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Nach vielen Mandatsverzichten wird Norbert Reimann Ortsvorsteher. Einige wollen die Wahl anfechten.

Wahlchaos
Da waren es nur noch zwei

Booßens Ortsbeirat besteht nur aus Ortsvorsteher Norbert Reimann (l.) und Ronny Kühl. Bleibt es dabei?
Booßens Ortsbeirat besteht nur aus Ortsvorsteher Norbert Reimann (l.) und Ronny Kühl. Bleibt es dabei? © Foto: Nancy Waldmann
MOZ / 23.06.2019, 09:45 Uhr - Aktualisiert 23.06.2019, 21:31
Booßen (Nancy Waldmann) Die konstituierende Sitzung des Ortsbeirats sollte ein geselliger Abend mit Sekt und Häppchen in der Alten Brennerei werden. So hatte sich der bisherige Ortsvorsteher Eberhard Vetter die Stabübergabe vorgestellt: Dass einfach nach ein paar Minuten "weißer Rauch" aufsteige, wie er sagte. Doch die Stimmung am Donnerstag war nicht gut.

Ein Mitglied des Ortsbeirates nach dem anderen nahm aus mehr oder weniger klar vorgetragenen Gründen die Wahl nicht an. Am Ende blieben nur zwei Gewählte übrig, die ihr Mandat wahrnehmen wollen: Ronny Kühl und Norbert Reimann. Die beiden einigten sich auf Reimann als Ortsvorsteher.

Justiziarin der Stadt eilte herbei

Zuerst hatte Bärbel Teich, die bei der Wahl die zweitmeisten Stimmen erhalten hatte, ihr Mandat niedergelegt, weil sie die sich anbahnende Wahl des 62-jährigen Reimann – Vorsitzender des Vereins Alte Brennerei, wo auch die Sitzung stattfand – zum Ortsvorsteher nicht mittragen wollte. Teich favorisiert die 53-jährige Regina Fietze, die die meisten Stimmen erhielt. Nach Teich hatte sich auch Ina Koschitzke zurückgezogen. Jan Utke und Uwe Schrape lehnten das Nachrücken ab. Schrapes Ablehnung lag jedoch noch nicht schriftlich beim Wahlleiter vor, so dass zu Beginn die Beschlussfähigkeit mit vier gewählten Vertretern – alle von der Wählergemeinschaft Booßen – festgestellt wurde. Danach legte aber auch Regina Fietze ihr Mandat nieder.

Verwirrung setzte ein. Wahlleiter Eyke Beckmann war verhindert, sein Vertreter rief die städtische Justiziarin Andrea Wind-scheffel hinzu. Die verwies auf Paragraph 38 der Kommunalverfassung. Es seien mehr als die Hälfte der gesetzlichen Anzahl von fünf gewählten Ortsbeiratsmitgliedern anwesend. Entscheidend sei, dass das Gremium zu Versammlungsbeginn beschlussfähig war. Dass zwei weitere Mitglieder, Fietze und Schrape, das Mandat abgelehnt und nicht mit abgestimmt haben, spiele keine Rolle.

Bärbel Teich will die Ortsbeiratswahl nun mit Verweis auf die Hauptsatzung anfechten, wie sie der MOZ am Freitag mitteilte. Mehrere zurückgetretene Vertreter sowie Einwohner wollten sich ihr anschließen, behauptet Teich.

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