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In Lichtenow wird eine kurz nach der Wende geplante Siedlung zu den Akten gelegt.

Wohnen
Häuser können stehen bleiben

Mini-Siedlung: Von einst geplanten 60 Häusern stehen am Lichtenower Ortsrand drei. Sie dürfen indes bleiben, wenn der dazugehörige B-Plan aufgehoben wird.
Mini-Siedlung: Von einst geplanten 60 Häusern stehen am Lichtenower Ortsrand drei. Sie dürfen indes bleiben, wenn der dazugehörige B-Plan aufgehoben wird. © Foto: Uwe Spranger
Uwe Spranger / 18.07.2019, 06:30 Uhr
Lichtenow (MOZ) Eigentlich sollte am Eingang zum Dorf längst eine Eigenheimsiedlung stehen. Denn bereits seit 1996 gibt es einen Bebauungsplan mit dem gleichnamigen Titel. Laut dem Papier wären auf einem 3,5 Hek­tar großen Areal 60 Häuser möglich. Drei davon wurden gebaut. Seitdem passierte augenscheinlich nichts mehr. Im Hintergrund schon. Denn in der Gemeinde läuft ein Verfahren zur Aufhebung der Planung.

Dazu sei die Kommune auch verpflichtet, erklärt Carla Bork, die Leiterin des Bauordnungsamtes vom Landkreis. Denn der Bebauungsplan sei vom Verwaltungsgericht für ungültig erklärt worden, berichtet sie. Nach ihren Angaben habe das Papier einen "wesentlichen Mangel" gehabt, denn es habe keinen sogenannten Durchführungsvertrag gegeben. In solch einem Dokument regeln Flächeneigentümer und Kommune die Erschließungsfragen samt Kostenübernahme. Mithin sei die Erschließung in dem Falle "nicht gesichert" gewesen, verdeutlicht sie.

Derzeit keine neuen Bauanträge

Das Aufhebungsverfahren war bereits 2016 beschlossen worden. Damals lag  zwar ein Vertragsentwurf vor, bestanden aber Zweifel an der Finanzierbarkeit durch den Partner, ist in Unterlagen nachzulesen. Das Verfahren sei aber bislang noch nicht abgeschlossen, sagte  Carla Bork. Ein wichtiger Bestandteil des Prozesses sei die öffentliche Bekanntmachung. Die läge ihr noch nicht vor.

Für die bereits existierenden Häuser, die zum Teil bewohnt sind, drohe mit der Aufhebung des B-Plans keine Gefahr, versicherte sie. Für die Gebäude habe es Baugenehmigungen gegeben, da würden Lösungen gefunden und keine Abrissforderungen aufgemacht. "In diese Richtung denken wir nicht."

Momentan seien keinerlei andere Bauanträge aus dem Bereich "anhängig", berichtete die Amtsleiterin. Es habe aber Nachfragen potenzieller Bauwilliger für dortige Grundstücke gegeben, wusste sie. Möglicherweise werde versucht, Parzellen zu verkaufen, vermutete sie. Wer sich unbedarft einlasse und nicht informiere, laufe Gefahr, statt des erhofften Baugrundstücks unerschlossenen Acker zu erwerben. Eine Handhabe gegen derlei Geschäfte gebe es für die Behörde nicht. Dies sei Sache der Vertragspartner.

In jedem Falle gilt für das Areal auch eine Veränderungssperre. Diese wurde erst im April noch einmal um ein Jahr verlängert, weil "trotz weiterer Bemühungen der Gemeinde und zwischenzeitlich guter Aussichten kein neuer Investor zur Umsetzung des Vorhabens gefunden werden konnte" und nunmehr das Aufhebungsverfahren zum  Abschluss gebracht werden solle, heißt es im Sitzungsprotokoll. Der Grundstückseigentümer sah sich hingegen als Opfer von "Schikanen" und Seilschaften. Derlei Verhinderungspolitik trage dazu bei, dass die Baulandpreise steigen, so seine Sicht.

Einer Ausnahmeregelung hatte der Rüdersdorfer Hauptausschuss zuletzt zugestimmt: für ein Zweifamilienhaus an der Dorfstraße gegenüber der Kita. Das Vorhaben befinde sich im Innenbereich und sei auch ohne Bebauungsplan zulässig, sagte Bork.

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