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Die kleine Kommune Garzau-Garzin kämpft um eine verkehrssichere und naturschutzgerechte Lösung für die kilometerlange Ortsverbindung.

Ausbau
Straßenbreite wird verringert

Kulturgut Feldsteinstraße: Heutigen Kfz-Tonnagen ist es indes nicht gewachsen, Instandsetzung ist teuer.
Kulturgut Feldsteinstraße: Heutigen Kfz-Tonnagen ist es indes nicht gewachsen, Instandsetzung ist teuer. © Foto: MOZ/Gabriele Rataj
Gabriele Rataj / 31.07.2019, 06:45 Uhr
Garzau-Garzin (MOZ) Ein neuer Schritt zum Ausbau der Ortsverbindung Garzin–Liebenhof–Bergschäferei–B 168 ist erfolgt. Am Montag haben die Gemeindevertreter Garzau-Garzins die Entwurfsplanung für Verkehrsanlagen und Landschaftspflegerischen Begleitplan mit Stand vom Juli 2019 bestätigt.

Diese unterscheiden sich teilweise von der Vorplanung für die insgesamt vier Bauabschnitte vom Ortsausgang Garzin bis zur Bundesstraße 168. Vorrangig beziehen sie sich auf die Bauabschnitte 3 (Ortsausgang Liebenhof bis Bergschäferei) und 4 (Bergschäferei bis B 168).

Diese betreffend hat der Vorstand der Lokalen Arbeitsgemeinschaft (LAG) Märkische Seen im März für eine Leader-Förderung über ländlichen Wegebau plädiert. So wurde dem vor einem Jahr durch die Gemeinde eingereichten Leader-Förderantrag zu weiterem Fortgang verholfen. Ohne diese Aussichten wäre der Etat des etwa 450-Einwohner-Ortes im Amt Märkische Schweiz sowohl für weitere Instandsetzungen als auch einen grundhaften Ausbau der alten Feldsteinstraße deutlich überfordert.

Mit dem wohlwollenden Signal der LAG im Hinterkopf konnte das Frankfurter Ingenieurbüro parallel zu seinen Planungen die Untere Naturschutzbehörde und das Landesumweltamt konsultieren. Die Untersuchungen zum Artenschutz und das Erarbeiten des Landschaftspflegerischen Begleitplans sind davon nicht zu trennen, da sich der gesamte Straßenverlauf im Naturpark Märkische Schweiz befindet und der ihn teilweise begleitende Europarad­weg R 1 überdies im Europäischen Vogelschutzgebiet. Die die Straße beiderseits flankierenden Hecken sind daher als besonderes Schutzgut zu betrachten.

Aus all diesen Abstimmungen resultierende Veränderungen stellte in der Sitzung Wolfgang Bohm von der Bauverwaltung des Amtes dar. Die jetzt im Bauabschnitt 3 auf 3,50 Meter reduzierte Fahrbahnbreite kam für die Gemeindevertreter dennoch überraschend. Allerdings wird damit die insgesamt versiegelte Fläche kleiner, was sich vorteilhaft für Natur- und Artenschutz auswirkt.

Rückbau des Feldsteinpflasters

Außerdem wird die Fahrbahn beiderseits mit einem 50 Zentimeter breiten Bankett aus Schotterrasen vervollständigt. Der Radweg erhielte eine Asphaltdecke über einer Schottertragschicht, vorhandene Tiefborde blieben bestehen. Für den grundhaften Ausbau würde das Feldsteinpflaster rückgebaut. Zufahrten zu Feldern auf beiden Seiten der Straße sollen ebenso wie die Fahrbahn Asphalt erhalten und zugleich als Ausweichstellen fungieren.

Im Bauabschnitt 4 sieht der Entwurf vor, dass die bereits bestehende Asphaltstraße eine zusätzliche Asphaltschicht erhält, die Fahrbahn teilweise auf 4,5 bis fünf Meter verbreitert und im Einmündungsbereich  der B 168 für möglichen Gegenverkehr aufgeweitet wird.

Möglicher Baubeginn für die rund 900 000 Euro teure Gesamtinvestition sei für August 2020 avisiert, hieß es zur Sitzung. Eine Zahl, die die Gemeindevertreter selbst bei hoher Förderung besorgt die Stirnen runzeln ließ.

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