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Fußball
Neuzugang Robert Andrich trainiert mit dem 1. FC Union Berlin in Reichenwalde

Im Gespräch: Onkel Frieder Andrich und sein Neffe Robert, der nun beim Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Union Berlin spielt, am Rande des Trainingslagers in Reichenwalde (Oder-Spree).
Im Gespräch: Onkel Frieder Andrich und sein Neffe Robert, der nun beim Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Union Berlin spielt, am Rande des Trainingslagers in Reichenwalde (Oder-Spree). © Foto: MOZ/Uwe Wuttke
Uwe Wuttke / 03.07.2019, 06:00 Uhr
Reichenwalde (MOZ) Feiern bei der Familie Andrich ohne das Thema Fußball sind schlichtweg nicht vorstellbar.

Ein Wunder ist das nicht. Frieder Andrich hat sich in den 1970er- und 80er-Jahren als Stürmer vor allem in der DDR-Oberliga beim FC Vorwärts Frankfurt (Oder) in 277 Spielen (91 Tore) einen Namen gemacht, stand 1976 und 1981 im Endspiel um den FDGB-Pokal gegen Lok Leipzig (0:3/1:4).

Sein Bruder spielte in der Bezirksliga. in Riesa. "Da muss man sich zusammenreißen, bei solchen Anlässen nicht zu viel über Fußball zu reden", sagt dessen Sohn Robert. Der 24-Jährige ist der jüngste erfolgreiche Fußball-Spross.

Und die Familientreffen, die Eltern wohnen in Rehbrücke bei Potsdam, könnten in den kommenden Monaten zunehmen, denn Robert steht nach Stationen im Nachwuchs von Hertha BSC, in der 3. Liga bei Dynamo Dresden und Wehen Wiesbaden sowie zuletzt ein Jahr beim Zweitligisten 1. FC Heidenheim in der kommenden Saison bei Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Union Berlin unter Vertrag. Ein Grund mehr, dass Onkel Frieder dem 24-Jährigen einen überraschenden Besuch abstattet. Schließlich ist die Gelegenheit für den in Beeskow lebenden 70-Jährigen gerade günstig, denn die Berliner haben bis heute Mittag ihr Trainingslager in Bad Saarow und Reichenwalde aufgeschlagen. Und so ist die Wiedersehensfreude am Dienstag groß, als die beiden an der Bande im Reichenwalder Waldstadion zu einem kurzen Schwatz zusammenstehen.

Für Robert ist der Schritt zu den Eisernen der logische nächste in seiner Karriere. Dass er so schnell kommt, überrascht ihn selbst. "Der Sprung von der dritten Liga in die erste ging am schnellsten. Aber das ist in Ordnung. Ich habe in Dresden, Wiesbaden und Heidenheim viele wichtige Erfahrungen gesammelt, bin auch viel dynamischer geworden. Da merkt man auch, dass man Bundesliga spielen kann."

Bei seiner ersten Station Hertha BSC, wo er alle Jugendteams durchlaufen hatte, war ihm der Sprung zu den Profis verwehrt geblieben. "Ich stand nur zweimal im Kader." Das war 2012/13, als die Berliner in der 2. Liga spielten, aber zu einem Einsatz kam es nicht. Zwar erhielt Robert An-drich einen Profivertrag, aber keine Einsätze. "Hertha musste damals aufsteigen, hatte einen guten Kader. Da war es als junger Spieler nicht leicht reinzukommen." Der von der beratenden Familie unterstützte, eingeschlagene Weg über mehrere Stationen hat ihn nun in die Bundesliga geführt. Jetzt gilt es für ihn, sich bei den Unionern zu akklimatisieren.

Anschluss hat er schnell gefunden. "Die Mannschaft hat es mir leicht gemacht, aber ich bin auch ein Typ, der sich schnell zurechtfindet." Das liegt vielleicht auch an einem Hobby – Tattoos. Davon hat er einige, etwa die Geburtsdaten seiner Eltern oder einen Smiley wie der Rapper Chris Brown. Weitere könnten dazukommen, denn Mannschaftskapitän Christopher Trimmel gilt als ein Meister des Tattoo-Stechens. "Wir haben noch keinen Termin gefunden", sagt Robert Andrich.

Trainingsauftakt bei Union Berlin: Der 1. FC Union ist derzeit bei Eintracht Reichenwalde in der Nähe von Bad Saarow für ein kurzes Trainingslager bis Mittwoch zu Gast. Fans und Schaulustige können sich die Trainingseinheiten vor Ort angucken. Am Montag trainiert die Mannschaft um 16.30 Uhr, am Dienstag und Mittwoch jeweils um 10 Uhr und am Dienstag nochmal um 16.30 Uhr.
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1. FC Union Berlin trainiert in Reichenwalde

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Vielseitiger Spieler

Wichtiger ist auch die sportliche Seite. "Ich will mir selbst beweisen, dass ich Bundesliga spielen kann", sagt Robert. Und sein Onkel Frieder, den seine Trainerkarriere über Stahl Eisenhüttenstadt (Regionalliga), Müllrose (Kreisliga), Luckenwalde (Oberliga), Fürstenwalde, Eberswalde und Lübben (Brandenburgliga) führte und 2015 mit dem Aufstieg vom 1. FC Frankfurt (Oder) in die Oberliga endete, ist überzeugt, dass ihm das gelingt.

"Robert ist ein vielseitiger Spieler, lauf- und kopfballstark. Das haben mein Bruder und ich früher oft mit ihm geübt. Wenn er seine Qualitäten zur Geltung bringt, dann kann er sich einen Stammplatz erkämpfen", glaubt Frieder Andrich. Nur dessen Torgefahr fehlt dem 1,87 Meter langen Schlaks ein bisschen. Im offensiven Mittelfeld, wo sich Robert Andrich selbst aufstellen würde, ist gerade das aber ein Qualitätsmerkmal. Doch vielleicht kann der Onkel bei der nächsten Familienfeier entscheidende Tipps beisteuern.

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