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Sicherheit
Liebenberger fordern Tempo 30

Bereits im vergangenen Jahr hatte Thomas Hauptmann auf die zu schmalen Gehwege hingewiesen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Thomas Hauptmann auf die zu schmalen Gehwege hingewiesen. © Foto: Volkmar Ernst
Volkmar Ernst / 07.08.2019, 10:02 Uhr
Liebenberg (MOZ) Auf der Bergsdorfer Straße in Liebenberg dürfen Autofahrer 50 Kilometer pro Stunde fahren. Dagegen wehren sich Einwohner und Ortsbeirat. Sie fordern eine Reduzierung auf Tempo 30.

Die Bergsdorfer Straße in Liebenberg ist kurvenreich und in einigen Abschnitten eng. Nicht nur, dass der Gehweg in bestimmten Bereichen sehr schmal ausfällt. Die abgefahren und zum Teil mit schwarzem Gummiabrieb behafteten Kantensteine sind auch der sichtbare Beleg dafür, dass vor allem Laster und landwirtschaftliche Fahrzeuge immer wieder auf oder  über die Bordsteine fahren. Auch Reste von abgefahrenen Außenspiegeln von Kraftfahrzeugen sind in steter Regelmäßigkeit auf der Fahrbahn zu finden. Deshalb fordern viele Anwohner der Straße und eigentlich das gesamte Dorf, dass die Höchstgeschwindigkeit auf der Bergsdorfer Straße auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt wird.

Das ist keine neue Forderung, sondern inzwischen eine Litanei, mit der die Liebenberger regelmäßig das Löwenberger Land als auch den Landkreis auffordern, endlich etwas zu unternehmen.

Immerhin gab es schon einmal eine solche Tempobegrenzung. Die jedoch wurde aufgehoben, als der Landkreis, da es sich um eine Kreisstraße handelt, diese sanieren ließ. Dann entfallen alle bis dahin geltenden Verkehrseinschränkungen und müssen gegebenenfalls neu angeordnet werden. Doch das passiert nicht. Der Grund: Laut einer Stellungnahme des Kreises liegen die dafür notwendigen Voraussetzungen nicht vor. Eine Verkehrszählung habe kein auffällig hohes Lkw-Aufkommen ergeben, auch sei die Straße von der Polizei nicht als Unfallschwerpunkteingestuft worden, so ist dem Papier zu entnehmen.

Diese Stellungnahme hatte der Kreis im September vergangenen Jahres abgegeben, als die Mitglieder des damaligen Ortsbeirates den Abgeordneten des Löwenberger Landes eine Unterschriftenliste mit eben dieser Forderung übergaben. Da die Löwenberger Kommunalpolitiker die Aufstellung der Tempobegrenzungsschilder nicht selbst vornehmen dürfen, sondern das beim Kreis beantragen müssen, hatten sie die Liste nebst Forderung an den Kreis prompt weitergeleitet. Passiert ist wieder nichts. Doch damit wollen und werden sich die Liebenberger nicht abfinden, wie sie im Verlauf der jüngsten Sitzung des Gremiums lautstark kundtaten. Dass die Tagung auf dem Festplatz stattfand, hatte nicht nur damit zu tun, dass im Anschluss noch gegrillt werden sollte. Sogar ab 19 Uhr mussten die Redner immer wieder eine Zwangspause einlegen, da die vorbeifahrenden Laster die Verständigung behinderten. "So viel zur Verkehrszählung", war nicht nur eine Spitze in Richtung Kreis während der Sitzung von den Gästen zu hören.

Im Namen seiner Ortsbeiratskollegen regte Thomas Hauptmann einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern des Löwenberger Landes, vor allem aber des Landkreises an. "Es mag sein, dass das Verkehrsaufkommen insgesamt nicht hoch genug ist und wir bislang noch keine schweren Unfälle zu beklagen hatten. Das ist aber noch lange kein Grund, untätig zu bleiben. Die Straße ist eindeutig gefährlich, insbesondere für Kinder. Wenn uns die Verantwortlichen im Kreis das nicht glauben, dann müssen sie sich die Verkehrssituation vor Ort ansehen." Ein Vorschlag, den auch Manfred Telm, Bauamtsleiter des Löwenberger Landes befürwortet.

Seitens des Landkreises Oberhavel verwies Pressesprecherin Constanze Gatzke erneut auf die bereits im vergangenen Jahr abgegebene Stellungnahme. In der sei aber auch versprochen worden, wenigsten Displays aufzustellen, um die Verkehrsteilnehmer auf die gefahrene Geschwindigkeit hinzuweisen. Ein Angebot, das bislang noch nicht vom Tisch sei. "Die Kreisverwaltung hat das vorgeschlagen und ist dabei, es umzusetzen", so die Sprecherin.

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