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In Woltersdorf müssen Betreuungsplätze geschaffen werden.

Soziales
Woltersdorfer Eltern wollen neuen Hort

Symbolbild: Kinder brauchen Raum zum Spielen
Symbolbild: Kinder brauchen Raum zum Spielen © Foto: Jörg Carstensen/dpa
Annette Herold / 20.08.2019, 18:31 Uhr
Woltersdorf (MOZ) In Woltersdorfs Kitas wird es eng. Bis 2023 muss die Gemeinde 108 neue Plätze schaffen und zugleich sowohl die durch Ausnahmegenehmigungen geschaffenen 42 Plätze als auch die Betreuung von Kita-Kindern in anderen Kommunen (44 Kinder) zu reduzieren. Soweit der Bedarfsplan für die Kindertagesbetreuung in Oder-Spree. Die Gemeinde will das Problem jetzt angehen – und hat den öffentlichen Auftakt dazu in der ersten Sitzung des neuen Sozialausschuss am Montagabend gegeben.

Die Gemeinde stehe vor der Entscheidung, eine neue Kita oder einen Hort zu bauen, sagte Sozialamtsleiterin Jenny Loponen. In anderen Kommunen würden Schulhorte gebaut, sagte sie und nannte damit auch die von der Verwaltung favorisierte Variante. Diskutiert wurde ein Hortbau auch schon mehrfach in der Gemeindevertretung, hat aber keine Mehrheit gefunden.

Rückhalt erhält die Verwaltung von Woltersdorfer Eltern. Katharina Kurth, Elternsprecherin der Awo-Kita "Haus der kleinen Strolche" machte in der Sitzung deutlich, dass der Wunsch nach einem separaten Hort wachse. Die Woltersdorferin ist Mutter zweier Kinder. Ihr Sohn besucht das "Haus der kleinen Strolche", und die Familie ist davon ausgegangen, dass auch die kleine Tochter dort betreut werden wird. So war es lange in Woltersdorf üblich, und es habe auch lange so ausgesehen, schildert Katharina Kurth. Bis der Anruf von Kita-Leiterin Andrea Nöske kam, es tue ihr leid, aber sie könne den Platz für die kleine Schwester nicht mehr zusichern. Die Elternvertreterin hat inzwischen erfahren, dass das kein Einzelfall in Woltersdorf ist. Der Grund: Immer mehr Hortkinder werden nachmittags in den Kitas betreut, damit sind weniger Plätze etwa für kleinere Kinder frei.

Dabei will Katharina Kurth auf keinen Fall gegeneinander aufrechnen, einen Anspruch auf Kita-Betreuung haben die einen wie die anderen. Es sei auch so, dass Grundschüler inzwischen länger Hortkinder bleiben als noch vor einigen Jahren. Der Wunsch nach Sicherheit spiele bei vielen Eltern eine große Rolle bei dieser Entscheidung. "Ich hätte auch kein gutes Gefühl, meinen Sohn vielleicht als Zweitklässler nachmittags allein zu Hause zu wissen. Was, wenn jemand einzubrechen versucht?", sagt die Elternsprecherin.

Aus ihrer und der Sicht anderer Eltern spricht noch mehr für einen neuen Hort, am besten in der Nähe der Weinbergschule. Der Umstand etwa, dass es in den Kitas schwieriger werde, die Interessen der Kleinen und der Grundschüler unter einen Hut zu bringen. Das liege weder am Wollen noch am Können, sondern an den Gegebenheiten. Ein Problem seien auch die teils weiten Wege von der Schule in den Hort.

Verwaltung stellt Konzepte vor

Amtsleiterin Loponen kündigte an, in der nächsten Ausschusssitzung vorzustellen, wie andere Kommunen ihre Betreuungskapazitäten erweitert haben. Anschließend solle das Bauamt Möglichkeiten für Woltersdorf prüfen, bevor den Gemeindevertretern ein Vorschlag zur Realisierung unterbreitet wird. Für die CDU machte Achim Schneider deutlich, er wolle auf keinen Fall einen Hort für 350 Kinder, sondern sei froh, wenn es unterschiedliche Angebote auch für Hortkinder gebe.

Anspruch auf Kita-Betreuung

In Brandenburg haben Kinder nach dem ersten Geburtstag bis zur Versetzung in die fünfte Klasse in jedem Fall einen Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung. Kinder bis zum vollendeten ersten Lebensjahr und Kinder der fünften und sechsten Klasse haben ebenfalls einen Rechtsanspruch, wenn die familiäre Situation Kita-Betreuung erforderlich macht. Bis zur Einschulung sind das mindestens sechs Stunden Betreuung, für Grundschüler mindestens vier. Macht es zum Beispiel die Erwerbstätigkeit der Eltern erforderlich, haben Kinder einen Anspruch auf eine längere Betreuung.⇥(Quelle: Bildungsministerium)

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