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Lokal schließt
"Zur Spree" schließt

Das Lokal "Zur Spree" schließt. Die Familien von Mathias Gluth und Kathrin Baier sind dort gern Gast gewesen.
Das Lokal "Zur Spree" schließt. Die Familien von Mathias Gluth und Kathrin Baier sind dort gern Gast gewesen. © Foto: Jörn Tornow
Monika Rassek / 10.08.2019, 06:30 Uhr
Briescht (MOZ) Idyllisch, direkt an der hölzernen Spreebrücke in Briescht liegt der rustikale Gasthof "Zur Spree". Neben Anwohnern und Stammgästen kehren auch gern Touristen wie Wasserwanderer, Radler und Wanderer auf eine Erfrischung ein. Die Küche lockt mit gutbürgerlichen Speisen. Doch nun soll Schluss sein. Wirtin Ilona Bergert schließt zum Ende des Jahres für immer. "Ich schaffe das einfach nicht mehr", sagt die 46-Jährige, die eigentlich gelernte Krankenschwester ist. "Mein Mann, der die Gaststätte führte, verstarb 2017. Und aus der Familie will keiner die Wirtschaft übernehmen."

1930 hat ihr Opa, Richard Barow das Objekt gekauft. Zu DDR-Zeiten bewirtschaftete der Konsum das Haus. Im Jahr 1986 übernimmt dann wieder die Familie. Ihre Mutter Erika Schmidtchen führt die Tradition und somit das Geschäft weiter, übergibt es später an André Bergert, den Mann von Ilona, der aber im Alter von 47 Jahren viel zu starb.

Touristen enttäuscht

"Es ist kein Personal zu finden", sagt Ilona Bergert und schüttelt den Kopf. Auch das Arbeitsamt konnte nicht helfen: "Im Idealfall brauchen wir jemanden, der immer greifbar ist." Die Arbeitszeiten der Gastronomie sind nicht beliebt: "An Wochenenden oder bis in den späten Abend arbeiten, das will keiner mehr." Irgendwann muss man der Realität ins Auge sehen: "Im Moment hilft meine Mutter in der Küche, putzt Gemüse und schält Kartoffeln. Sie ist fast 80 Jahre, da hat sie sich ihren Ruhestand verdient." Was sie selbst nach der Schließung macht, weiß Ilona Bergert noch nicht. Und verschwendet keinen Gedanken daran: "Derzeit werden überall Leute gesucht." Das Lokal steht zum Verkauf. Interessenten, die das Gaststube übernehmen wollen, können sich direkt in der "Zur Spree" melden.

Gerade legen drei Paddelkanus an. Die Familien von Mathias Gluth und Kathrin Baier streben mit leichtem Gepäck geradewegs auf die Gaststätte zu. Bei ihren Ausflügen schauen sie gern vorbei. Als sie erfahren, dass das Lokal schließt, macht sich Enttäuschung breit. Mathias Gluth aus Schwielochsee sagt: "Es gibt immer weniger Ziele, die wir ansteuern können. Gasthof Pawlak hat schon dicht gemacht. Und zum Jahresende schließt wohl auch An der Spreebrücke."

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