Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Reiten
Zu Hause ist es am schwersten

Dirk Schaal / 15.07.2019, 06:15 Uhr - Aktualisiert 15.07.2019, 18:18
Ladeburg (MOZ) Auch das teils durchwachsene Wetter konnte der guten Stimmung beim 24. Ladeburger Reit- und Springturnier nichts anhaben. Mehr als 600 Nennungen waren in der Meldestelle eingegangen. "Natürlich ist es schön, dass das Turnier so gut angenommen wird. Aber uns ist die Qualität wichtig, nicht die Anzahl der Reiter", sagte Udo Verworner, Chef des LRFV Ladeburg und Turnierleiter, zum Teilnehmeransturm.

"Zucht trifft Sport", so war die Veranstaltung überschrieben. "Wir wollen mit dem Turnier ein breit gefächertes Starterfeld ansprechen, vom Reitanfänger bis zum Reitprofi", erklärte Udo Verworner. Der Freitag blieb deshalb den jungen Pferden in Dressur und Springen vorbehalten.

Viele Besucher wollten sich am Sonnabend ein besonderes Spektakel nicht entgehen lassen. Die Fohlenschau war für viele kleine Vierbeiner der erste Kontakt mit einem breiten Publikum.

Mehrere Dressur- und Springprüfungen der Klassen A bis S warteten auf die Teilnehmer.
Bilderstrecke

24. Reit- und Springturnier in Ladeburg

Bilderstrecke öffnen

"Diese Dressurprüfung Klasse L ist etwas Besonderes. Da haben sich bei einem Turnier vor vier Jahren spontan einige Damen, alle Ü 40, entschlossen, eine eigene Dressurserie zu starten. Jetzt geht diese Serie ins vierte Jahr, ein echter Erfolg", erklärte Gerhard Mielenz, Vizepräsident des Landesverbandes Pferdesport, der in Ladeburg als Richter das Geschehen hautnah beobachtete.

Im Dressurviereck ging es danach Schlag auf Schlag, nicht nur reiterliches Geschick war bei der Prüfung der Klasse M** gefragt, auch ein gutes Gedächtnis mussten Reiter und Pferd mitbringen, war der Wettkampf doch auswendig vorzutragen.

"Es lief gut, ich bin richtig zufrieden", freute sich Lokalmatadorin Franziska Ehrich über die 7,1 Punkte und Platz drei auf Rhianon, mit dem sie erst seit einem Jahr ein Gespann ist. "Zu Hause ein Turnier ist das Schwerste, da für die Pferde gewohntes Terrain ganz anders aussieht und sie verunsichert", erklärte sie augenzwinkernd. Also eine gelungene Generalprobe für die Ladeburgerin, die am nächsten Wochenende bei der Landesmeisterschaft in Neustadt an den Start geht.

Auch Mareen Herter vom RFV Altranft war ihre Freude nach dem doppelten Dressur-Auftritt anzusehen. Platz vier und fünf konnten sich in dem Teilnehmerfeld sehen lassen. "Es lief gut, gerade beim zehnjährigen Wallach Shambala, es ist seine erste richtige Saison", berichtete Mareen Herter.

Danach waren am Sonnabend die Springreiter gefragt. Kaum noch aus dem Sattel kam dabei Martin Schutza vom LRFV Ladeburg. Gleich dreimal ging er mit unterschiedlichen Vierbeinern bei Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse M** der sechs- bis achtjährigen Pferde an den Start. Mit dem Ritt der sechsjährigen Stute Clarissima war er ganz zufrieden, beide landeten auf Platz zwei, mit den beiden anderen Pferden kam er auf Platz 12 und 13.  "Es sind eben jungen Pferde, da steht noch eine ganze Menge Arbeit vor uns", sagte der gerade mal 23-jährige Ladeburger Bereiter. "Eigentlich seit ich denken kann, habe ich mit Pferden zu tun. Insofern ist es schon eine ganze Weile", antwortete er verschmitzt auf die Frage, wo so ein junger Mann doch die Pferdeerfahrung hernimmt. Ein Höhepunkt seiner Laufbahn kommt auf Martin Schutza im September zu, dann wird er den Ladeburger Verein mit zwei Pferden beim Bundeschampionat in Warendorf vertreten. Auf Platz vier landete in der Zwei-Phasen-Springprüfung Udo Verworner auf Cadicia. "Dafür, dass ich eine ganze Weile nicht geritten bin, war das schon gut."

Spannend wurde es beim S*-Springen als sonnabendlicher Abschluss. Steffen Krehl vom LRFV Lenzke auf Conchito hatte fehlerfrei in 52,74 Sekunden eine Fabelzeit vorgelegt. Gut unterwegs war auch Kimberley Alexandra Gibson vom RC Elisenau auf Dree Boeken’s Diarados Roeschen, kurz vor Ende zeitlich fast gleichauf. "Beim vorletzten Hindernis waren wir zu dicht dran und dann hat es nicht gereicht", erklärte sie ihren einzigen Abwurf. Trotzdem wurde es Platz zwei. Den dritten Platz holte sich knapp dahinter Martin Schutza, der mit der zwölfjährigen Stute Estrell auch am nächsten Wochenende einen Angriff auf den Landesmeistertitel starten möchte.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG