Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Sanierung
Rießener Kirchturmkugel wurde neu befüllt

Frank Groneberg / 13.07.2019, 07:00 Uhr
Rießen (MOZ) Vor 54 Jahren ist sie zum letzten Mal geöffnet worden, die goldfarbene Turmkugel oben auf der Spitze des Rießener Kirchturms. Das war im Jahr 1965 – zwei Jahre, nachdem beherzte Christen gemeinsam mit ihrem damaligen Pfarrer Hans Lehmann das akut vom Einsturz gefährdete Gotteshaus mit seinem "schiefen Turm von Rießen", wie der jetzige Pfarrer Matthias Hirsch es ausdrückt, in Eigeninitiative gerettet hatten. 1965 hatte der Pfarrer ein Zinkkästchen in der Kugel einschlossen. Darin befinden sich mehrere Jahrhunderte alte Schriftstücke und Münzen sowie neu hinzugefügtes Münzgeld in Mark der DDR und einige Briefe.

Seit dieser Woche finden sich in dem Kästchen auch Zeugnisse der Jahre nach 1965. Ein Satz Euro-Münzen zum Beispiel. Ein Gemeindebrief der Kirchengemeinde, Erläuterungen zur jüngeren deutschen Geschichte, eine Urkunde über die dauerhafte Verbindung der Rießener Kirche mit dem Pfarrsprengel Müllrose, ein 2016 erstelltes Gutachten zur restaurierten Orgel der Kirche und eine Tageszeitung, eine Märkische Oderzeitung vom 11. Juli 2019. "Wenn die Kugel in vielleicht 50 Jahren wieder geöffnet wird", sagt Matthias Hirsch, "werden die Menschen erfahren, wie bewegt unsere Zeit war und ist."

In 50 Jahren – dann sind auch die laufenden Sanierungsarbeiten, aus deren Anlass die Turmkugel am Donnerstag zusätzlich befüllt worden ist, längst Geschichte. Seit März laufen die Arbeiten an der Kirche. In einem ersten Bauabschnitt wird zunächst die Kirchturmspitze restauriert. Die Zimmererarbeiten sind weitgehend abgeschlossen, ab nächste Woche werden die Dach­klempner dem Turm ein neues Falzdach aus Zinkscharen verpassen. Etwa 124 000 Euro investiert die Kirchengemeinde, allein 57 500 Euro davon sind Fördermittel des Landes. "Wir freuen uns sehr über die Unterstützung des Landes Brandenburg und des Landkreises", betont Pfarrer Matthias Hirsch während der kleinen Feierstunde zur Neubefüllung der Turmkugel

Diese Unterstützung wird auch beim zweiten Bauabschnitt, der frühestens im Jahr 2022 in Angriff genommen werden kann, nötig sein, denn: "Die Sanierung des Turmschaftes wird deutlich mehr kosten", weiß der Pfarrer nach ersten Untersuchungen, "deutlich mehr als 200 000 Euro." Und er ist optimistisch, dass auch diese Aufgabe gemeinsam erfüllt werden kann. Die Kirchengemeinde habe auf jeden Fall allen Grund dazu, stolz zu sein auf das bisher Erreichte, erklärt er und verweist darauf, dass schon sein Vorgänger Rudolf Zörner mit den Vorbereitungen der Sanierung begonnen hatte. Und Matthias Hirsch dankt nicht nur den Geldgebern, sondern vor allem auch den Arbeitern aller Firmen, die bisher an der Sanierung des Kirchturms beteiligt waren und noch daran mitwirken werden.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG