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Literatursommer
"Literaturland" Brandenburg

Corinne Orlowski und Christian Leonhardt nahmen die Zuhörer mit auf eine literarische Reise und Spurensuche. Sie stellten AutorInnen sowie eine Auswahl ihrer Texte aus den verschiedenen Epochen vor.
Corinne Orlowski und Christian Leonhardt nahmen die Zuhörer mit auf eine literarische Reise und Spurensuche. Sie stellten AutorInnen sowie eine Auswahl ihrer Texte aus den verschiedenen Epochen vor. © Foto: geh
Erhard Herrmann / 06.08.2019, 14:36 Uhr
Golzow Fontane ist Brandenburg, das stimmt. Es gab und gibt aber viel mehr über Land, Leute und Geschichten zu erzählen und zu schreiben. "Brandenburg ist ein Land mit einer reichen Literaturgeschichte und einer lebendigen Gegenwartsliteratur. Dabei auch kein bisschen provinziell", erklärte die Golzowerin und Literaturwissenschaftlerin Corinne Orlowski in der kleinen Kirche.

Dort präsentierte der örtliche Kultur- und Dorfverein mit dem Brandenburgischen Literaturbüro im Rahmen der 800-Jahrfeier am vergangenen Wochenende Literatur aus und in Brandenburg. Mit dabei waren die Autoren Nell Zink, Peggy Mädler sowie Rainald Grebe und Tilla Kratochwil, das Autorenduo Jascha Riesselmann und Olav Amende sowie der Übersetzer Moritz Rauchhaus und der Lyriker Tobias Roth.

Vor Beginn der Lesungen nahmen Corinne Orlowski und Christian Leonhardt die Zuhörer mit auf eine unterhaltsame literarische Spurensuche und Reise durch das Kulturland Brandenburg. Dabei stellten sie Autoren sowie eine Auswahl ihrer Texte aus den verschiedenen Epochen vor. Darunter natürlich die großen Namen wie Heinrich von Kleist, Gerhart Hauptmann, Kurt Tucholsky oder Bertolt Brecht, die wohl jeder kennt. Sehr bekannt und präsent –  vor allem in der Stadt Brandenburg – auch Friedrich de la Motte-Fouqué mit seinem berühmten Märchen Undine, das sein Freund E.T.A. Hoffmann als "Zauberoper" vertonte.

Vorgestellt wurden auch junge und durchaus heimatverbundene Schreiberlinge wie Paula Fürstenberg oder Juli Zeh, die in ihrem Buch "UNTERLEUTEN” die Brandenburger so beschrieb: In Brandenburg würden die Leute noch während des Weltuntergangs an den Gartenzäunen stehen und ‚Irgendwas ist immer!’ sagen.

Die junge Autorin Antje Rávic Strubel schrieb sogar eine "Gebrauchsanweisung für Brandenburg". "Stellen sie sich vor, sie hätten ein schönes Grundstück erworben. Man macht es sich gemütlich und plötzlich schmeißt der Nachbar den Rasenmäher oder die Heckenschere an. Und schon ist es da, das schlechte Gewissen! Sie glauben dann, dass auch Ihre Hecke dringend verschnitten werden muss. Ich würde aus diesem Grund anregen, dass alle, die in Brandenburg ihren Wohnsitz anmelden, zur Begrüßung eine Heckenschere oder eine Kreissäge geschenkt bekommen. Das wäre ein erster Schritt in Richtung Integration."

Solch amüsante vorgelesenen Geschichten wechselten sich mit tiefgründigen Texte wie der von Kleist geschriebene Novelle Michael Kohlhaas, einem Mann, der sein Recht mit seinem Tod erkämpfte, ab. Es entwickelte sich ein entspanntes Literatur-Wochenende, das zeigt, dass Jubiläen und Dorffeste gerne auch einmal "Leise" sein dürfen.

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