternbeitrag, der durchschnittlich 100 Euro im Monat beträgt, soll den aufgenommenen Kredit langfristig tilgen. Das Schulkonzept sieht aber noch mehr Elternbeteiligung vor, außer finanzieller Art. "Dies ist eine elterngeführte Schule", stellt Reinold Jacobi klar. Von Hausmeisterarbeiten über die Reinigung der Lehrräume – alles übernehmen die Eltern der Kinder. Weiteres Personal als zwei Lehrkräfte ist zunächst nicht vorgesehen.

Die Lehrersuche gestaltet sich schwer. Eine Grundschullehrerin habe das Team zwar inzwischen gefunden. Doch das Ministerium genehmigt keine Schule ohne Vertretungslehrer. Diese Position will Teresa Jacobi nun selbst übernehmen. Die studierte Gymnasiallehrerin, die mit ihrem Mann Reinold als Erzieherin in Lunow arbeitet, muss sich dazu umschulen lassen. Auch dies muss der Verein nun nachträglich belegen. Die Verzögerung indes sei kein Problem für die Eltern, die auch alle Vereinsmitglieder sind. Man rechne damit, genug Schüler für den Start gewinnen zu können, sagt das Paar.

Am Konzept aber hätte sich nichts verändert. In den sogenannten Lerngruppen lernen Erst- bis Drittklässler zusammen, beziehungsweise Viert- bis Sechstklässler. Gestartet werden soll im nächsten Jahr mit einer ersten und einer zweiten Klasse. Acht bis zehn Schüler maximal sollen einen Jahrgang ausmachen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG