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Uschi Brüning geht auf eine emotionale Zeitreise

Sie ergänzten sich perfekt: die Sängerin Uschi Brüning und der Pianist Stephan König
Sie ergänzten sich perfekt: die Sängerin Uschi Brüning und der Pianist Stephan König © Foto: Heike Weißapfel
Heike Ottilige / 08.07.2019, 09:02 Uhr - Aktualisiert 08.07.2019, 09:14
Stolpe (freier Autor) Eigentlich hätten Uschi Brüning und Stephan König am Sonnabend bereits eine halbe Stunde eher mit ihrem Programm in der Stolper Dorfkirche beginnen können. Schnell war das gemütliche Gotteshaus voll, und es kamen immer mehr Gäste, um den Herzensliedern der Grande Dame des DDR-Jazz, Uschi Brüning, und des Pianisten Stephan König zu lauschen.

Die beiden interpretierten an diesem Abend Lieder, die sie seit Jahren nicht mehr loslassen. Lieder, die sie tief berühren, Lieder, die sie an etwas oder an jemanden erinnern, Lieder, die sie einfach lieben. Tatsächlich wurde der Samstagabend einer der Emotionen. Den meisten Besuchern fiel es schwer, nicht in den Gesang mit einzustimmen. Andere ließen ihren Gedanken und Gefühlen freien Lauf. Die neuen Interpretationen der Titel verfehlten ihre Wirkung nicht. Tatsächlich kam "Am Fenster" von City auch in reduzierter Variante sehr gut beim Publikum an. Der Song von City sei auch der Ursprung für das Programm "Herzenslieder" gewesen, erklärte Stephan König. Für den MDR hätten sie den Titel einst in reduzierter Form neu interpretiert. "Da haben wir auch angefangen, andere Lieder neu zu vertonen, nur Gesang und Klavier", so der Pianist. "Die Nacht ist um" ist ein Lied, das Uschi Brüning mit Manfred Krug aufnehmen wollte. "Es sollte seine letzte Platte werden. Aber daraus ist nichts mehr geworden. So muss ich den Titel jetzt allein singen", setzte sie dem bekannten Schauspieler und Musiker, der 2016 gestorben ist, ein würdiges Denkmal mit ihrer unverwechselbaren und intensiven Stimme.

Ein hinreißendes Konzert haben die Jazz-Ikone Uschi Brüning und der Klavierspieler Stephan König in der überfüllten Stolper Dorfkirche gegeben.
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Uschi Brüning und Stephan König

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Vertonte Texte von Eva Strittmatter gab es zu hören, ebenso eine Komposition von Ernst-Ludwig Petrowsky, dem Ehemann von Uschi Brüning. "Tagesträume" hatte der bekannte Komponist schon Jahrzehnte, bevor Uschi Brüning den Text dazu schrieb, komponiert. "Mein Mann sagte deshalb, er sei sich sicher, den Titel nur für mich komponiert zu haben", berichtete sie dem Publikum. Durch die Jazzeinlagen fing Brüning auch die größten Sentimentalitäten in "Über sieben Brücken" und "Als ich fortging" gut ab, sodass die Herzenslieder an keiner Stelle kitschig wurden. Im Gegenteil. Der Samstagabend in der Stolper Dorfkirche war auch ein Abend der Erinnerungen, eine musikalische Zeitreise.  Uschi Brüning trat bereits zum vierten Mal in Stolpe auf, Stephan König gastierte zum ersten Mal. "Nichts ist von Dauer" heißt es in dem Titel "Als ich fortging". Aber nachwirken werden die Herzenslieder beim Publikum für lange Zeit.

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