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Dorffest
Strohpuppen werben fürs Dreier-Jubiläum

Cornelia Link-Adam / 03.07.2019, 06:30 Uhr - Aktualisiert 02.07.2019, 20:33
Jahnsfelde (MOZ) Zwei Ensemble mit Strohpuppen weisen auf das Dreifach-Jubiläum am Wochenende in Jahnsfelde hin. 775 Jahre Ersterwähnung, 111 Jahre Feuerwehr und 20 Jahre Jugendfeuerwehr werden gefeiert. Zum einen begrüßt eine Minion-Figur am Ortseingang von Diedersdorf kommend die Autofahrer. Als Bauchbinde wirbt ein großes Banner für das Dorffest im Schloßpark. Weitere Strohpuppen, gestaltet als alte Feuerwehr-Einsatzkräfte, stehen an der Kreuzung zur L36. "Geschaffen hat die Figuren unser Jochen Krüger aus dem Dorf. Der lässt sich jedes Jahr was Neues einfallen", erzählt Vize-Ortsvorsteher Wolfgang Stenzel, zugleich Chef der Feuerwehr.

Dreifach-Jubiläum im Park

Hauptorganisator des Dreifach-Jubiläums am Samstag ist der Schlossparkverein um Gerd Seume. Unterstützt wird er von Mitstreitern der Feuerwehr, des Feuerwehrvereins und Aktiven aus dem Dorf. Los geht es am Sonnabend um 9.30 Uhr mit dem Festumzug der Feuerwehren, unterstützt auch vom THW Seelow. "Vom Eichplatz geht es durch den Ort in  Richtung Schlosspark", sagt Stenzel.

Im Anschluss, ab 10 Uhr, wird im Park der  Lauf um den Pokal der Bürgermeisterin 2019 ausgetragen. "Es haben alle sieben Feuerwehren der Stadt Müncheberg, inklusive der Ortsteile, je eine Mannschaft Einsatzkräfte gemeldet. Die Feuerwehr aus der polnischen Partnerstadt Witnica kommt ebenso wie die Wehr aus Worin. Erstmalig wird es auch einen Wanderpokal geben", berichtet Stenzel. "Die Jugendfeuerwehren aller Ortsteile und ein Team aus Witnica werden mit insgesamt elf Mannschaften in den verschiedenen Altersklassen an den Start gehen", berichtet Stenzel.

Die Wettkämpfe gehen bis in den frühen Nachmittag. Noch vor der Siegerehrung zum Stadtpokal (gegen 14.45 Uhr) wird die Jugendfeuerwehr "Trebfelde"  (Trebnitz- Jahnsfelde) unter Leitung von Steffen Elsner anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens einen Sketch im Festzelt aufführen. Gut kam das schon bei der Einweihung vom Gerätehaus Jahnsfelde im September an.  Werner Helwig (Wehrführer 1999) und Stefan Domey (Jugendwart 1999) hatten 1999 die Jugendfeuerwehr Jahnsfelde neugegründet. "Jedoch gab es bereits zuvor Kinder die sich dafür interessierten. Die bekamen als junge Brandschutzhelfer das Einmaleins vom damaligen Werhrführer Helwig vermittelt, was nach der politischen Wende 1989 erst einmal einschlief", erinnert Stenzel.

Geboten wird beim Dorffest ab 14 Uhr ein Programm für Jung und Alt. Es gibt eine Kaffeetafel, Treckerfahrten, Jahnsfelder Geschichten, regionale Stände und die Kirche ist geöffnet. Geboten werden auch Quiz, Sattlervorführungen, Kinderschminken, Tombola und Karussell-Fahrten. Die Show-Tanzgruppe aus Seelow tritt auf und ab 20 Uhr die Live-Band "Grand Central Berlin" im Festzelt. Für Tanzmusik bis in die Nacht sorgt DJ Storchi.

Der historische Aspekt der 775-Jahrfeier rückt am Sonntag in den Mittelpunkt. Auch Marco Thiedig, ehemals Schulz, der sich schon seit mehr als 20 Jahren mit der Ortschronik von Jahnsfelde beschäftigt, empfiehlt einen Besuch des Festgottesdienstes in der Schlosskirche. "Dabei wird es ein besonderes Highlight und eine Überraschung für alle Jahnsfelder geben", sagt er. Ab 10 Uhr führt Pfarrer Köpp-Blodau durch den Gottesdienst, musikalisch begleitet durch den evangelischen Posaunenchor Müncheberg. Erwartet wird als Ehrengast auch Graf Christian von Pfuel, Nachfahre des letzten Schlossbesitzers vor 1945. Er übergibt für Kirche und Gemeinde ein besonderes Geschenk. Ab 12 Uhr wird das Fest mit Wildschweingulasch aus der Jahnsfelder Gulaschkanone, umrahmt von Eggi’s Blasmusik aus Berlin, beim musikalischen Frühschoppen fortgesetzt.

HistorischeFakten

Jahnsfelde wurde 1244 erstmals urkundlich erwähnt. Gegründet wurde es, wie Trebnitz und Obersdorf, vom schlesischen Zisterzienserinnen-Kloster Trebnitz. Dem stellte Herzog Heinrich I. das Land zur Verfügung. Seit 1499 gehörte das Rittergut in Jahnsfelde den Herren von Pfuel. Selbst Fontane schrieb über das Adelsgeschlecht. Von Pfuels besaßen das Schloss fast 500 Jahre, bis sie 1945/46 durch die Bodenreform enteignet und vertrieben wurden. Das Schloss ist längst privat verkauft und Jahnsfelde seit 2002 ein Ortsteil der Stadt Müncheberg.⇥Jahnsfelder Chronik

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