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Seit 100 Jahren gibt es den Siedlerverein Müncheberg. Letzte Vorbereitungen zum Jubiläum laufen auf Hochtouren.

Siedlerverein Müncheberg wird 100
Nur Nachwuchs ist ein Problem

Mit Geburtstagskalender und Plakat: Wolfgang Lucke, Chef des nun 100-jährigen Siedlervereins
Mit Geburtstagskalender und Plakat: Wolfgang Lucke, Chef des nun 100-jährigen Siedlervereins © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 17.08.2019, 06:00 Uhr
Müncheberg ([]) Über die jüngste Zeit hat es drei Neueintritte gegeben. "Zumeist sind das die Kinder ehemaliger Mitglieder, die diesen Schritt gehen, wenn sie selbst ins Rentenalter kommen", merkt Brigitte Lucke an. Und ihr Mann Wolfgang verweist auf die eine Zahl, die zwar keine Panik auslöst, aber doch etwas bedenklich stimmen kann: 72,4. Das nämlich ist das Durchschnittsalter der derzeit 32 Mitglieder des Siedlervereins in Müncheberg, der sich jetzt auf die Feierlichkeiten zu seinem 100-jährigen Bestehen vorbereitet. Der Bestand ist gesichert, das Jahresprogramm immer vielfältig. Doch Nachwuchs ist ein strukturelles Problem – was aber keine Ausnahmeerscheinung darstellt. Beispielsweise geht es dem freundschaftlich verbundenen Heimatgeschichtsverein ähnlich.

Zu dem gibt es vielfältige Verknüpfungen. Nicht nur darf der Siedlerverein dessen Vereinsdomizil im Stadtzentrum neben der Grundschule für seine Treffen nutzen. Auch sonst ist das Verhältnis eng. So steuern die Mitglieder des Siedlervereins wieder Kaffee und Kuchen bei, wenn am Wochenende 24./25. August die Heimatfreunde zur nächsten Auflage der alljährlichen Dahlienschau einladen. Auch beim Adventsbasteln und der Weihnachtsfeier in den letzten beiden Novembertagen steht ein weiteres Zusammentreffen an.

Es ist ebenfalls dieser engen Verzahnung zu verdanken, dass beide zusammen bereits 2014 zum damals 95-jährigen Bestehen von Siedlung und Siedlerverein eine umfangreiche wie spannende Geschichtsbroschüre vorlegten. Auf dieses große Werk mit dem geballten Wissen wird auch jetzt im Blick auf das runde Jubiläum wieder gern verwiesen.

In der Nachfolge Erich Knospes

20 Jahre hatten Erich Knospe und dessen Frau den Verein geführt, bevor Wolfgang und Brigitte Lucke sozusagen dieses Erbe antraten. 1995 sind sie an den Rand Münchebergs gezogen, im Folgejahr eingetreten. Doch die Verbindung ist deutlich älter: "Schon meine Eltern waren immer im Siedlerverein", wie sie erzählt. Für Luckes hingegen war es zumindest anfangs, als beide noch in Berlin arbeiteten, zeitlich nicht immer einfach. Und auch heute, betonen sie, funktioniere alles nur, weil es – teilweise sogar ohne formelle Mitgliedschaft – ein engagiertes Team von Helfern gebe, auf das man im Bedarfsfall immer zurückgreifen können.

Als Beispiel nennt Brigitte Lucke Stephan Rümmler, der ihr gerade erst als zweite Kraft beim Erstellen des Kalenders zur Seite gestanden hat, der nun pünktlich als besonderes Jubiläumsgeschenk vorliegt. "Bewusst als Geburtstags- und nicht als Jahreskalender gestaltet", erklärt sie, damit diese äußerst schöne Sammlung von Naturfotografien nicht am Jahresende zwangsläufig ins Altpapier oder in eine hintere Schrankecke wandert. Für 6,50 Euro, wovon ein Euro als Reinerlös nach Abzug der Herstellungskosten wieder in die Vereinskasse fließt, wird diese optisch attraktive Publikation bei allen Aktionen rund ums 100-Jährige erhältlich sein. Spätestens bei der großen Jubiläumsfeier, zu der die Vereinsspitze Mitglieder und Gäste am 28. September ab 15 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Marien willkommen heißen möchte.

Ein anderes Großereignis lockt aber schon vorher: Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen für den Floh- und Trödelmarkt, der am 31. August von 10 bis 17 Uhr verteilt in der ganzen Siedlung Müncheberg stattfinden wird. Etwa 80 Haushalte haben mittlerweile ihre aktive Beteiligung zugesagt, werden an dem Tag dann mit einem Luftballon am Gartentor signalisieren, dass bei ihnen etwas zu holen ist. Die Angebote werden ausdrücklich auf den Grundstücken ausgebreitet, dazu habe man sich extra auch nach Rücksprache mit den Zuständigen im Rathaus verständigt, wie Luckes betonen.

Siedlung umfasst 650 Haushalte

Dass es insgesamt sogar 650 Haushalte sind, die in der Siedlung ihre Heimat haben, war zuvor ihnen selbst nicht einmal in dieser Zahl bewusst. Erst mit dem Anschreiben aller in der Nachfrage zur Beteiligung am Flohmarkt wurde das deutlich. Aber auch der Blick auf die Karte verrät, dass es ja kein ganz kleines Gebiet ist. Damit aber auch ältere Herrschaften und kleine Kinder am Trödel-Tag möglichst umfassend von Anlaufstelle zu Anlaufstelle ziehen können, ist mit dem Kremser ab dem Wildhof auf zwei Strecken ein Shuttleservice eingerichtet. Inhaber Michael Bjarsch, dem Luckes für die Kooperation sehr dankbar sind, und seine Helfer halten am 31. August zudem Imbiss, Kaffee und Kuchen sowie Toiletten bereit.

Pflanzentausch mit Tradition

Natürlich ist das Jubiläum diesmal ein Höhepunkt im Veranstaltungsjahr. Zu dessen Traditionen gehören der Pflanzentausch im April, für den Irmgard Treu immer ihr Grundstück zur Verfügung stellt, eine Fahrt zur Landesgartenschau (wie kürzlich Mitte Juli nach Wittstock) oder auch eine gemütliche Frauentagsfeier.

Noch ein paar besondere Aktivitäten laufen jetzt an. So wird der Verein für die Kita Grünstraße mal einen Tag rund um Garten und Ernten gestalten, die Steppkes bereichern im Gegenzug mit einem Auftritt die Jubiläumsfeier im September. Auch eine Art Rallye mit einer 5. Klasse der Grundschule durch die Siedlung steht an, blickt Wolfgang Lucke schon mal auf nächste Projekte voraus.

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