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Gastronomie
Imbiss in Elisenau bangt um die Parkplätze

Kerstin Ewald / 19.07.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 22.07.2019, 11:16
Blumberg (MOZ) Mittag 1230 Uhr – Bernauer Chaussee in Elisenau. Aus dem Imbiss schallt lautes Gelächter, die einen kommen, die anderen gehen. Die, die noch beim Essen sitzen, geben anderen, die sich wieder aufmachen, noch ein paar markige Sprüche mit auf den Weg. Wieder Gelächter. So kennen Elisenauer den Imbiss von Werner Lange.

Cornelia und Lucien Höbel gehören zur Stammtisch-Besetzung in Langes Imbiss. Sie betreiben in Bernau einen Containerdienst und fahren beinahe jeden Wochentag zum Mittagessen nach Elisenau. Klöße, Braten, Rothkohl, Königsberger Klopse, Saure Eier, Nudeln – alles, was die deutsche Küche zu bieten hat für moderate Preise. Heute gibt es unter anderem gefüllte Paprika. Deftiges Essen und deftiger Humor führt Stammkunden seit Jahren hierher. "Es gibt Tage, an denen wir hier mit Bauschmerzen rausgehen vom vielen Lachen", meint Lucien Höbel. Der Mann neben ihm nickt zustimmend: Klaus Giese aus Blumberg ist ebenfalls Stammgast. "Er ist der Nikolaus von Blumberg und Bernau", erklärt Imbissbesitzer Werner Lange. Und tatsächlich trägt Giese auch im Sommer seinen langen melierten Rauschebart. Ihm gegenüber sitzt der Werneuchener Rudolf Mehlich. Er arbeitet in der Obstbaum-Plantage.

Sorge um die Parkplätze

"50 Prozent unserer Stammtischbesetzung ist derzeit im Urlaub", erklärt Cornelia Höbel bedauernd, "Sie müssten mal kommen, wenn Schorni, unser Schornsteinfegermeister, da ist!" "Ja, er ist der Stand-Up Comedian von unserer Runde und kommt jeden Tag mit einem anderen Programm." "Wie er mal wieder mit dem Fallschirm vom Schornstein herunter gesegelt ist, und ähnliche Geschichten erzählt er", ergänzt Lange.

Oft kämen auch die älteren Elisenauer auf einen Dorfschnack vorbei, für sie sei der Imbiss eine wichtige Institution, erzählt Cornelia Höbel. Nachdem es keinen Laden und keine Kneipe im Ort mehr gibt, ist der Imbiss zu einem sozialen Zentrum des Ortes geworden. Die Senioren kommen aber derzeit nicht, da die Bernauer Chaussee frisch asphaltiert wird. Die Straße soll noch bis Anfang August teilweise gesperrt bleiben. Stattdessen versorgen sich nun um die Mittagszeit dutzende Männer in orange farbener Arbeitskleidung. Es sind die Arbeiter, die die schweren Asphaltmaschinen und Walzen draußen bedienen.

Werner Lange, der zur Zeit nach einer OP mit Krücken gehen muss, macht sich Sorgen wegen der Baustelle vor der Tür. "Natürlich freue ich mich, dass die Risse in der Straße ausgebessert werden, ich fürchte aber, dass die Parkplätze vor dem Imbiss verloren gehen könnten", sagt er. Derzeit können rund 20 Pkws im Sand zwischen den alten Eichen am Straßenrand parken. Die Nachbarn scheinen die Autos der Gäste zu tolerieren. Lange steht mit dem Mitarbeiter vom Landesbetrieb in gutem Kontakt. Dieser hat ihm mitgeteilt, dass neben der Straße breite Mulden zur Versickerung des Oberflächenwassers gegraben werden sollen. "Wenn die Parkplätze wegfallen, kann ich den Imbiss dicht machen und das möchte ich nicht". Auch Mitarbeiterin Kathrin Quitsch hängt am Imbiss. Der Job hier hat ihr vor drei Jahren aus der Patsche geholfen. Sie möchte ihn nicht missen. "Meine Kollegin, der Chef und ich, das passt wie die Faust aufs Auge", lacht sie.

Auch der Ortsbeirat von Blumberg wird sich in seiner nächsten Sitzung im August mit dem Thema "Parkplätze vor dem Imbiss" befassen.

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