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Radweg-Bau
Aufgeben gilt nicht

Eng und kaputt: Auf der Landstraße zwischen Möbiskruge und Diehlo ist kein Platz Radfahrer.
Eng und kaputt: Auf der Landstraße zwischen Möbiskruge und Diehlo ist kein Platz Radfahrer. © Foto: Janet Neiser
Janet Neiser / 26.06.2019, 07:00 Uhr
Möbiskruge Ich halte es für unbedingt notwendig, dass der Radweg gebaut wird", erklärte der Neuzeller Gemeindebürgermeister Dietmar Baesler vor wenigen Tagen bei der Gemeindevertretersitzung. Der Radweg, von dem er sprach, wird zwischen Möbiskruge und dem Eisenhüttenstädter Ortsteil Diehlo vermisst – und zwar seit etlichen Jahren. Immer wieder wurde darüber diskutiert, wurden seitens der Gemeinde Gründe vorgelegt, doch der letzte Stand der Dinge ist: "Der benannte Radweg steht nicht auf der Bedarfsliste und es laufen dazu auch keine Aktivitäten." So lautet die letzte offizielle Aussage aus dem Landesbetrieb Straßenwesen, der für die Baumaßnahme an der Landestraße zuständig wäre. Hintergrund der Absage ist die Planung der Ortsumgehung Eisenhüttenstadt – Neuzelle. Sollte es die irgendwann einmal geben, rechne man perspektivisch mit einer geringeren Verkehrsbelastung auf der L.43, die dann wohl auch zu einer Kreisstraße abgestuft würde.

"Das ist doch Quatsch, das sehe ich gar nicht", erklärte Manfred Holzhey aus Kobbeln, der an einem Arbeitsgespräch zu dem Radweg in der Amtsverwaltung teilgenommen hatte. "Der Verkehr bleibt doch trotzdem", betonte er und fand Zustimmung bei Ina Schubel, die ein Geschäft in Diehlo führt, aber in Kobbeln wohnt und so täglich auf der Strecke unterwegs ist. "Ich würde gern mal mit dem Fahrrad fahren. Aber das ist zu gefährlich", erklärte sie und verwies auf den schlechten Zustand der Straße, die kurvig und auch bergig verläuft.

Ina Schubel hat ihr Anliegen und ihren Wunsch nach dem zirka 1,5 Kilometer langen Radweg sogar noch dem alten Kreistag von Oder-Spree vorgetragen. Sie will sich mit der Lücke, die es da für Radfahrer gibt, nicht abfinden. Sie will kämpfen. Bei dem Arbeitsgespräch verwies sie darauf, dass es sogar schon Radfahrer gebe, die mit einem 50.Zentimeter langen Schweißdraht am Lenker fahren, um den Abstand zum fließenden Verkehr zu wahren. Zu diesem gehören neben Schulbussen und vielen Lkw auch landwirtschaftliche Fahrzeuge.

Verkehrszählung geplant

Amtsdirektor Hans-Georg Köhler und auch Michael Reichl, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung in Eisenhüttenstadt, machten bei dem Arbeitsgespräch klar, dass Ina Schubel mit ihrem Anliegen offene Türen einrennt. Auch sie sehen die Notwendigkeit dieses Radweges, der vor allem eine echte Lücke im Radwegenetz schließen würde. Thomas Tavernier, Bauamtsleiter in Neuzelle, machte klar, dass man Argumente benötige, um den Landesbetrieb möglicherweise doch noch umzustimmen. Er geht davon aus, dass die Zahlen des fließenden Verkehrs, die die Behörde hat, nicht stimmen. Deshlab möchte er seitens des Amtes bald eine mehrwöchige Verkehrszählung zwischen Möbiskruge und Diehlo durchführen.

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