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Erntefest
Fontanes Birnen im Scheunenviertel

Gehören zum Organisationsteam des Ernte- und Regionalparkfestes: Kerstin Rosen, Andrea Busse, Torsten Jeren und Dirk Jöhling (von oben)
Gehören zum Organisationsteam des Ernte- und Regionalparkfestes: Kerstin Rosen, Andrea Busse, Torsten Jeren und Dirk Jöhling (von oben) © Foto: Marco Winkler
Marco Winkler / 20.08.2019, 18:28 Uhr
Kremmen (MOZ) Noch fließt der Strom nicht, wie er sollte. Bei mehr als 50 Ständen, die am 30. August und 1. September während des Kremmener Ernte- und Regionalparkfestes ans Netz angeschlossen sein sollen, ist die Versorgung eine Herausforderung für die Veranstalter. "Wir sind auf private Scheunen angewiesen", sagt Andrea Busse von der Stadt Kremmen. Natürlich werde der Verbrauch akkurat abgerechnet. Doch die Stadt müsse im kommenden Jahr nachbessern. "Die Infrastruktur des Scheunenviertels ist für heutige Dimensionen nicht ausgelegt", sagt Busse. Denn das Event wird noch größer aufgezogen als in den Vorjahren.

Erstmals wird das Traditionsfest um die Angebote des Regionalparks Krämer Forst erweitert. Neun dieser Parks gibt es in Brandenburg. "Zwischen den Siedlungsräumen sind sie als Frei- und Naherholungsräume entstanden", erklärt Torsten Jeran, Vorsitzender des 2003 gegründeten Dachverbands der Regionalparks. "Wir wollen den Regionalparkgedanken populär machen", sagt Jeran. Da sei es sinnvoll, mit lokalen Partnern zusammenzuarbeiten, um Synergieeffekte zu nutzen.

Oberkrämers Regionalmanagerin Kerstin Rosen erklärt die für Kremmen angedachte Umsetzung. "Die Landparty-Scheune wird zur Regionalparkscheune", sagt Rosen. Eine Ausstellung erklärt die Intention der Parks, Regionalpark-Mitarbeiter sind vor Ort. Es gibt Gesprächsrunden sowie einen Fachvortrag von Torsten Jeran (Sonnabend, 15 Uhr) – alles in der Scheune. "Für die große Bühne ist das Thema zu speziell", sagt Torsten Jeran.

Der Regionalparkgedanke zieht sich durch die gesamte Veranstaltung. Das Logo (eine Blume mit neun Blättern, die die Parks symbolisieren) wird im Scheunenviertel immer wieder sichtbar, etwa wenn an Marktständen die Händler und Künstler verschiedener Regionalparks Produkte und Informationen anbieten.

Das Ernte- und Regionalparkfest beginnt schon am Freitag, 30. August, um 19.30 Uhr mit einem Fackelumzug an der Kita Rhinstrolche und anschließender Disco mit DJ Smily. Die offizielle Eröffnung erfolgt am Sonnabend um 12 Uhr mit Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) und der neuen Erntekönigin Madline Fojut. Eine Stunde später setzt sich der Ernteumzug in Bewegung. Einen Tag vor der Landtagswahl fällt der Besuch von politischen Würdenträgern eher bescheiden aus. "Die Politikprominenz hat sich dezent bei uns abgemeldet", sagt Dirk Jöhling vom Förderverein Regionalpark Krämer Forst.

Birnen zählen

Dem Motto des Festes – "In Kremmen beginnt die goldene Herbstzeit, Fontanes Birnen leuchten allhier weit und breit!" – soll unter anderem mit einem Zählwettstreit umgesetzt werden. Die Anzahl der Birnen in einer Acrylsäule gilt es zu erraten. Besucher können sich zudem im Wettsägen ausprobieren. Als Preise locken ein bunter Mix Blumensamen sowie Holzhotels für Insekten.

Im vorigen Jahr besuchten das Fest an beiden Tagen bis zu 7 000 Gäste. "Wir rechnen mit noch mehr in diesem Jahr", sagt Andrea Busse. Was es nicht geben wird: eine Strohburg. Die hätte laut Busse wegen einer neuen Verordnung imprägniert werden müssen. "Das ist sicher nicht gut für die  Kinder", dachte sich Busse und bestellte zwei normale Hüpfburgen.

Durch die Finanzspritze fürs Fest (siehe Info-Kasten) werde der Rummel umfangreicher ausfallen. Ein Schausteller habe zugesichert, neben dem obligatorischen Autoscooter auch eine kleine Achterbahn mitzubringen, so Busse. Schmuckes Highlight könnte die Erntekrone werden, die am Sonnabend um 14.15 Uhr gehisst wird. Floristin Katrin Hornig aus Linum war bei der Ausarbeitung federführend. "Die Krone ist ungewöhnlich", sagt Andrea Busse. Bestand sie bisher aus vier Getreidesorten, ist sie in diesem Jahr, dem schlechten Erntejahr geschuldet, ausschließlich aus Gerste.

Musikalische Höhepunkte sind am Sonnabend die Stuttgarter Pop­rocker von Antiheld (20 Uhr) sowie am Sonntag die Rockband Bell, Book & Candle (16 Uhr). Das komplette Programm ist unter www.kremmen.de zu finden.

Veranstalter können mit dem Regionalpark das Budget verdoppeln

Bisher hatte die Stadt Kremmen rund 20 000 Euro für das Erntefest in den Haushalt eingestellt. Aus den Standeinnahmen kamen etwa 5 000 Euro für Planung dazu.

In diesem Jahr ist alles etwas anders. Die Stadt konnte mit Hilfe des Regionalparks Krämer Forst ihr Budget fast verdoppeln.

Möglich macht das ein in diesem Jahr erstmals von der Landesplanung Berlin-Brandenburg vergebener Zuschuss. Diese wurde an alle neun Regionalparks ausgeschüttet. Gesamtsumme des Zuschusses: 250 000 Euro.

Der Regionalpark Krämer Forst stellte Anfang des Jahres einen entsprechenden Antrag, bat um eine Finanzspritze – und das erfolgreich. Die bewilligten 23 000 Euro (zehn Prozent muss der Verein als Eigenanteil zusteuern) fließen nun in eine neue Veranstaltung: das Regionalparkfest.

Aus diesem Grund heißt das Traditionsfest in Kremmen erstmals Ernte- und Regionalparkfest.⇥win

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