Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Anwohner in Alt Zeschdorf beklagten im Juli starke Geruchsbelästigungen durch den benachbarten Stall. Der Milchbauer will das künftig vermeiden.

Geruchsbelästigung
Gülle plus Sickersaft stinken bei Hitze

Pfeil Dranbleiben
Pfeil Dranbleiben © Foto: MOZ
Ines Weber-Rath / 04.08.2019, 07:00 Uhr
Hohenjesar (MOZ) In der extremen Hitzeperiode Anfang Juli haben die Bewohner des Alt Zeschdorfer Ortsteils Hohenjesar unter einer starken Geruchsbelastung gelitten. Es gab Beschwerden ans Lebuser Ordnungsamt und beim Landwirtschafts- und Umweltamt (ALU) des Landkreises. Letzteres sicherte eine Kontrolle im Hohenjesarer Landwirtschaftsbetrieb, der Milchproduktion GmbH Nauta zu. Denn von ihm ging die Geruchsbelastung offenbar aus. Die Kontrolle hat in dieser Woche stattgefunden.

Im Ergebnis sei festzustellen, dass es sich um ein kurzzeitiges Problem gehandelt habe, für das zwei Ursachen zusammen kamen, heißt es in einer von Fachbereichsleiter Rainer Schinkel unterzeichneten Mitteilung: Zum einen war in einem Maisschlag des Betriebes durch einen externen Sachverständigen ein "akuter Phosphormangel festgestellt worden, der umgehend durch eine Güllegabe behoben werden sollte", heißt es im amtlichen Bericht.

Das beauftragte Lohnunternehmen sei nicht in der Lage gewesen, zum Gülleausbringen nur die kühleren Morgen- und Abendstunden zu nutzen. Zudem konnte der Dünger in den Maisbestand nicht eingearbeitet werden. In der Hitze führte dies zu starken Gerüchen.

Hinzu kam eine Geruchsbelastung durch Sickersäfte. Denn zu der Zeit war der Silierungsprozess der Luzerne und des Roggens in vollem Gange. "Roggen hat unser Vorgänger Herr Damm nicht siliert. Aber der ist besonders nahrhaft für unsere Kühe", erklärte Milchbäuerin Maria Verduin im Gespräch mit der MOZ. Allerdings riecht Roggensilage auch besonders stark.

Maria Verduin und ihr Mann Wiebe Eric Nauta überlegen angesichts dessen jetzt, das offene Sickersaft-Auffangbecken abzudecken. Die Niederländer, die die Hohenjesarer Milchviehanlage vor einem Jahr vom Lebuser Landwirtschaftsbetrieb Damm übernommen hatten, wünschen sich einen offenen Dialog mit ihren Nachbarn.

Tag der offenen Tür geplant

Sobald sie die Anlage noch etwas besser hergerichtet hätten, wollten sie die Hohenjesarer zu einem Tag der offenen Tür einladen, kündigt Maria Verduin ein. Jetzt sind die Betreiber der Milchviehanlage, die auf umliegenden Ackerflächen auch Futter für ihre Kühe produzieren, voll mit der Ernte beschäftigt.

Das Amt für Landwirtschaft und Umwelt hat bei der Kontrolle vor Ort und Einsicht in die sogenannte Schlagdokumentation jedenfalls keine Verstöße gegen die Düngeverordnung feststellen können, teilt die Behörde mit. Und verweist darauf, dass sie nur das ordnungsgemäße Düngen, nicht aber die Geruchsbelästigung untersucht hat. Für letztere wäre die Immissionsschutzabteilung des Landesumweltamtes zuständig.

Die in der Milchviehanlage anfallende Gülle wird laut Milchbäuerin Maria Verduin vorwiegend auf die eigenen Felder ausgebracht. Zweimal wöchentlich werde zudem Gülle zur Verarbeitung in der Petershagener Biogasanlage abgeholt.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG