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Das Feuer am Dienstag hat zwölf Hektar Waldreste im Polder zerstört. Naturschützer rechnen wegen der Trockenheit mit noch mehr Bränden.

Nationalpark
Ausgedürrte Aue in Flammen

Michael Dietrich / 15.08.2019, 07:15 Uhr - Aktualisiert 15.08.2019, 08:34
Criewen (MOZ) Der Brand im Polder vor Criewen ist der bisher größte Brand im Nationalpark Unteres Odertal seit seiner Gründung. Am Dienstag kurz vor 15 Uhr meldeten mehrere Augenzeugen Rauchentwicklung nahe der Oder.

Als Brandursache meldete die Polizei den Verdacht auf Brandstiftung. Eine Spontanentzündung schlossen auch Nationalpark und Feuerwehr aus. Spekuliert wurde, dass jemand achtlos eine Zigarette weggeworfen hat. Der Deichweg wird von Anglern und Radwanderern genutzt. Am Dienstag fuhren dort außerdem Betonmischfahrzeuge ununterbrochen zur Baustelle Stützkower Wehr, wo 400 Kubikmeter Beton gegossen wurden.

Der Brand von trockenem Gras breitete sich vom Oderdeich bei böigem Wind schnell in die Fläche aus und ergriff Unterholz, Hecken, Büsche und Totholz sowie Auwaldreste auf einer Fläche von zwölf Hektar. Ein Zaun zum Schutz der Deiche vor Wildschweinen und Randbereiche einer Schwarzpappel-Schonung zur Initiierung von auentypischem Baumbewuchs wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Der Nationalpark meldete jedoch nur geringe Schäden. "Mit ihrem schnellen und massiven Einsatz hat die Feuerwehr verhindert, dass sich der Brand ausbreiten und Menschenleben gefährden konnte", lobte Nationalparkleiter Michael Tautenhahn, der die Nacht über Brandwache hielt und am Morgen mehrere wieder aufgeflammte Brandnester meldete. "Die Flächen sind ungenutzt, der Bewuchs wird sich von dem Feuer schnell erholen", schätzt Tautenhahn ein.

Der Nationalpark hatte schon mehrere Brände, etwa am Deichweg am Kanal gegenüber der Leipa-Fabrik, im Umfeld einer heißgelaufenen Ballenpresse eines Landwirtes im Polder Schwedt oder im Wald in der Bürgerheide bei Friedrichsthal. "Solange wir zurückdenken können, hat es in der Flussaue aber noch nicht gebrannt. Das ist auch ungewöhnlich. Eine Aue ist eigentlich nass, ein feuchtes oder überflutetes Gebiet. Die extreme Trockenheit und das Niedrigwasser der Oder machen zurzeit jedoch sogar eine Flussaue brandgefährlich", sagt Tautenhahn.  Wegen der zunehmenden Wetterextreme, die Forscher erwarten, rechnet auch der Nationalpark mit mehr Bränden im Schutzgebiet und dem Verlust von Insekten und anderen Tieren, die den Flammen zum Opfer fallen.

Zwei Einsatzkräfte verletzt

Den Feuerwehrleuten schlugen nach eigenen Schilderungen beim Löschen meterhohe Flammen entgegen. Auf einen Kilometer hatte sich der Brand entlang des Sommerdeiches ausgedehnt, die Einsatzkräfte sahen eingehüllt von Rauch teilweise die neben ihnen löschenden Kameraden nicht mehr. Die Schwedter Feuerwehr, die mit zwölf Einsatzfahrzeugen vor Ort war, wurde von Kräften aus Pinnow, Passow und Berkholz-Meyenburg unterstützt. Die Schwedter Feuerwehr meldete 60 Einsatzkräfte und zwei Verletzte. Ein Feuerwehrmann hatte etwas von der umherfliegenden Asche ins Auge bekommen, ein anderer brach erschöpft zusammen und wurde ins Krankenhaus gebracht.

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