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Wohlfühlen
Speedway-Team investiert in den Nachwuchs

Herz am richtigen Fleck: Heino Ressel ist die öffentliche Stimme des Speedway-Teams. Was ihm wichtig ist: gute Nachbarschaft. "Wer sich gestört fühlt, kann jederzeit vorbeikommen."
Herz am richtigen Fleck: Heino Ressel ist die öffentliche Stimme des Speedway-Teams. Was ihm wichtig ist: gute Nachbarschaft. "Wer sich gestört fühlt, kann jederzeit vorbeikommen." © Foto: Marco Winkler
Marco Winkler / 21.06.2019, 14:19 Uhr
Wolfslake (MOZ) Mittwochnachmittag, brütende Hitze, Wolfslake am Eichenring. Heino Ressel sitzt im Schatten, trinkt Kaffee. Bei einer Zigarette werden erste Nettigkeiten ausgetauscht. Auflockerung: Hat das Speedway-Team eine Fahne? "Nur, wenn wir genug Bier getrunken haben", sagt der Bötzower. Heino Ressel ist ein Kumpeltyp, einer, der Besucher offen und mit einem lockeren Spruch empfängt. Der 49-Jährige ist für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins zuständig – und ziemlich stolz auf die von den Mitgliedern geleistete Arbeit.

Deshalb geht es – nachdem zwei Zigaretten ihren Weg in den Aschenbecher gefunden haben – gleich raus auf die Bahn. "Wir haben die Kinderbahn erneuert. Bis voriges Jahr gab es hier vor allem Gras und alte Baumaterialien, sodass das Fahren nicht möglich war", sagt er und zeigt auf die rund 140 Meter lange Stecke im Ring. Es ist das Ergebnis monatelanger Arbeit. "500 Arbeitsstunden stecken in der Bahn." 250 Kubikmeter Bodenaustausch waren notwendig, 20 Tonnen Beton wurden verarbeitet.

Die Vereinsmitglieder haben viel Zeit und Schweiß in die Bahn gesteckt. "Ohne unsere Sponsoren sowie Elmo Schröder, Dennis Richter und Jörg Bartz, die sich hier richtig engagiert haben, wäre das nicht möglich gewesen." Die Kinderbahn hat eine separate Startanlage mit Stromanschluss. Diesen Sonnabend soll die Neuerung gefeiert werden. Das Speedway-Team lädt ab 10 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Hüpfburg, Grillstand, Kuchen, Dankesworte. Vor allem aber soll die Jugend im Fokus stehen.

Der Verein hat sich Anfang des Jahres neu ausgerichtet. "Wir setzen jetzt verstärkt auf die Nachwuchsarbeit", sagt Heino Ressel, seit 2012 im Verein. Seine erste Aufgabe damals: Reinigung der Fahrerboxen. "Ich bin dann hängengeblieben."

Weitere Neuerung des Vereins: Das Speedway-Team hat ein eigenes Kindermotorrad mit 3,5 PS für Jungs und Mädchen ab sechs Jahren. "Der Speedway-Sport kann ins Geld gehen", sagt Heino Ressel. "Mit dem Motorrad wollen wir Eltern ermöglichen, ihre Kinder bei uns Probe fahren zu lassen." Die Hoffnung: Das Gefährt könnte das neue Zugpferd in der Nachwuchsakquise werden. Schließlich seien viele Fahrer in Wolfslake groß geworden, darunter Steven Maurer und Mathias Bartz.

Seit knapp 20 Jahren wohnt Heino Ressel, aufgewachsen in Germendorf, in Bötzow. Kurz nach der Wende war er Gründungsmitlied vom FSV Germendorf. "Der Name des Vereins war meine Idee", sagt er. 1993 wechselte er als Spieler und Trainer nach Bärenklau. "Das war damals die Top-Adresse für Fußballer." Heino Wessel ist Bezirksleiter bei der Bahn. Unter ihm: Bis zu 70 Mitarbeiter, die in den Stellwerken Oranienburg, Birkenwerder und Hohen Neuendorf arbeiten. Er weiß, wie man ein Team zusammenhält.

Seit der Wende ist er Leser unserer Zeitung. "Schon als sie noch eine Wochenzeitung war", erinnert er sich. "Mein Abo habe ich nach wie vor." Hier verfolgt er die Entwicklung Oberkrämers. "Wie sich die Gemeinde entwickelt hat, ist schon eine große Leistung", sagt er mit Blick auf den Straßenausbau in Bötzow, die Feuerwehr-Anschaffungen der vergangenen Jahre und die Erweiterung der Sportstätten. "Das alles kann sich sehen lassen." Auch wie die Gemeinde Kita- und Horterweiterungen fast aus dem Ärmel schüttelt, sei lobenswert. "Leute, die meckern, gibt es natürlich immer", schiebt er nach.

Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde funktioniere reibungslos. Das zirka 20-köpfige Wolfslake-Team, das im kommenden Jahr 40-jähriges Bestehen feiert, stoße in der Verwaltung immer auf offene Türen. Das Gelände gehört der Gemeinde. Auch Neu-Vehlefanz’ gerade erst wiedergewählter Ortsvorsteher Peter Gerlach ist Stammgast. "Wir identifizieren uns mit Oberkrämer", sagt Heino Ressel.

Bis zu 1 000 Besucher kommen zu einem Rennen nach Wolfslake. Die meisten aus Sachsen, Polen, Tschechien. "Wolfslake ist ein Name in der Szene", sagt Heino Ressel, der bei einer Abschiedszigarette von seinem persönlichen Ritual erzählt. Während der Fahrervorstellung steigt er in den Ring und blickt in die Zuschauerreihen. "Da habe ich oft Pipi in den Augen, so stolz macht mich das, was wir hier als Team auf die Beine stellen."

Bekannte Namen und nächste Termine am Eichenring

Kelvin Tatum, Simon Wigg, Egon Müller, Patryk Dudek, Gerd Riss: Einige von vielen Namen, die im Vereinsheim des Speedway-Teams mit Handabdruck verewigt sind. Große Namen in der Szene, Weltmeister. In Wolfslake ist man stolz auf den Motorsport, der 1980 auf einer Sandbahn begann.In Deutschland hat Speedway laut Heino Ressel einen geringen Stellenwert. Er erinnert sich an gefüllte Stadien in Polen mit mehr als 25 000 Besuchern. "Das ist richtiges Gänsehaut-Feeling." Nach Wolfslake kommen in guten Zeiten mehr als 1 000, zu großen Rennen in Deutschland, zehnmal so viele.Der Tag der offenen Tür am Sonnabend beginnt um 10 Uhr. Eine Stunde später soll die neue Kinderbahn im Innenring feierlich eingeweiht und eröffnet werden. Es gibt Grußworte und Gegrilltes. Vor allem will sich der Verein bei Helfern und Sponsoren bedanken sowie die Jugendausrichtung vorstellen.

Nächste Termine in Wolfslake, Am Krämerwald 6a: Am Sonntag, 8. September, findet ein EU-offenes Rennen statt. Zum Deutschen Speedway Jugend-Paar-Cup wird für den Sonnabend, 21. September, eingeladen. Es ist das Titelrennen um den Deutschen Meister auf dem Eichenring.⇥win

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