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Ausstellung
"Bilder als Wege des Verstehens, Glaubens und Hoffens"

Martin Henschel (re.), Sohn des Künstlers, schenkte der evangelischen Gemeinde das vor etwa 30 Jahren entstandene Bild "Duncker".
Martin Henschel (re.), Sohn des Künstlers, schenkte der evangelischen Gemeinde das vor etwa 30 Jahren entstandene Bild "Duncker". © Foto: Weber
Simone Weber / 16.08.2019, 10:00 Uhr
Rathenow Zwei Monate lang werden in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche knapp 40 Bilder des Rathenowers Gerhard Henschel in der Ausstellung "Form und Farbe" gezeigt. Zu sehen sind abstrakte Motive, einige Ansichten Rathenows, wie vom Alten Hafen – die ebenfalls für Henschel typische abstrakte Elemente aufweist, wenige Naturlandschaften, ein Bildnis Dunckers und ein Selbstporträt als Foto in einer Collage.

Der bildende Künstler Gerhard Henschel, seit 1976 freischaffend, beschäftigte sich mit verschiedenen Techniken wie Malerei, Grafik und plastischer Gestaltung. In seinen Bildern, aber auch in den neuen Kirchenfenstern von Sankt-Marien-Andreas, die er 1996 bis 2000 gestaltete, setzte sich Henschel immer wieder auch künstlerisch mit Glauben und Religion auseinander. "Bilder sind für mich Wege des Verstehens, Glaubens und Hoffens. Das wichtigste, was wir unseren Nachkommen zu übergeben haben: Hoffnung." Das sagte der Künstler einmal während einer früheren Vernissage.

"Wir erleben Gerhard Henschels Werk hier in Sankt-Marien-Andreas zweifach: durch die Fenster im Chorraum und durch seine Bilder in der Ausstellung", so Pfarrer Andreas Buchholz. "Gerhard Henschel hat es verstanden, mit seinen Farben Licht ins Lebens, Licht in die Seele zu bringen."

Zur Vernissage kamen auch die Kinder des Künstlers, Martin Henschel aus Potsdam und Heide Henschel aus Berlin, mit ihren Familien. "Unser Vater hat sich schon in den letzten 13 Jahren immer mehr aus der Öffentlichkeit und von den Menschen zurückgezogen. So war es ein guter Moment, als im August 2014 kurzfristig eine Ausstellung seiner Bilder im Torhaus zustande kam – ohne damals zu wissen, dass dies seine letzte Ausstellung war, zu der er selbst anwesend sein konnte", so Heide Henschel bewegt. "Die Diagnose Demenz, die ihm im Februar 2016 gestellt wurde, traf uns alle sehr hart. Im Sommer 2017 zeichnete sich ab, dass er mehr Hilfe benötigt, als ihm daheim gewährleistet werden konnte, und so bezog er im Dezember 2017 ein Zimmer im Pflegeheim auf Hermannswerder in Potsdam, wo er sich gut eingelebt hat."

Nach Auflösung seiner Wohnung und seines Ateliers wurde den Kindern erst richtig klar, wie umfangreich das künstlerische Werk ihres Vaters ist. Da die Kirchengemeinde nun so schnell einen Ausstellungstermin anbot, den die Kinder dankend annahmen, kann dieses reiche Schaffen in hoffentlich weiteren Ausstellungen gezeigt werden, wie seine Familien hofft. Gern hätte wieder das Torhaus diese Ausstellung gezeigt, aber die Gemeinde hat anders entschieden.

Ganz persönliche Worte fand Amkelina Kegel, seit 50 Jahren eine gute Freundin Gerhard Henschels: "Er war eine wichtige Person in unserer Gemeinde. Er hatte immer neue und überraschende Gedanken, die er mit Beharrlichkeit verfolgte. Er hat uns inspiriert und angestiftet, etwas zu tun - uns zu bewegen."

Zur Ausstellungseröffnung spielten die langjährige ehemalige Kantorin Hanna Seefeld (Piano) und Annette Lapschies (Violine). Gemeinsam sangen die Gäste der Vernissage das Taizé-Lied "Meine Hoffnung und meine Freude", weil Henschel Taizé-Lieder gern im Chor der Gemeinde sang, dem er einige Jahre unter Chorleiterin Seefeld angehörte.

Gerhard Henschels Bilder werden in der Verkaufsausstellung "Form und Farbe" noch bis 29. September gezeigt.

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