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Buchvorstellung
Die Werdermühle im Mittelpunkt

Bärbel Kraemer / 03.08.2019, 12:31 Uhr
Lühnsdorf Mit mehr als 70 Bildern, die die Entwicklung der Werdermühle eindrucksvoll dokumentieren, hat der druckfrisch erschienene Fortsetzungsband zur Ortsgeschichte von Lühnsdorf einiges zu bieten. Am 23. August soll die 136 Seiten umfassende Dokumentation im alten Gasthofssaal der Familie Bergholz in Lühnsdorf vorgestellt werden.

Fritz Moritz und Bärbel Kraemer, die Autoren des Gemeinschaftswerkes, hoffen auf viele Interessierte.Den mittlerweile dritten geschichtlichen Abriss zur Ortsgeschichte haben die beiden der Werdermühle gewidmet. Sie taucht 1379, zwei Jahre nach der schriftlichen Ersterwähnung von Lühnsdorf, in der Geschichtsschreibung auf. Im Thüringischen Staatsarchiv zu Weimar wird die Urkunde aufbewahrt, in der der "monchetych gelegin an dem werder czu Nymig" (Mönchsteich gelegen am Werder zu Niemegk) erwähnt wird. 1426 wurde diese Ansiedlung bereits "werder mole" genannt; der Weg bis zur jetzigen Bezeichnung Werdermühle war nicht mehr lang.

Vom Jahr 1817 an haben viele historische Dokumente, die Werdermühle betreffend, in den Archiven überdauert. Fritz Moritz arbeitete dieses Material akribisch auf und vertraute es Bärbel Kraemer von der Geschichtswerkstatt Belzig e.V. an. Sie machte ein Buch daraus.

"In den Lühnsdorfer und in den Niemegker Kirchenbüchern findet sich außerdem eine schier unübersehbare Menge von Informationen über die Müllerfamilie Kuhlmey. Es sind Eintragungen über Taufen, Eheschließungen und Sterbefälle. Den Verdiensten der Kuhlmeys ist es geschuldet, dass die Werdermühle ihren eigenen Chronikband erhält", erklärt Chronist Fritz Moritz.

Über mehrere Generationen war die Mühle im Besitz der Kuhlmeys. In erster Generation wurde sie von Johann Conrad Kuhlmey geführt. In letzter von Georg Kuhlmey. Wer das Büchlein zur Hand nimmt, kann mehr über die Familie erfahren, die eine vorzügliche Forellenzucht betrieb und "Königlich-Preußischer-Hoflieferant" für Forellen war.

Breiten Raum im Buch nehmen die Bautätigkeiten an der Werdermühle im Wandel der Zeit ein. Außerdem wird erzählt, warum die Kuhlmey Kinder keine Dorfschule besuchen sollten. Ein anderes Kapitel ist der Werdermühle als Erholungsort gewidmet. In den 1930er Jahren schmückte sich der "Luftkurort Niemegk" mit der idyllisch gelegenen Mühle an der Plane und empfahl Ausflüglern einen unbedingten Besuch.

Die Glanzzeiten der Werdermühle gingen damals jedoch schon zu Ende. Der erste Schicksalsschlag, der die Serie von jahrzehntelangen, nicht enden wollenden Problemen einleitete, war der Tod von Hermann Kuhlmeys Ehefrau Emma. Sie starb 1903 und hinterließ fünf unmündige Kinder.

Nach 1945 wurde ein neues Kapitel in der Geschichte der Werdermühle aufgeschlagen. Die Ära der Kuhlmeys endete einige Jahre später. Dem VEB Binnenfischerei Potsdam kam 1953 die Aufgabe zu, die Fischzucht in der Werdermühle wieder zu beleben.

Mehr soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden.

Fritz Moritz und Bärbel Kraemer hoffen, dass auch der Band 3 zur Lühnsdorfer Ortsgeschichte mit dem Titel "Ein Dorf schreibt Geschichte" den Weg in die Bücherregale findet, damit der Dokumentation ein weiterer Buchband folgen kann.

Der soll der Landwirtschaft gewidmet werden. "Von der Separation über die individuelle Wirtschaft und die Gründung der Genossenschaft bis in die Gegenwart hinein", so Fritz Moritz und verspricht, dabei auch auf selbstgebaute Landwirtschaftstechnik einzugehen.

Buchvorstellung

23. August, 18.30 Uhr, im alten Gasthofssaal der Familie Bergholz in Lühnsdorf

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