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Der Betreiber des Seefelder Solarparks will mehr Paneele auf seine Flächen bringen. Ortsbeirat und Bauausschuss sehen kaum Vorteile für Einheimische und lehnen das Vorhaben ab.

Kommunalpolitik
Bauausschuss lehnt mehr "Plattenbau" in Seefeld ab

Silizium en masse: Der Betreiber des Solarparks Seefeld will erweitern.
Silizium en masse: Der Betreiber des Solarparks Seefeld will erweitern. © Foto: Sergej Scheibe
Kerstin Ewald / 16.08.2019, 08:00 Uhr
Seefeld (MOZ) Der Betreiber des Seefelder Solarparks, SBA Solaranlagen, will mehr Paneele aufbauen und trat deswegen an die Stadtverwaltung Werneuchen heran. Das Betriebsgelände liegt fast unmittelbar am Dorf Seefeld, zwischen Bahnlinie, der B 158 und der Kastanienstraße. Vor sieben Jahren hatten die damaligen Stadtverordneten mit großer Mehrheit der möglichen Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf dem zwölf Hektar großen  Plangebiet zugestimmt. Allerdings haben die Betreiber bisher nur einen Teil der damals zugestandenen Fläche überbaut.

Die Firma SBA Solaranlagen, die die Photovoltaik-Fläche vor einiger Zeit von Green Power Werneuchen übernommen hat, sitzt in Otisheim/Baden Württemberg. Der Ausbau, den das Unternehmen jetzt plant, soll im Bereich des ursprünglichen Plangebiets unterhalb von Hochspannungsfreileitungen stattfinden. Der Betreiber der Masten hat laut SBA schon zugestimmt.

Unpraktisch für die Solarfirma: Mittlerweile haben sich die gesetzlichen Voraussetzungen für den Solaranlagenbau geändert. Für neue Paneele muss nun der Bebauungsplans geändert werden und dies bedarf der Zustimmung der Stadtverordneten. Im Plan müssten beispielsweise die Grundstücksflächen neu zugeschnitten werden. Weil sich auch die finanzielle Förderung für die Regenerativen abbaut, beantragt der Betreiber jetzt in einem Aufwasch eine Verlängerung der möglichen Laufzeit seiner Anlagen um 16 Jahre bis zum Jahr 2053. Aus seiner Sicht sicher logisch: Weniger Fördergelder bedeuten eine längere Amortisierung. Doch nicht nur die Gesetzeslage hat sich geändert, auch in der Stadt Werneuchen schreitet die Entwicklung voran. Die Stadt wächst, die Flächen werden kostbarer. Noch behutsamer wollen inzwischen viele Grund und Boden nutzen. Dies zeigte am Dienstag auch die Diskussion im Werneuchener Bauausschuss, der eine aktuelle Beschlussvorlage zum Solarpark in Seefeld ablehnte.

Mit einem kleinen Katalog kritischer Fragen, gerichtet an die anwesende Planerin, stieg ein Sachkundiger Einwohner in die Debatte ein.  Welche Vorteile haben die Werneuchener? Wie werden durch die Anlage Arbeitsplätze geschaffen? Welche Vorteile hat die Stadt? Planerin Christin Parz, die mit dem Büro Planwerk von der Stadt mit der Vorbereitung einer Bebauungsplanänderung beauftragt worden war, konnte im jetzigen Stadium nur allgemeine Antworten geben. "Ob Arbeitsplätze in Werneuchen geschaffen werden, hängt davon ab, inwiefern ansässige Firmen in der Lage sind, die Anlagen zu warten", ergänzte Astrid Fährmann, stellvertretende Bürgermeisterin. Kritisch äußerten sich auch andere Bauausschuss-Mitglieder. So bezweifelte Glenn Hänschke (UWW/BVB) das Arbeitsplatz-Argument. Lars Hübner (AfD), sachkundiger Einwohner, sprach sich für den Erhalt der Natur auch in Hinblick auf den Tourismus aus.

Keine Gewerbesteuer für den Ort

Frank Kulicke, Ortsvorsteher von Seefeld, lehnte die geplante Erweiterung rundweg ab. Schon der damalige Ortsbeirat habe sich 2011/2012 im ersten Genehmigungsverfahren gegen die Anlage ausgesprochen. Der jetzige Ortsbeirat lehne die Erweiterung ab. Die Gewerbesteuer fließe nach dem Wechsel des Anlagenbetreibers nicht mehr nach Werneuchen. Derjenige, der die Paneele wartet, käme aus Bayern und die Flächen könnten in Blick auf das Achsenkonzept besser für Wohnungsbau oder für für die Gegend nützlichere Gewerbe genutzt werden, erklärt Ortsvorsteher Kulicke.

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