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Die Ortwigerin Antje Scholz zeigt in Regenmantel, Dolgelin und Reitwein mystische Malerei.

Ausstellung
Metamorphosen in den Trafo-Galerien

Antje Scholz aus Ortwig hat in den drei Trafo-Galerien, hier in Regenmantel, eine neue Ausstellung gestaltet.
Antje Scholz aus Ortwig hat in den drei Trafo-Galerien, hier in Regenmantel, eine neue Ausstellung gestaltet. © Foto: Ines Weber-Rath
Ines Weber-Rath / 20.08.2019, 07:45 Uhr
Regenmantel (MOZ) Mit Antje Scholz hat damals, vor sieben Jahren, alles begonnen: Ihre Bilder waren die ersten, die im Trafo.1, der ersten unter den inzwischen drei Mini-Galerien im Oderland, zu sehen waren. Daran erinnerte Michael Pommerening bei der Ausstellungseröffnung am Sonnabend Nachmittag in Regenmantel.

Der Initiator des Galerieprojektes griff das Thema von Antje Scholz’ Arbeiten auf: Metamorphosen, Verwandlungen. In der Mythologie spricht man davon, wenn Götter sich oder die Gestalt von Menschen veränderten. Sie werden dann zu Tieren, Bäumen oder erstarren in Stein. Und oft geht es dabei um Liebe. In der Tier- und Pflanzenwelt hingegen ist die Metamorphose meist eine Überlebensstrategie.

Im Hier und Jetzt äußere sich die Metamorphose auch in der Sehnsucht nach Neuem, Fremdem, Fernem, so Pommerening. – Doch wehe, das Fremde kommt zu uns! Dann "lehnen wir es oftmals ab", spannte der TV-Journalist den Bogen zur Fremdenfeindlichkeit unserer Tage.

In den Bildern von Antje Scholz jedenfalls spiegele sich die Sehnsucht nach Verwandlung in faszinierender Weise wieder, so Michael Pommerening. Ihre Motive, meist in Porträtform oder als Büste, sind Menschen auf der Suche. Sie blicken angstvoll, sehnsüchtig, neugierig oder auch ohnmächtig. Die erschrocken drein blickende junge Frau an der Rückwand des Trafo.1 etwa trägt ein gequält lachendes altes Gesicht auf der Brust. Hat sie Angst vorm Altwerden?

In Dolgelin auch "Närrinnen"

Pommerening lud die Gäste der Ausstellungseröffnung ein, die "wunderschönen, wunderstarken und wundersamen Bilder" von Antje Scholz zu betrachten. Zu sehen sind sie in allen drei Mini-Galerien, also auch im Dolgeliner alten Wiegehaus und in der Trafo-Galerie in Reitwein.

Neben Bildern aus ihrer Reihe "Metamorphosen" zeigt die Ortwigerin in Dolgelin auch drei Bilder aus der Serie "Närrinnen". Zur Ausstellungseröffnung hatte die Künstlerin Letschiner Freunde mit nach Regenmantel gebracht. Metamorphosen hat Antje Scholz übrigens selbst erfahren. Sie, die als studierte Textilkünstlerin begonnen hat, ist heute in den Bereichen Malerei, Grafik, Objektbau und Installation tätig und seit 2017 Kuratorin des Oderbruch Museums Altranft.

Doch bevor Antje Scholz per Knopfdruck den Blick in die Regenmanteler Trafo-Galerie freigab, ergriff sie selbst das Wort – und las aus Franz Fühmanns "Marsyas". In der Erzählung geht es um den ungleichen musikalischen Wettkampf zwischen dem irdischen Marsyas und dem Gott der Künste, Apollon. Die Arglosigkeit, mit der Marsyas sich der arglistigen Herausforderung des Gottes gestellt hat, sei ihr zum Titel eines Bildes geworden, sagte Antje Scholz.

Sie machte darauf aufmerksam, dass die via Bildschirm in die Ausstellung eingespielte elektronische Begleitmusik von Jakob Rüdrich stammt, mit dem sie regelmäßig zusammen arbeite.

Die musikalische Begleitung zur Ausstellungseröffnung indes übernahm Stephan van de Poll, ein Niederländer, der seit rund 20 Jahren in Falkenhagen lebt, mit seiner Bassgitarre. Dazu gab es auch diesmal selbst Gebackenes vom Pommerenings Frau Sabine.

Zu sehen ist die dreiteilige Ausstellung bis zum 17. Oktober jederzeit – auf Knopfdruck.

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