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In Müncheberg sollen mehrere Wiesen künftig seltener gemäht werden – ein aktiver Beitrag in Sachen Insektenvielfalt.

Artenschutz
Weniger Mähen ist mehr

An der Infotafel: die Mitglieder der Initiativgruppe Wiesenprojekt Christiane Blum, Sigrid Ehlert, Mathias Bartsch, Torsten Schönbrodt und Dorothea Lüdicke mit der als Verbindungsfrau zum Ortsbeirat fungierenden Marga van Tankeren und Wirtschaftshof-Leiter Jörg Dießl (von links)
An der Infotafel: die Mitglieder der Initiativgruppe Wiesenprojekt Christiane Blum, Sigrid Ehlert, Mathias Bartsch, Torsten Schönbrodt und Dorothea Lüdicke mit der als Verbindungsfrau zum Ortsbeirat fungierenden Marga van Tankeren und Wirtschaftshof-Leiter Jörg Dießl (von links) © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 16.08.2019, 06:00 Uhr
Müncheberg Über Jahrzehnte hinweg hat das Thema Insektensterben nicht die Öffentlichkeitswirkung gehabt wie in jüngster Zeit. Dass da immer weniger fliegt, krabbelt oder auf sonstige Weise unterwegs ist, können Wissenschaftler eindrucksvoll alarmierend mit Studien und konkreten Zahlen belegen. Es ist für alle, die mit offenen Augen durch den Alltag gehen, aber zunehmend auch direkt spürbar. Immer häufiger wird deshalb inzwischen über geeignete Maßnahmen beraten.

Nicht lange reden, sondern einfach mal loslegen – das war der Ansatz einer Initiativgruppe, die sich in Müncheberg gegründet hat. Diese Woche hat sie eine gut sichtbare Infotafel im Stadtpark aufgestellt. Auf dem der alten Stadtmauer vorgelagerten Gelände hat das Team als Pilotprojekt eine der Wiesenflächen in ihre Obhut übernommen. Diese soll künftig weitgehend ungehindert wachsen und damit grünend-blühende Vielfalt entfalten können. "Uns hat gestört, dass immer gerade dann gemäht wurde, wenn es sich soweit entwickelt hatte", beschreibt Christiane Blum den Ansatzpunkt. Sie und die anderen hatten deshalb schon voriges Jahr mit dem städtischen Wirtschaftshof den Dialog gesucht, um die Zeiträume zwischen den regulären Mäh-Terminen auszudehnen.

Wirtschaftshof als Partner

Die Bereitschaft dazu war durchaus vorhanden, doch zu starkes, überhohes Gras bereitet den Mitarbeitern beim Wirtschaftshof technische Probleme, weil die Geräte das dann nicht mehr bewältigen können. Das hatte sich bei ersten Ansätzen in der Sache 2018 gezeigt. "Deswegen haben wir die Pflege nun selbst übernommen, sind mit Handschneider und Mähballen im Einsatz", erklärt die Wortführerin der Gruppe. Ziel sei, diese Fläche statt sonst fünf- bis sechsmal jährlich nur noch maximal zweimal zu mähen.

Das neue Schild wiederum steht nicht ohne Grund an dieser Stelle. "Wir wollen schließlich auch die Öffentlichkeit aufklären, für mehr Akzeptanz sorgen", setzt Christiane Blum hinzu. Eben damit sich nicht etwaige Beschwerden im Rathaus häufen, der Stadtpark würde ungepflegt aussehen. Auf der Tafel wird die Wiese als Lebensraum im Wechsel der Jahreszeiten beleuchtet, kenntlich gemacht, was an Artenschutz möglich ist. Dankbar sind die Mitglieder der Initiative auch für die 200 Euro Zuschuss, die es vom Ortsbeirat gab. Marga van Tankeren, die eine vermittelnde Rolle in den Absprachen hatte, unterstreicht die Bedeutung, die man dem Bemühen beimesse.

Auch Wirtschaftshof-Chef Jörg Dießl, der extra mit zum Pressetermin erschienen ist, steht hinter dem grundsätzlichen Anliegen und ist bemüht, sein Team als Partner zu etablieren. Bei anderen Flächen wie am Kleinbahnhof, wo das Wachstum durch trockenere Böden nicht ganz so massiv ist wie im gut durchfeuchteten Stadtpark, klappe es auch so mit reduzierten Mäheinsätzen ganz gut, kann er berichten. Die Aktivisten wiederum sehen sich als Teil einer breiteren Bewegung, die gerade auch die Brandenburger Volksinitative zum Erhalt der Artenvielfalt vorantreibt, merkt Mathias Bartsch noch an.

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