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Eine 250-Kilo-Bombe sorgte in Dolgelin für Aufregung. Zur Entschärfung musste der halbe Ort evakuiert und die B167 gesperrt werden.

Explosionsgefahr
Bombe sicher entschärft

Eva-Maria Lubisch, Ulf Grieger / 02.08.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 02.08.2019, 10:06
Dolgelin (MOZ) Bombenalarm in Dolgelin. Am späten Mittwochnachmittag wurde bei Routinearbeiten auf einem Baugrundstück im dicht besiedelten "Rosenweg" eine 250–Kilo–Bombe russischer Herkunft von den Mitarbeitern der Kemmer Engineering GmbH – Kampfmittelräumung entdeckt. Die Räumstellenarbeiter sind dort wegen Wohnungsbauvorhaen im Einsatz. Räumstellenleiter und Feuerwerker Marco Kossatz sowie Matthias Kossatz und Andreas Wissmann hatten die Bombe, die dort 1945 abgeworfen worden war, entdeckt.

Amt informierte per Fax

Für Marlis Zachert vom Ordnungsamt Seelow-Land begann an diesem Nachmittag eine intensive  Vorbereitungszeit. "Wir mussten zunächst einmal alle dafür wichtigen Behörden verständigen. Dies muss so erfolgen, dass wir auch sicher sein konnten, dass sie den Erhalt der  Information bestätigen. Das war uns aus technischen Gründen nur per Fax möglich", erklärte sie am Donnerstag. Für die Bevölkerung, es mussten die Einwohner im Umkreis von 500 Meter rings um die Fundstelle im Rosenweg evakuiert werden, wurden Handzettel gefertigt und verteilt.

Auch die Polizei wurde informiert, so Marlies Zachert. Warum die Medien nicht informiert wurden, kann sie nicht sagen. Klar war bereits am Vorabend, dass auch die B167 gesperrt werden muss, und zwar von 9 bis möglicherweise 13 Uhr. Polizeisprecherin Bärbel Cotte-Weiß erklärte am Donnerstagmorgen zunächst, dass ihr keine Sperrmaßnahme angekündigt wurde. Erst nach 9 Uhr bestätigte sie ein Amtshilfeersuchen des Amtes Seelow-Land, so dass dann auch die Information über die Sperrung zumindest im Radio und über die sozialen Netzwerke erfolgen konnte. Am Morgen erfolgte bis 9 Uhr die Evakuierung der Einwohner in den Bereichen B167, Rosenweg, Bahnhofsstraße und Siedlerweg im Umkreis von 500 Metern. Die Bürger aus diesen Bereichen wurden im Gemeindehaus oder bei Verwandten kurzzeitig untergebracht. Marlis Zachert wurde dabei von der Gemeinde und Mitgliedern der Feuerwehr unterstützt. Bereits gegen 10.30 Uhr konnte wieder Entwarnung gegeben werden. Die Ortsdurchfahrt der B167 blieb in beide Richtungen von 9.30 bis  10.45 Uhr durch die Polizei gesperrt. Im Ort übernahmen die Kameraden der Dolgeliner und Sachsendorfer Feuerwehren die Straßen diese Aufgabe. Von der Bundesstraßensperrung überrascht wurden etliche Autofahrer. Einige schickte die Polizei auf die Umleitungsstrecke. So erging es auch Annett Floether aus Hohenjesar. Sie wurde gebeten, über Lietzen zu fahren.

Matthias Metke, Truppführer von Märkisch-Oderland und Frankfurt vom Zentraldienst der Polizei und Kampfmittelbeseitigungsdienst und Mitarbeiter Peer Bärsch entschärften die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ohne Probleme. Die Bombe wurde nach Frankfurt(Oder) ins Zwischenlager abtransportiert. "Es lief alles reibungslos", freute sich Metke. Er und seine Kollegen konnten die Glückwünsche des Amtes durch Marlis Zachert sowie von Helfern und Einwohnern entgegennehmen. "Der  Zünder, es handelte sich hierbei um einen pneumatisch Kopfzünder, war bereits etwas defekt. Ein Teil war abgebrochen. Wir haben es trotzdem geschafft, ihn herauszudrehen", informierte er. Bomben in dieser Größenordnung seien gerade in Dolgelin nicht so selten. Bereits zu DDR-Zeiten habe man dort solche Bomben entschärft. Noch häufiger allerdings seien dort die 100-Kilo-Bomben.

Funde auch bei Kunersdorf

Simone und Mario Manicke sicherte den Helfern eine Kaffeepause, die vom Amt Seelow-Land spendiert wurde. Die Einwohner konnten wieder in ihre Häuser zurückkehren. Für alle war dies eine große Erleichteung. "Die Fundstelle war ja bei uns gleich hintenan", erzählt Simone Manicke, deren Geschäft an der B167 liegt. "Als wir die Information am Mittwoch erhielten, haben wir natürlich gehofft, dass alles gut geht und niemand verletzt wird. Es hätte ja viel passieren können", sagte sie.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei ist derzeit vor allem im Zusammenhang mit dem Radwegebau zwischen Wollup und Zechin sowie beim Bau von Solarparks bei Metzdorf und Kunersdorf im Einsatz. Während beim Radwegbau vor allem kleinere Funde gemacht wurden, musste kürzlich bei Kunersdorf ebenfalls eine Bombe entschärft werden.

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