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"Ein Radweg ist kein Luxus!"

Bärbel Kraemer / 19.08.2019, 13:02 Uhr
Wiesenburg/Jeserig "Politiker zerschneiden gern Bänder", sagte Günter Baaske am Sonnabend Vormittag bei der offiziellen Einweihung des Radweges zwischen Wiesenburg/Mark und Jeserig/Fläming.

Der Wahlkreisabgeordnete der SPD im Landtag hatte sich zuvor unter die Velo-Fahrer gemischt, die mit einer kleinen Radtour zwischen den genannten Orten den zwei Kilometer langen Streckenabschnitt quasi in Besitz nahmen. Auf halber Strecke wurde Halt gemacht und das Einweihungsband dann offiziell durchschnitten.

Mit dem Abschluss der letzten Bauarbeiten am Radweg ging dieser Tage sogleich der komplette Straßenausbau der B 107 südlich von Wiesenburg zu Ende. Mehr als drei Millionen Euro flossen in das Bauvorhaben.

Im Vorfeld hatten insbesondere Einwohner aus Jeserig/Fläming über Jahre um den Bau des Radweges gerungen. In dieser Folge zeigte sich der Ortsbeirat des 190 Einwohner-Dorfes im Anschluss an die Eröffnungstour großzügig und spendierte jedem Radler am Jeseriger See eine Grillwurst samt Getränk.

"Ich bin froh, dass die Politik und die Untere Naturschutzbehörde mit dem Landesstraßenbetrieb eine Variante gefunden haben, die allen gerecht wird", betonte Wiesenburgs Bürgermeister Marco Beckendorf (DIE LINKE) während der kleinen Zeremonie am Straßenrand. Um den komplexen Straßen- und Radwegbau durch ein Feuchtbiotop war im Vorfeld hart gerungen worden. Jetzt gibt es mehrere Durchlässe für Amphibien und einen Tunnel für den Fischotter.

"Radwege zu bauen ist ökologische Vernunft und die einzige Möglichkeit, mehr Menschen zum Umsteigen auf das Fahrrad bewegen zu können", so Baaske. Weiter sagte er: "Ein Radweg ist kein Luxus, sondern wichtig für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Der Mensch hat aber auch Verantwortung gegenüber der Natur. Deshalb muss man auch Kompromisse eingehen." Über Jahre hatte er zusammen mit seinem Parteikollegen Frank-Walter Steinmeier die Jeseriger Bürgerinitiative in ihren Bemühungen um den Radwegbau unterstützt und bei der Suche nach einem Konsens vermittelt.

Mit seinem Dank an die beiden SPD-Politiker sprach Marco Beckendorf den anwesenden Velo-Fahrern am Sonnabend im Wortsinn aus dem Herzen.

Gleichzeitig mahnte der Wiesenburger Bürgermeister den noch immer fehlenden Lückenschluss im Radwegenetz entlang der B 246 zwischen Glien und Bad Belzig und die fehlende Verbindung nach Görzke an. "Mehr Fahrrad zu fahren, ist das Vernünftigste das wir tun können", so Baaske in diesem Zusammenhang und betonte, dass der fehlende Abschnitt zwischen Glien und Bad Belzig bereits genehmigt sei.

Mit Blick auf die ebenfalls noch ausstehende und über mehrere Velo-Demos angemahnte Radwegeverbindung zwischen Golzow und Brück sagte er: "Dort muss man nicht unbedingt Straßen begleitend bauen" - eine Aussage, die für die Bürgerinitiative "Radweg jetzt" der Zauchedörfer Cammer, Damelang/Freienthal und Oberjünne einen Funken Hoffnung bedeuten könnte.

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