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Die Vielfalt alternativer Antriebe zog am Freitag viele Besucher zum Praxisforum E-Mobilität am Flugplatz Strausberg.

Praxisforum
Ein Tag rund um die E-Mobilität

Praxisforum E-Mobilität auf dem Strausberger Flugplatz: Christian Dimerski vom Bauhof Schöneiche lässt sich von Jörg Assmann (Deutsche Post – DHL) die Möglichkeiten des Elektrotransporters erläutern. Auch Oliver Schmidt von ETL Schlegel Elektrogroßhandel (v. l.) interessiert sich für schadstoffarme Gewerbefahrzeuge: "Hier ist es sehr Pkw-lastig", sagt er.
Praxisforum E-Mobilität auf dem Strausberger Flugplatz: Christian Dimerski vom Bauhof Schöneiche lässt sich von Jörg Assmann (Deutsche Post – DHL) die Möglichkeiten des Elektrotransporters erläutern. Auch Oliver Schmidt von ETL Schlegel Elektrogroßhandel (v. l.) interessiert sich für schadstoffarme Gewerbefahrzeuge: "Hier ist es sehr Pkw-lastig", sagt er. © Foto: Gerd Markert
Jens Sell / 17.08.2019, 07:00 Uhr
Strausberg (MOZ) Die Heizung soll in den Zustellerfahrzeugen der Deutschen Post seit der zweiten Version kein Thema mehr sein: "Wir verkaufen jetzt die fünfte Generation", sagt Jörg Assmann von der Post-Tochter DHL zum Leiter des Bauhofs der Gemeinde Schöneiche, Christian Dimerski, der auf der Suche nach umweltfreundlichen Transporter-Alternativen ist. Als er aber den Brutto-Preis von knapp 50 000 Euro hört, zuckt er merklich zurück. Zurück zuckt auch Jörg Schleinitz, der Nahverkehrsexperte des Landratsamtes, als Hans Kurtzweg von der Interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg das "Gaspedal" seines Tesla Model S durchtritt. Die Insassen werden 50 Meter lang straff in die Polster gepresst: Nach vier Sekunden ist das Geschoss auf 100 km/h beschleunigt. In einem kleinen Rennen mit einem Elektro-Mini auf der Startbahn des Flugplatzes pfeift der leistungsstärkste Tesla quasi aus dem Stand mit 180 auf und davon. "772 PS in Spitzenlast", antwortet Kurtzweg auf die Reporterfrage nach der Höchstleistung. Die Frage nach dem Anschaffungspreis beantwortet er salomonisch: "Auf vier Jahre mit allen Kosten komme ich auf 70 Cent je Kilometer. Ein Mittelklassewagen mit Verbrennungsmotor erfordert locker das Doppelte, 140 Cent pro Kilometer."

Dem Fachpublikum des Praxis-Forums E-Mobilität der Stic Wirtschaftsfördergesellschaft Märkisch-Oderland wird vieles für Auge und Ohr geboten an diesem Freitag auf dem Flugplatz Strausberg. Motorengeräusche sind nicht dabei. Nachmittags kommen dann auch die interessierten Bürger auf ihre Kosten. Hans-Peter Martin (74), Seniorchef einer Strausberger Fahrschule, orientiert sich über die Angebotspalette. "Natürlich wären Elektroautos auch für Fahrschulen interessant, doch müssen dafür europaweit die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt werden, die betreffen die Automatikregelung." Hintergrund: Ein Fahrschüler, der alle Fahrstunden auf einem Auto mit Automatikgetriebe absolviert, erhält den Führerschein nur auf diese Schaltvariante. Fahrlehrer lassen Fahrschüler gern die ersten Stunden mit der Automatik fahren, um ihnen Sicherheit im Straßenverkehr zu vermitteln. So könnte man auch mit E-Autos vorschulen und dann auf Schaltgetriebe ausbilden.

In Strausberg gibt es rund 30 Elektro-Autos und Plug-In-Hybrids, die auch geladen werden müssen, und demgegenüber neun öffentliche Ladesäulen, berichtete Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Elstermann in seinem Vortrag. In ganz Märkisch-Oderland fahren 186 solcher akkubetriebenen Fahrzeuge: "Das ist noch verschwindend gering, doch müssen wir mit einer stark steigenden Nachfrage rechnen, das zeigt die aktuelle Tendenz." Die Stic-Wirtschaftsförderer  erhielten als Anerkennung für ihre Initiative zum Praxisforum von Anne Laudien von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie ein Starterset E-Mobilität.

IG Elektromobilität Berlin-Brandenburg

Rund 150 Nutzer von Elektroautos und Plug-In-Hybride haben sich in der Interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg zusammengeschlossen. Sie verstehen sich nicht als Werbeträger, sondern sind vor allem beratend tätig, wobei sie sich auf ihre Praxiserfahrungen stützen. Ein Ziel ist der Ausbau einer barrierefreien Ladeinfrastruktur in Berlin, Brandenburg und angrenzenden Bundesländern sowie die Implementierung von fairen und transparenten Abrechnungssystemen an Ladestationen. Die IG organisiert Treffen und gemeinsame Touren mit Hybrid-, Plug-In-Hybrid- und reinen Elektrofahrzeugen, z.B. die eTourBrandenburg.⇥js

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