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Am 1. September sind Bürgermeisterwahlen. Die MOZ stellt die Bewerber vor. Heute: Kerstin Dittrich (parteilos/für SPD)

Wahl
Bildung und Vereine im Fokus

Tritt für die SPD an: Kerstin  Dittrich
Tritt für die SPD an: Kerstin Dittrich © Foto: Gerd Markert
Uwe Spranger / 20.08.2019, 17:55 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Miteinander für Hoppegarten" heißt der Leitspruch, den Kerstin Dittrich auf ihre Wahlplakate drucken lassen hat. Und dieses Miteinander sei ihr auch besonders wichtig, erklärt die Parteilose, die für die SPD antritt. Sie sei links orientiert und stehe dazu,  aber im Normalfall inte­ressiere sie Parteizugehörigkeit gar nicht. "Der Mensch steht für eine Sache, und wenn die gut ist, spielt die Partei keine Rolle", sagt die Neuenhagenerin, die seit fast 40 Jahren in Hoppegarten tätig ist – erst im Kinderheim, dann in der Kita Kinderkiste, die sie seit Langem leitet. Zu oft sei aber zuletzt zu erleben gewesen, dass Entscheidungen nicht nach Vernunft, sondern nach parteigetragenem Interesse durchgesetzt oder abgeschmettert werden. Das Wohl der Gemeinschaft bleibe dabei auf der Strecke, sagt die Mutter dreier erwachsener Kinder.

Als langjährige Kita-Chefin liegen ihr die Themen Bildung, Jugend und Vereine besonders am Herzen. Schulen, Kitas und Vereine müssten materiell so ausgestattet werden, dass alle die gleichen Chancen hätten, und es brauche Personal, das mit Herzblut dabei ist, so die 58-Jährige, die neben der beruflichen Tätigkeit auch im Sport in der Gemeinde aktiv ist.

Herzensangelegenheit sei ihr der  kontinuierliche Ausbau der Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren – nach Möglichkeit in allen Ortsteilen. Sie wolle Kinder bei der Gestaltung von Spielplätzen mitreden lassen, die Jugend bei den Freizeitstrukturen, das  Ehrenamt stärker würdigen und das kulturelle Leben in allen Gemeindeteilen stärken. Ebenso wolle sie klären, warum die Lenné-Schule keinen guten Ruf habe, und das ändern.

Und sie will weitere Dinge angehen, "über die wir seit Jahren reden". Als Beispiele nennt sie die Themen Schwimmhalle, Gymnasium oder Radwege. Letztere sicherten gerade für die junge und ältere Generation die Mobilität.  Auch wenn die Wege vielleicht nicht an Gemeindestraßen lägen, müsse etwas passieren. "Ich will nicht nach acht Jahren Amtszeit die gleichen Fragen gestellt bekommen wie vorher."

Was das Bauen angeht, werde sie den Zuzug nicht aufhalten können, wolle aber die Verdichtung begrenzen und dennoch bezahlbaren Wohnraum. Mit lebenswertem Umfeld und familiären statt anonymen Verhältnissen. "Stadt werden möchte ich nicht. Wir müssen andere Ideen finden", sagt sie.

Auch zum Thema Umwelt und Artenvielfalt. "Was ist schlimm, wenn Begleitgrün nur zweimal im Jahr gemäht wird?", fragt sie. So könne man im Kleinen anfangen, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Überdies wolle sie die Instanzen Gemeindevertretung, Verwaltung und Bürgermeister  auf eine Ebene der Akzeptanz bringen, kündigt sie an. Nach ihrem Empfinden habe man sich in den vergangenen Jahren zu sehr bekriegt, fehle Wertschätzung für die Arbeit der Verwaltung. Sie kenne durch die Tätigkeit im Personalrat fast alle Mitarbeiter, wolle das Miteinander der Bereiche fördern, nicht von oben draufschauen, sondern gemeinsam entscheiden und Stärken ausspielen, wie es in ihrer Einrichtung praktiziert werde. Als ihre Vorbilder für kommunalpolitische Arbeit nennt sie den früheren Vorsitzenden der Gemeindevertretung Rainer Storch und den einstigen Ortsbürgermeister Volker Schulz sowie die einstige Gemeindevertreterin Angelika Wiese, die über viele Jahre ihre "Vertraute" unter den Hönower Abgeordneten gewesen sei.

Als Bürgermeisterin wolle sie die Zusammenarbeit der Ortsvorsteher untereinander und mit der Verwaltung fördern. Zudem sei ihr das Einbinden der Ortsbeiräte in die Entscheidungsfindung wichtig.

Die neue Tätigkeit wäre eine Herausforderung, ist Kerstin Dittrich bewusst. Aber sie könne diese meistern, ist sie überzeugt. "Was ich kann, kann ich, was nicht, kann ich lernen."

Bei einem MOZ-Wahlforum können Kerstin Dittrich und die anderen Kandidaten – Karsten Knobbe, Thomas Scherler und Sven Siebert – am 28. August, 18 Uhr, im Gemeindesaal Hoppegarten von Interessierten befragt werden.

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