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Bärenklauer Erntefest
Das Herz schlägt für Oberkrämer

Freut sich auf ihre neue Aufgabe: Die 19-jährige Jil May ist die neue Bärenklauer Erntekönigin. Am Sonntag wurde der Vehlefanzerin offiziell in der Gaststätte Dorfkrug Bärenklau der Titel überreicht.
Freut sich auf ihre neue Aufgabe: Die 19-jährige Jil May ist die neue Bärenklauer Erntekönigin. Am Sonntag wurde der Vehlefanzerin offiziell in der Gaststätte Dorfkrug Bärenklau der Titel überreicht. © Foto: Aileen Hohnstein
Aileen Hohnstein / 08.07.2019, 20:30 Uhr
Bärenklau Für Jil May ist ein ganz besonderer Traum in Erfüllung gegangen. Ihr strahlendes Gesicht spricht Bände: Die 19-Jährige ist die neue Bärenklauer Erntekönigin. Erst am Sonntag wurde ihr bei der ersten Mitsing-Veranstaltung des Bärenklauer Chors Die Bären im Dorfkrug offiziell die Schärpe überreicht. "Seit ich klein war, wollte ich immer Erntekönigin sein", erzählt sie. Dass es erst in diesem Jahr geklappt hat, liegt an einem kleinen Detail: Sie kommt nicht aus Bärenklau, sondern aus dem Nachbarort Vehlefanz.

Mit dem diesjährigen Erntefest ändert sich nun aber einiges. Der bisherige Veranstalter Arge-Baer Kulturverein hat die Organisation abgegeben. Ortsbeirat, Heimatverein und Unterstützer weiterer Vereine kümmern sich jetzt im sogenannten Team Erntefest um die Realisierung der Veranstaltung. Ein Programmablauf wird entwickelt, Rahmenbedingungen werden gesteckt. Und somit geht der Blick bei der Suche nach der neuen Erntekönigin auch über den Bärenklauer Tellerrand hinaus. "Der Posten der Erntekönigin verlangt eine bestimmte Ausstrahlung. Sie muss sich im Dorf wohlfühlen. Das tut sie, und da ist es piepsegal, ob sie hier wohnt oder nicht", findet Ortsvorsteherin Gundula Klatt (BfO).

Tatsächlich ist Jil May mit Bärenklau seit Jahren verbunden. In der Line-Dance-Gruppe Dance Bears tanzt sie, seit sie sieben Jahre alt ist. Ihre Großmutter hat die Leidenschaft für den Tanz geweckt. Trainerin Cornelia Laugner wusste vom Königinnen-Wunsch ihrer jungen Tänzerin und schlug diese schließlich als neue royale Repräsentantin fürs Erntefest vor. Nach kurzer Absprache im Team Erntefest stand fest: Eine bessere Erntekönigin kann es in diesem Jahr für Bärenklau nicht geben. Jil May ist froh darüber: "Für mich erfüllte die Erntekönigin früher eine Vorbildfunktion. Ich kann anderen heute mit meinem Titel zeigen, dass man es schaffen kann. Auch, wenn man einen Ort weiter wohnt."

Schon am Sonntag schlüpft Jil May mit einem freundlichen Lächeln in ihre neue Rolle – die erste Fotoanfrage als Erntekönigin erfüllt sie routiniert. Gerade erst hat sie ihr Abitur geschafft, im August beginnt die Vehlefanzerin ihre Ausbildung als Veranstaltungskauffrau in Nauen. Dorthin ziehen möchte Jil aber nicht: "Ich bin ein sehr großer Fan von Vehlenfanz und Oberkrämer, von dem Miteinander hier. Am liebsten würde ich hier später ein Haus bauen, eine Familie gründen."

Schon jetzt freut sie sich auf den September, wenn es beim Erntefest darum geht, ihre königlichen Pflichten zu erfüllen: Winken, Lächeln, kleine Moderationen. Ihre Familie und ihr Freund unterstützen sie bei ihrem Vorhaben. "Für meinen Freund bin ich nur noch seine Königin. Und mein Zwillingsbruder sagt, er hat die beste Schwester der Welt", sagt Jil und lacht. Jacqueline May, die ihre Tochter bei ihren ersten Aufgaben am Sonntag wohlwollend betrachtet, erzählt: "Ich bin sehr stolz. Jil war schon immer ein kleines Bühnenkind."

Nun werden sich alle bemühen, möglichst viele Fotos von Jil zu knipsen, wenn sie beim Erntefest im Einsatz sein wird. Damit die Erinnerungen in einem Fotoalbum festgehalten werden können. Das soll später einen Ehrenplatz in ihrem Zimmer bekommen. Genau wie die Urkunde, die sie bei der Ernennung zur Erntekönigin erhalten hat, und die Schärpe, die extra in ihrer Lieblingsfarbe Gelb angefertigt wurde.

Ein Fest mit langer Tradtion

Das Bärenklauer Erntefest hat eine lange Tradition. Zum 95. Mal wird es in diesem Jahr veranstaltet.

In den vergangenen Jahren hatte der Arge-Baer Kulturverein das Fest organisiert. Da sich niemand findet, der die Vereinsarbeit im Vorstand weiterführen möchte, ist die Zukunft des Kulturvereins ungewiss. Deshalb wurde die Planung für das Fest abgegeben.

Seit Anfang des Jahres ist klar, dass sich der Ortsbeirat mit Unterstützung des Heimatvereins und weiteren Helfern um das Erntefestes kümmern wird. Einige Änderungen wird es geben. Statt der bislang drei Tage wird das Erntefest nun zwei Tage gefeiert – am 7. und 8. September. Am Sonnabend wird es voraussichtlich keinen Eintritt für das Erntefest mit Umzug geben, am Sonntag mit Countryfest und Dackelrennen hingegen schon.⇥aho

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