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Wie viele Kinder ist Jonas Kirschke aus Wendisch Rietz ab Montag Schüler. Seine Eltern schicken ihn bewusst in die Grundschule Görzig.

Schulbeginn
Mit Dino zur Schule

Ruth Buder / 05.08.2019, 08:00 Uhr
Görzig Rappelvoll ist es am Sonnabendvormittag im Dorfgemeinschaftshaus in Görzig. Am Eingang steht einladend ein üppiger Strauß Sonnenblumen, an den Wänden hängen große Buchstaben und Zahlen, rechts vor der Bühne baumeln die bunten Schultüten an einem Baum. "Welche wird wohl meine sein?", rätselt Jonas, der in seinem mintgrünen Hemd fein gemacht mit seinen anderen künftigen 15 Mitschülern auf einer Bank ganz vorn Platz genommen hat. Seine Eltern Julia und Marko Kirschke sowie sein kleiner Bruder Matti, müssen sich mit den hinteren Stuhlreihen begnügen. Heute ist Jonas die Hauptperson.

Endlich ist es soweit. Fröhlich leiten die Mädchen der Arbeitsgemeinschaft "Peppiger Tanz" mit bunten Tüchern diesen besonderen Tag ein. Dann tritt die neue Schulleiterin Franziska Weise-Drogis ans Mikrofon: "Nein, ihr braucht nicht aufgeregt zu sein, ihr kennt ja eure Schule schon." Die meisten der ABC-Schützen, auch Jonas, haben in Görzig die Kita besucht, die sich unmittelbar neben der "Schule des Friedens" befindet. "Ihr werden hier lesen, schreiben und rechnen lernen, viel Sport in unserer schönen Turnhalle machen und könnt euch auf die Pausen auf unserem großzügigen Schulhof freuen. Und natürlich neue Freunde finden", stimmt die Schulleiterin die Schulanfänger auf ihren neuen Lebensabschnitt ein.

Und wenn es mal Sorgen oder Streit gebe, dann könnten sie sich jeder Zeit an die Erzieher wenden. Auch an die Schulsekretärin Elfriede Krüger, die während der Veranstaltung eifrig fotografiert, oder an Dieter Ahrensdorf, den Hausmeister. Er ist wohl der einzige, der während der Ferien keinen Urlaub hatte. "In dieser Zeit haben wir Hausmeister die meiste Arbeit. Für die Grundreinigung müssen alle Klassenräume ausgeräumt werden, Bauarbeiten sind zu betreuen, der Rasen musste gewässert werden", erzählt der 60-Jährige. Erst, wenn alles läuft, im September, macht er frei. "Ich arbeite gern hier. Das ist eine richtig schöne Landschule, wo es ruhig und friedlich zugeht und jeder jeden kennt."

Eltern haben ein gutes Gefühl

Auch die Eltern von Jonas – die Familie wohnt in Groß Rietz – schicken ihren Ältesten mit einem guten Gefühl in die Görziger Schule: "Er freut sich ganz doll. Und er ist ein aufgeweckter Junge, der sich besonders für Natur und Tiere interessiert", erzählt die Mutter, die heute schon vor Freude und Stolz Tränen vergossen hat. Und Jonas’ Vater erinnert sich, wie er vor genau 29 Jahren auch in Görzig eingeschult worden ist.

Nachdem die Tanzmädchen noch mehrmals zeigen, was sie gelernt haben, naht der Höhepunkt: Die Schultüten werden verteilt! Einzeln steigen die Kinder auf ein Treppchen, um von ihren Klassenlehrerinnen Kerstin Schulz (die Maus-Klasse) und Manuela Loser (die Hasen-Klasse) sowie der Schulleiterin beglückwünscht zu werden. Dann, als letzter, wird Jonas aufgerufen. Eine Schultüte bekommt er nicht, dafür aber einen 50 Zentimeter großen, gefüllten Dino. Den hat sein Vater für ihn selbst gebastelt.

Nach der fast einstündigen Feier geht es in Begleitung der Klassenlehrerinnen zu Fuß in die nahe gelegene Schule. Unterwegs erzählt Jonas, der wie alle anderen stolz seinen neuen Schulranzen trägt, dass er mit drei Jahren in die Kita gekommen ist. "Und jetzt bin ich doppelt so alt", zeigt der Sechsjährige, dass er schon ein bisschen rechnen kann. An der Schule angekommen, stellen sich alle Erstklässler zu einem Gruppenfoto auf – zur Erinnerung an den großen Tag. Dann dürfen sie ihre Klassenräume in Augenschein nehmen. Jonas ist bei Manuela Loser in der Hasen-Klasse. Blumen liegen auf den Schulbänken und als Geschenk fluoreszierende Regenüberzüge für die Ranzen. Die Kinder beschnuppern sich und zeigen sich gegenseitig ihre neuen Mappen und Federtaschen: Alles ist bereit, die Schule kann beginnen. "Uns fehlen noch ein paar Lehrerstunden", sagt die Schulleiterin. "Aber ich hoffe, dass im Oktober die Lücke geschlossen wird."

Während die Einschüler noch in den Klassenräumen sind, können sich die Eltern bei Kaffee und Kuchen, vorbereitet vom Förderverein der Schule, die Zeit vertreiben. Dann ist der  offizielle Teil vorbei. Es geht nach Hause. Dort warten bei Familie Kirschke an die 30 Gäste. Denn es wird nicht nur Jonas´ Einschulung gefeiert, sondern auch gleich der vierte Geburtstag seines Bruders Matti.

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