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Medienstar
Pony Mio vom Hof Hobrechtsfelde ist tot

Pony Mio ist tot.
Pony Mio ist tot. © Foto: Sergej Scheibe
Andrea Linne / 08.07.2019, 20:30 Uhr - Aktualisiert 09.07.2019, 08:03
Hobrechtsfelde (MOZ) Kleiner Medienstar stirbt am Sonntag trotz Tierarzt und Medikametengabe, nachdem Unbekannte ihn offenbar trotz Verbots gefüttert haben.

Der 1,20 Meter kleine Medienstar Mio, der als Botschafter für das Kinderhospiz Sonnenhof gearbeitet hat, ist tot. Offenbar wurde er von Unbekannten gefüttert, obwohl das strengstens verboten war. Der Hobrechtsfelder Wallach starb unter schrecklichen Qualen und Koliken. Zwei Tierärzte und Medikamente konnten den vierjährigen Liebling des Vereins Pferdekultur nicht retten. "Mio war mein Herzenspony", sagt Antonia Gerke tieftraurig.

Falsch verstandene Tierliebe

Seit Jahren kämpft sie als Botschafterin für den Naturpark Barnim gemeinsam mit vielen Mitstreitern von der Agrar GmbH Gut Hobrechtsfelde und anderen Pferdefreunden für die artgerechte Haltung der Wildpferde auf den Weiden. Die früheren Rieselfelder sind zu grünen Naturinseln geworden, die eine vielfältige Flora und Fauna beherbergen. Wildpferde und Wasserbüffel dienen als Naturpfleger und dürfen sich in ihren Herden ganzjährig im Freien aufhalten. Immer wieder gibt es Besucher, die sowohl dem Fütterungs- als auch dem Streichelverbot zuwider handeln. Sogar die Polizei musste schon hinzugezogen werden.

Bisher versuchten die Tierfreunde und Landwirte vor allem in Sachen Aufklärung über Führungen und mit Hinweisschildern an den Koppeln voranzukommen. Der Tod von Mio aber beweist, dass sich noch immer viele Menschen nicht daran halten. Dabei sagt Antonia Gerke mit Blick auf die 13-köpfige Ponyherde, die auf dem Gut lebt: "Es sind von ihren Besitzern geliebte Geschöpfe, die alles bekommen, was sie brauchen." Die Tiere haben es gut auf dem Hof. So dürfen sie im Winter herumtollen und sich von den anstrengenden Wochen in der Ponyschule für Kinder erholen.

Weißer Fleck auf der Stirn

Mio liebte Kinder. Er war von besonderer Ruhe und Zärtlichkeit, wenn er spürte, dass besondere Bedürfnisse dies erforderten, wie zum Beispiel im Sonnenhof. Mit Antonia Gerke verband ihn ein Gefühl tiefen Vertrauens. Er legte sich nieder, ließ sich von ihr zu Übungen animieren und tollte mit seinen Paten über die Wiesen. Am liebsten mochte das Shetland-Pony mit den krummen Beinen Möhren und frisches Heu, das nach Sommerblumen duftete. Wenn er den Kopf auf den Arm seiner Lieblingsmädchen legte, die ihm noch in den schlimmsten Stunden Sonntagnacht beistanden, dann war da ein kleiner weißer Fleck zu sehen.

Klug schaute Mio in die große Welt, seine vielen Geschichten schrieb die Schauspielerin und Tierpsychologin Antonia Gerke liebevoll auf eine Facebook-Seite. Am Montag hat sich das Pony von "Mio & die Menschenwelt" verabschiedet. Traurig bleiben alle zurück, die den kleinen Vierbeiner geliebt haben.

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