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Begabtenzentrum
Kleine Forscher am Großen Treppelsee

Frank Groneberg / 27.07.2019, 07:00 Uhr
Bremsdorf (MOZ) Ja, so ein Regenmacher ist schon was Tolles. Vor allem dann, wenn er funktioniert. Die Mädchen und Jungen, die die vergangenen fünf Tage im Forschercamp am Großen Treppelsee verbracht haben, scheinen bei der Herstellung ihrer Regenmacher ganz besonders gründlich und gewissenhaft gewesen zu sein. Denn siehe da: Für kommende Woche ist für mehrere Tage Regen angekündigt. Und vielleicht kommt der ja sogar schon am Wochenende bei uns an.

Den 18 Kindern und ihren Betreuern kann er dann nichts mehr anhaben – auch nicht, wenn er etwas kräftiger ausfällt. Am Freitag sind sie nach Hause gefahren – natürlich auf ihren Fahrrädern, mit denen sie am Montag in ihr Zeltlager gefahren waren. Ihre Regenmacher haben sie mitgenommen. Aus Pappröhren von Küchenpapierrollen haben sie diese gebastelt. Zuerst haben sie spiralförmig dicke Nägel in die Röhrenwand gedrückt, die Röhren mit Körnern gefüllt und verschlossen, das Ganze mit farbigem Pergamentpapier umwickelt und nach Belieben verziert. Werden die Regenmacher bewegt, kullern die Körner über die Wendeltreppen aus Nägeln und machen geheimnisvolle Geräusche – sie rufen den Regen herbei.

Seit mehreren Jahren lädt das Frankfurter Zentrum für Begabtenförderung "Einsteinchen" in den Sommerferien am Großen Treppelsee ins Forschercamp ein. Drei Durchgänge gibt es – ab 2020 werden es vier sein. Warum? "Weil die Nachfrage so groß ist", sagt Peggy Zeda, Leiterin des Zentrums. "Wir mussten auch diesmal vielen Kindern absagen."

Jedes Jahr gibt es ein neues Forschungsthema. In diesem Jahr lautete es: Afrika. Die Kinder bastelten nicht nur Regenmacher. Sie befassten sich mit dem Leben in Afrika, fertigten Lendenschurze an, stellten ein Fußpeeling aus Spitz- und Breitwegerich her, um nur einige Beispiele zu nennen.

Forscherthema Afrika

Und sie gaben sich afrikanische Namen. So wie Moritz aus Groß Lindow, der im Forschercamp Simba hieß, also der Löwe. Zum dritten Mal war der Achtjährige schon am Großen Treppelsee dabei. "Es macht richtig Spaß und wir können uns hier richtig austoben", erzählt er. "Wir spielen, gehen angeln, und das Basteln mag ich auch sehr." Tina (9) aus Frankfurt ist sogar schon zum vierten Mal mitgeradelt, zusammen mit ihrem Bruder Max (14).

Mobiltelefone sind tabu

"Das Baden ist toll, wir sitzen abends an der Feuerschale, man findet neue Freunde", sprudelt es aus ihr heraus. Und wie sieht es mit dem Handy aus? "Wenn wir vorher fragen, dürfen wir es kurz benutzen, zum Beispiel zu Hause anrufen", sagt Tina. Stundenlanges Spielen oder Surfen sei tabu. "Ich vermisse das auch gar nicht, hier im Wald ist es so viel schöner." Und zum Beweis präsentieren ihre Freunde und sie dem Besucher ein Tattoostudio, dass sie sich tief im Wald gebaut haben.

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