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Anlässlich des Zieglertreffens ist der Hoffmannsche Ringofen in Altglietzen jetzt mit dem Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet worden.

Ehrung
Ringofen jetzt Kulturerbe-Ort

Übergabe des Kulturerbe-Siegels: Tobias Hartmann vom Oderbruch-Museum Altranft mit dem Schaukasten sowie Günter Riedel und Manfred Bräuer (v.l.), beide vom Verein Hoffmannscher Ringofen 1878 Altglietzen, mit dem Siegel.
Übergabe des Kulturerbe-Siegels: Tobias Hartmann vom Oderbruch-Museum Altranft mit dem Schaukasten sowie Günter Riedel und Manfred Bräuer (v.l.), beide vom Verein Hoffmannscher Ringofen 1878 Altglietzen, mit dem Siegel. © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 24.06.2019, 21:15 Uhr
Altglietzen (MOZ) Freude und Stolz war Günter Riedel, Manfred Bräuer,  Klaus Hannemann und Hans-Hermann Nürnberg, Vorsitzender des Fördervereins Hoffmannscher Ringofen 1878 Altglietzen, anzusehen, als ihnen  Tobias Hartmann, Koordinator Kulturerbe-Orte des Oderbruch-Museums  Altranft die Emailleplakette überreichte. Sie ist türkis und zeigt ein fürs Oderbruch typisches Werkzeug. "Der Drainspaten ist das Symbol der Initiative Kulturerbe Oderbruch, die von mehr als 14 Gemeinden und Städte des Oderbruchs und dem Landkreis Märkisch Oderland unterstützt wird", erläuterte Tobias Hartmann. Sie bewerben sich in diesem Jahr um das Europäische Kulturerbe-Siegel.

Anlass der Übergabe war das nunmehr 13. Zieglertreffen, zu dem der Förderverein Hoffmannscher Ringofen 1878 am Sonnabend eingeladen hatte. "Der Ringofen ist der 24. Ort, den wir mit dem Siegel auszeichnen", sagte Tobias Hartmann. Gleichzeitig präsentierte er den Schaukasten, der den Ringofen im Schloss Altranft neben den anderen Kulturerbe-Orten, präsentiert. Der Museumsmitarbeiter las aus einem Reiseführer von 1865  von Carl Riesel vor. Dieser  bezeichnete den Ringofen als Zeugnis der märkischen Ziegelindustrie. Bei seiner Reise durch die Region fand der Autor eine Menge Ziegel produziernde Ringöfen vor, der in Altglietzten sei nicht beschrieben. "Geht auch nicht, denn der ist jünger", ergänzt Manfred Bräuer, der bis 2009 als Produktionsleiter bei Wienerberger in Bad Freienwalde und zuvor im Drähnrohrwerk gearbeitet hat.

Den Reiseführer durchs Oderbruch von 1865 legt das Oderbruch-Museum neu auf, kündigte Tobias Hartmann an. Auf Spuren von Carl Riesel sollen Routen erkundet werden, um zu zeigen, was sich im Oderbruch im Vergleich zu damals verändert und was sich erhalten hat. Das Kulturerbe-Siegel wird an der Treppe befestigt, die nach oben zur Ausstellung führt.

Klaus Hannemann ließ es nicht nehmen, Besucher durch das technische Denkmal zu führen. Der Bralitzer kennt noch viele Geschichten und Anekdoten, denn er gehört zu jenen Vereinsmitgliedern, die Jahre lang in dem Ofen gearbeitet haben. Im Brenntunnel stehen heute Tische und Bänke, wo Christel Meißner Kaffee und Kuchen servierte.

Urkunde für Christel Meißner

Hans-Hermann Nürnberg überreichte ihr eine Urkunde für besondere Verdienste. "Ihrem prägenden Wirken ist die vorbildliche Keramikwerkstatt sowie die liebevolle Arbeit mit der Jugend und des wachsenden Kundenkreises zu verdanken. Der Vorstand bedankt sich für ihre Arbeit als Kassenwartin", heißt es dort. Christel Meißner, die zuletzt im Drähnrohrwerk gearbeitet hat, gehört zu den Gründern des Fördervereins. 2006 wurde der ins Leben gerufen, um den Ringofen zu erhalten. 2010 begannen die Bauarbeiten, wofür es EU-Mittel gab. Zuletzt wurde 2018 das Dach der Keramikwerkstatt saniert.

Im Verein engagieren sich Mitglieder, die zwar als Ziegler gearbeitet haben, aber nicht in der Region um Bad Freienwalde. "Ich habe in Apolda Baustofftechnologie, Fachrichtung Grobkeramik, studiert und bis 1963 fertig geworden", berichtete Günter Riedel (77), Vereinsmitglied aus Potsdam.

"Schau ins Bruch", heißt die neue Broschüre des Oderbruch-Museums, in der alle Kulturerbe-Orte mit Karte und Ansprechpartnern zu finden sind.

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