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Rock, Ballett und  Feuerregen – spektakuläre Shows erlebten die rund 1200 Gäste von Klang und Licht in Kagel.

Festival
Heiße Kunst und Gänsehaut

Manja Wilde / 05.08.2019, 09:00 Uhr - Aktualisiert 05.08.2019, 09:16
Kagel (MOZ) Der blaue Nachthimmel lässt die Bühne noch ein bisschen mehr leuchten, als Romy Marleen ins Scheinwerferlicht tritt. Zart wie eine Elfe steht die Zehnjährige in ihrem schlichten Ballettkleidchen da. "Wie schön Du bist", heißt das Lied von Sarah Conner, zu dem sich die junge Kaglerin eine Choreografie ausgedacht und einstudiert hat. Geschmeidig gleitet Romys Körper in den Spagat, um sich gleich wieder aufzubäumen. Handy-Kameras zeichnen jede Bewegung mit. Gänsehaut-Feeling auf dem Kageler Marktplatz.

Romy tanzt seit sie vier Jahre alt ist. "Angefangen hat sie bei der Ballettschule Balancé in Erkner", erfährt das Publikum von Moderator Steffen Fritsch. Aber auch an Deutscher Oper und Staatsoper habe das Mädchen mittlerweile auf der Bühne gestanden. Beim Festival "Klang und Licht" ist es der erste Auftritt. "Die Organisatoren sind unsere Nachbarn, haben gefragt, ob Romy mitmachen würde und da haben wir zugesagt", berichtet Romys Vater, Gordon Danne. Nach ihren zwei Tänzen sitzt Romy wieder am Tisch neben ihren Eltern. "Ich tanze schon gern auf großen Bühnen, aber hier habe ich mich auch wohlgefühlt, weil man die Leute kennt. Kagel ist halt mein Zuhause", sagt sie.

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Festival Klang und Licht in Kagel

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Seit 15 Jahren gibt es das Festival "Klang und Licht". Zu dem Event, das mal mit 200 Gästen begann, strömen mittlerweile mehr als 1000 Menschen. Auch in dieser Nacht. "Die Stimmung ist gut, trotz des Einschulungswochenendes ist die Resonanz groß", freut sich Thomas Zschammer, der einst die Idee für das Festival hatte. Stand die Veranstaltung bislang unter der Obhut der Gemeinde, wird sie seit diesem Jahr von einer Gemeinnützigen Unternehmensgesellschaft organisiert, deren Inhaber Fritsch und Zschammer sind. Der Zuspruch ist ungebrochen.

Rund 1200 Frauen, Männer und Kinder tummeln sich nach Einschätzung der Security-Mitarbeiter auf dem Marktplatz. "Das ist das Highlight des Jahres, das sieht man ja an den Menschenmassen", sagt Ingo Rudolf. Der Kageler steht vor einem der Getränkestände und plaudert mit Bekannten. "Hochachtung für die, die das alles organisieren", fügt er an. Dass er bis zum Ende bleibe, sei für ihn Ehrensache, sagt der 50-Jährige.

Aber noch ist es früh am Abend. The Showberries, eine Jugendband aus Fredersdorf-Vogelsdorf, steht auf der Bühne. An der Musikschule Hugo Diestler bekommen die fünf Schüler Unterricht. In Kagel eröffnen "Frontfrau" Lina Westermann und die anderen Showberries das musikalische Programm. Hans-Joachim Leopold gefällt die Musik der jungen Leute. Einen festgelegten Musikgeschmack habe er nicht, sagt Leopold, der im benachbarten Kienbaum wohnt und "schon ab und zu" bei "Klang und Licht" war.

Verbrennungen gehören dazu

Langsam senkt sich die Dämmerung über den Dorfplatz. Die Plätze an den langen Biertischen sind mittlerweile restlos besetzt, Feuerkünstlerin Mel pustet helle Flammen in den Himmel. Zum Abschluss verschwindet die 34-Jährige fast ganz in einem Feuerregen. Wie sie den erzeugt, bleibt ihr Geheimnis. "Der Kohlenstab ist selbst gebaut, was wir in die Enden füllen, verrate ich nicht", sagt sie nach der Show. Ob sie sich bei ihren Auftritten schon mal verbrannt hat? "Das kommt öfter vor", räumt Mel ein. Auch diesmal haben die Funken auf dem Dekolleté der jungen Frau ihre Spuren hinterlassen. "Das tut aber nicht weh", beruhigt sie schnell.

Der Dorfplatz füllt sich immer mehr. Nach Romys Auftritt wird es rockig. Die Big Value Band hat das Mikro übernommen, dann steigt das Feuerwerk in den Himmel. Marco Wittke (30) und sein Kumpel Philipp Kiesewetter (29) treffen gerade erst ein. Die beiden jungen Männer wohnen in Philadelphia bei Storkow, eine Freundin hat ihnen "Klang und Licht" empfohlen.

Die Gemeinde Grünheide hat die Veranstaltung mit 9000 Euro unterstützt, weitere 4000 Euro steuerten Sponsoren bei.

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